Kane trifft auswärts wie seit 1948 kein Engländer – und Tuchels Team schießt sich die Spanien-Woche von der Seele | OneFootball

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·4. Oktober 2026

Kane trifft auswärts wie seit 1948 kein Engländer – und Tuchels Team schießt sich die Spanien-Woche von der Seele

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Rijeka. Vor einer Woche titelte der Telegraph über Englands Abwehr „Defensively Not Able“, die Daily Mail nannte Thomas Tuchel „erneut machtlos“, und Harry Kane hatte beim 2:3 gegen Spanien einen Elfmeter an die Latte gesetzt. Am Samstagabend in Rijeka fiel die Antwort deutlich aus: 7:0 gegen Kroatien, der höchste Sieg der Ära Tuchel. Kane und Bukayo Saka trafen jeweils doppelt.

„Es hörte einfach nie auf“, sagte Tuchel hinterher.


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Vier Tore bis zur Pause

Nach acht Minuten war der Ton gesetzt. Jude Bellingham spielte Kane an, der Kapitän nahm den Ball mit der Außenseite des rechten Fußes mit und zirkelte ihn in den linken Winkel. Bellingham selbst erhöhte in der 21. Minute, Anthony Gordon köpfte in der 39. eine Flanke von Jarell Quansah ein, und kurz vor der Pause schob Saka zum 4:0 ein.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter. Kane rutschte in der 53. Minute in eine Hereingabe von Elliot Anderson, in der 68. legte er nach einem weiteren kroatischen Abwehrfehler für Saka auf. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Morgan Rogers in der 87. Minute.

Tuchel sprach von einer „kompletten“ Vorstellung. „Wir haben unglaublich viele Chancen herausgespielt.“ Kane formulierte es physischer: „Wir sind am besten, wenn wir frei sind, wenn wir körperlich einfach überlegen sind.“

Kanes zwei neue Marken

Für den Bayern-Stürmer war es ein Abend mit Statistikwert. Mit seinem Doppelpack steht Kane nun bei 89 Länderspieltoren und baut seinen englischen Rekord weiter aus. Nur noch drei Treffer liegen zwischen ihm und Robert Lewandowski, der für Polen 92 Tore erzielt hat.

Dazu kommen zwei historische Bestmarken. Kane ist der erste englische Nationalspieler seit 1948, der in sechs Auswärtsspielen in Folge getroffen hat. Und er ist laut fussballnationalmannschaft.net der erste Spieler der Three Lions, der in drei verschiedenen Kalenderjahren jeweils mindestens zehn Länderspieltore erzielt hat. Drei Wochen vor der Verleihung des Ballon d’Or, für den er als einer der Favoriten gilt, ist das kein schlechtes Timing.

Saka und das Zusammenspiel

Kane lobte nach dem Spiel ausdrücklich das Quartett, das in Rijeka die Offensive bildete: er selbst als Sturmspitze, Saka, Bellingham und Gordon dahinter. Alle vier trafen. Saka, der Arsenal-Flügelspieler, nannte das Zusammenspiel „etwas Besonderes“.

Es ist die Achse, die Tuchel seit Monaten sucht – und an diesem Abend gefunden hat, ohne Declan Rice, John Stones und Marcus Rashford, die verletzt fehlen, und ohne Cole Palmer, dessen kurzfristige Absage für Diskussionen gesorgt hatte.

Vom Urlaubsmodus zum Rekordsieg

Eine Randnotiz zeigt, wie Tuchel die Woche gemanagt hat. Die Spieler hatten sich einige Tage zuvor im nahe gelegenen Adriatischen Meer erfrischt, und der Trainer warnte daraufhin öffentlich, die entspannte Stimmung im Lager dürfe nicht in einen „Urlaubsmodus“ kippen. Die Warnung kam an.

Der Sieg ist auch historisch: Englands bislang höchster Erfolg gegen Kroatien war ein 5:1 in der WM-Qualifikation 2009 im Wembley-Stadion. Für Kroatien war es die höchste Niederlage der Verbandsgeschichte – vor einer Kulisse aus Kindern und Jugendlichen, weil das Spiel nach einer UEFA-Sanktion eigentlich ohne Zuschauer stattfinden sollte. Luka Modrić, der in der Startelf stand, sagte hinterher, er habe sich zum ersten Mal in 20 Jahren im Nationaltrikot geschämt.

Die Tabelle

Vor dem Anpfiff waren England und Kroatien punktgleich. Jetzt hat England sechs Punkte aus drei Spielen und bleibt in Gruppe A3 erster Verfolger von Weltmeister Spanien, der am selben Abend gegen Tschechien gewann. Die Woche, die mit „Defensively Not Able“ begann, endet mit einer Null und sieben eigenen Toren. Tuchels Satz passt auf beides: Es hörte einfach nie auf.

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