1. FSV Mainz 05
·2. Oktober 2026
Kaishu Sano: Vom "Hügelberg" in die Bundesliga

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"Dafür bin ich der Schule heute noch dankbar"
Von der Grundschule bis zur Mittelstufe spielte Sano in seinem Heimatverein. Zur High School wollte er einen Schritt weiter gehen und bewarb sich bei zahlreichen renommierten Schulen. Doch sein Traum von der großen Fußballkarriere schien bereits beendet, bevor er überhaupt richtig hatte anfangen können. Keine Schule in seiner Präfektur wollte den jungen Mittelfeldspieler aufnehmen. Als allerletzte Option versuchte er sein Glück in der Nachbarpräfektur Tottori und ging zum Probetraining an die Yonago Kita High School. Diese nahm ihn schließlich auf, inklusive Stipendium: "Dafür bin ich der Schule heute noch dankbar", sagt der 25-Jährige. Denn dort lernte er zahlreiche Spieler und Trainer kennen, die seine Einstellung für immer veränderten: "In jeder Trainingseinheit wurden mir meine Stärken, aber auch meine Schwächen vor Augen geführt. Ich wurde angetrieben, immer die Herausforderung zu suchen und keine Angst vor Fehlern zu haben. Das hat mich in meiner Entwicklung sehr weitergebracht, diese Denkweise habe ich bis heute beibehalten."
Mit jenem Mindset im Gepäck ging es über Machida Zelvia und Kashima Antlers 2024 in die Bundesliga zum FSV. Dort hatte der Japaner anfangs noch Schwierigkeiten mit dem Tempo der Ballaktionen, doch die Kultur des Vereins adaptierte er ab Tag eins: "Ich habe direkt gespürt, dass die Mannschaft stets im Vordergrund steht. Jeder spielt für das Team und alles wird sehr ernst genommen. Das war in Japan nicht anders und ich konnte deshalb diesen Spirit relativ schnell aufnehmen und mich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren.“ Den fußballerischen Aspekten widmet sich Sano nicht nur im Training – denn er ist Vollblutfußballer, wie er im Buche steht. Falls er nicht mit seinem Hund am Rheinufer unterwegs ist, ruht er sich zuhause aus, lässt seinen Körper behandeln oder guckt Fußball. Dabei sucht er immer wieder Inspiration bei seinen Kindheitsidolen: "Meine Vorbilder sind fußballerisch das komplette Gegenteil von mir. Meistens laufen Highlights von Ronaldinho oder Messi. Ich glaube, weil sie so unterschiedlich von mir sind, gucke ich ihnen so gerne zu.“
Ein geheimes Baseball-Talent?
Ganz unterschiedlich würde seine Welt auch aussehen, hätte er sich in seiner Kindheit anders entschieden. Sano setzte für den Fußball alles auf eine Karte - mit Erfolg wohlgemerkt. Doch gab es auch einen Plan B? "Natürlich Baseball", antwortete er ganz trocken. Wie fast jedes Kind in Japan spielte er in jungen Jahren auch den Nationalsport seines Landes, stellte diese Leidenschaft aber für den Fußball zurück. Heute verfolgt er neben Weltstar Shohei Ohtani auch Pitcher Yoshinobu Yamamoto, der ebenfalls aus der Präfektur Okayama stammt. Beide spielen für die Los Angeles Dodgers in der amerikanischen Major League Baseball.
Ein Glück für die 05ER, aber auch für die japanische Nationalmannschaft, dass sich der Mittelfeldspieler damals für den Fußball entschied. Mit dem FSV ist Sano erfolgreich in die laufende Saison gestartet und glänzte mit zwei Torvorlagen in vier Spielen. In der aktuellen Länderspielpause steht der 25-Jährige, wie schon im Sommer bei der Weltmeisterschaft, im Aufgebot der Samurai Blue. Sein Ziel - eine solide Basis für die kommenden Jahre legen: "Die Lehren aus der Weltmeisterschaft gilt es jetzt Schritt für Schritt aufzuarbeiten. In den kommenden Testspielen wollen wir diesen Fortschritt als Mannschaft zeigen und bestätigen. Unser Ziel ist es, nachhaltig wieder eine starke Mannschaft aufzubauen, um im kommenden Jahr bei der Asienmeisterschaft und in vier Jahren bei der Weltmeisterschaft zu überzeugen."







































