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·26. September 2026
Kanes Elfmeter an die Latte, dann zwei Joker: Spanien dreht das Wembley-Spektakel

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·26. September 2026

London. Nach 100 Sekunden war Wembley still. Marc Guéhi ließ sich als letzter Mann den Ball von Lamine Yamal abluchsen, der Barcelona-Profi lief allein aufs Tor zu und schob an James Trafford vorbei. Der Torhüter, überraschend anstelle von Jordan Pickford aufgeboten, hatte sein erstes Gegentor kassiert, bevor er richtig im Spiel war. Am Ende gewann Spanien 3:2 – nach einem Rückstand, einem verschossenen englischen Elfmeter und zwei Toren von der Bank.
Es war die Neuauflage des EM-Finals von 2024, und sie war das, was die Sportschau „ein großartiges Fußballspiel“ nannte.
Die erste halbe Stunde gehörte den Weltmeistern. Luis de la Fuentes Mannschaft presste hoch, verleitete Thomas Tuchels Team zu Fehlern und erspielte sich weitere Gelegenheiten, ohne sie zu nutzen. Ferran Torres etwa legte den Ball nach Zuspiel von Rodri quer vor dem Tor vorbei.
Dann drehte sich das Spiel binnen vier Minuten. In der 36. Minute schickte Jude Bellingham bei einem blitzschnellen Konter Anthony Gordon steil, der Ausgleich fiel. In der 40. Minute flankte Rico Lewis O’Reilly von der linken Grundlinie, Kane streckte sich zum Kopfball, und Marc Cucurella beförderte den Ball ins eigene Tor. 2:1 für England zur Pause – eine Führung, die nach dem Spielverlauf kaum jemand erwartet hatte.
Nach dem Seitenwechsel bekam England nach VAR-Überprüfung einen Elfmeter zugesprochen: Rodri hatte Bellingham im Strafraum zu Fall gebracht. Die sport.de-Bewertung nannte den Pfiff „fragwürdig“. Harry Kane trat an, rutschte leicht weg und setzte den Ball an die Latte.
Es war die Szene, an der sich der Abend drehte. Statt 3:1 blieb es bei einem Tor Vorsprung, und Spanien kam zurück – mit zwei Einwechselspielern. Álex Baena glich in der 60. Minute aus, Mikel Oyarzabal traf in der 74. Minute zum 3:2. England warf in der Schlussphase alles nach vorn; der Weltmeister spielte es sauber herunter.
Mit dem Sieg in Wembley ist Spanien nun 39 Spiele in Folge ungeschlagen. Es ist die erste Partie nach dem WM-Titel, und sie fiel in eine Woche, in der der Verband den Vertrag von Luis de la Fuente um sechs Jahre verlängert hat.
Personell setzt der Trainer auf Kontinuität: 22 Weltmeister stehen in seinem Kader. Kurzfristig gab es lediglich eine Änderung – Marc Pubill begann anstelle von Eric García.
Für England ist es der erste Rückschlag nach dem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft. Die ESPN-Analyse hält fest, dass Tuchel nach diesem Abend „plenty to ponder“ habe – vor allem in der Defensive, die laut sport.de „weiterhin unsicher“ wirkte und sich im Spielaufbau mehrfach selbst in Bedrängnis brachte. Das frühe Gegentor entstand aus einem individuellen Fehler, das 2:2 und das 2:3 aus Momenten, in denen England die Kontrolle verlor.
Dazu die Torwartfrage: Trafford bekam den Vorzug vor Pickford und stand bei drei Gegentoren. Tuchel hatte für diese Länderspielperiode ohnehin fünf Absagen zu verkraften, darunter Declan Rice und Marcus Rashford.
Ein Detail aus Madrider Sicht: Bellingham und Cucurella spielten beide durch – der eine legte das erste englische Tor auf, der andere fälschte das zweite ins eigene Netz.
England empfängt am 29. September Tschechien, Spanien spielt am 6. Oktober gegen Kroatien. In der Gruppe A3 hat der Weltmeister nach einem Spieltag drei Punkte, England keinen.
Die Ausgangslage ist damit dieselbe wie im Juli 2024 in Berlin: Spanien vorn, England hinterher, und ein Abend, an dem die Three Lions nah dran waren und trotzdem verloren. Der Unterschied: Damals gab es keinen zweiten Versuch. Diesmal kommt das Rückspiel am 15. November im Metropolitano.







































