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·25. Februar 2026

Kampf um das Grünwalder Stadion: Bayern-Fans legen gegen 1860 nach

Artikelbild:Kampf um das Grünwalder Stadion: Bayern-Fans legen gegen 1860 nach

Der Streit um das Grünwalder Stadion geht in die nächste Runde – und diesmal wurde es im Stadion selbst sichtbar. Beim Nachholspiel der zweiten Mannschaft des FC Bayern gegen die SpVgg Unterhaching (1:0) hissten Anhänger der Münchner ein großes Banner mit dem Konterfei von Hermann Gerland. Eine klare Botschaft: Auch die Roten beanspruchen die traditionsreiche Spielstätte in Giesing für sich.

Das Transparent ist als direkte Replik im laufenden Fan-Zoff zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 zu verstehen. Hintergrund ist die politische Initiative von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der sich im Zuge der anstehenden Kommunalwahl für eine Erbpacht-Lösung zugunsten der Löwen starkmacht. 1860 soll das Grünwalder Stadion übernehmen und modernisieren. Nach Informationen aus dem Umfeld der Verhandlungen würde Bayern II in diesem Szenario jedoch nicht als Mieter bleiben.


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„Unsere HKG – Unsere Stadt!“

Artikelbild:Kampf um das Grünwalder Stadion: Bayern-Fans legen gegen 1860 nach

Foto: IMAGO

Bereits am vergangenen Bundesliga-Wochenende hatten Bayern-Fans beim 3:2 gegen Eintracht Frankfurt mit Spruchbändern protestiert. „Unsere HKG – Unsere Stadt! Macht den Reiter-TSV-Deal platt!“, war in der Allianz Arena zu lesen. Mit „HKG“ meinen die Anhänger die „Hermann-Gerland-Kampfbahn“, wie das Grünwalder Stadion in Fankreisen genannt wird.

Die Löwen reagierten prompt. Beim Heimspiel gegen Hansa Rostock konterten 1860-Fans in der Westkurve mit der Spitze: „Egal ob 3x am Stadtrand oder ein Stadion mit erfundenem Namen – eine Heimat mit Identität werdet ihr nie haben!“ Gemeint waren mutmaßlich die Allianz Arena, der kürzlich vom FC Bayern erworbene Sportpark in Unterhaching sowie das Stadion am Campus.

Mit dem Gerland-Banner folgte nun die nächste Retourkutsche der Roten – der Konflikt verlagert sich zunehmend von der Politik auf die Tribünen.

Reiter zwischen Wahlkampf und Aufsichtsrat

Besonders brisant ist die Personalie Dieter Reiter. Der Oberbürgermeister will die Grünwalder-Frage noch in diesem Jahr klären – ausdrücklich in Zusammenarbeit mit 1860. Gleichzeitig sitzt er seit Kurzem im Aufsichtsrat des FC Bayern. Sollte Bayern II tatsächlich ausziehen müssen, stünde Reiter zwischen den Fronten zweier Münchner Fußball-Welten.

Auch die Fans der SpVgg Unterhaching meldeten sich zu Wort. Mit einem Banner kritisierten sie den Verkauf des Sportparks an den FC Bayern: „Und wenn der FC Bayern den letzten Verein gekauft hat, werdet ihr merken, was ihr zerstört habt.“

Die Bayern hatten die Spielstätte zum Jahreswechsel übernommen. Künftig sollen dort neben Unterhaching auch die Frauen des Rekordmeisters spielen, unter anderem in der Champions League.

Eines ist klar: Die Stadion-Frage ist längst mehr als ein Infrastruktur-Thema. Sie ist zum Symbol geworden – für Identität, Tradition und Machtverhältnisse im Münchner Fußball. Und ein Ende des Zoffs ist derzeit nicht in Sicht.

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