90PLUS
·14. April 2026
Kann Real die Bayern nochmal gefährden? – 3 Thesen zur Champions League

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·14. April 2026

Nach den Viertelfinal-Hinspielen scheint in der Champions League auf den ersten Blick vieles schon entschieden. Welche Paarungen bergen doch noch Überraschungspotenzial?
Zu den Rückspielen der Champions-League-Viertelfinal-Spiele formuliert Jakob Haffke drei mehr oder minder steile Thesen zu den anstehenden Partien und dem generellen Geschehen in der Königsklasse.
Die Geschichte, wie Real Madrid in der Champions League in der Lage ist, praktisch jeder Unwägbarkeit zu trotzen und trotzdem noch zurückzukommen, wurde inzwischen zur Genüge erzählt. Tatsächlich zeigten die Königlichen auch im Hinspiel gegen Bayern München bereits, dass die Paarung noch nicht durch ist. In Halbzeit zwei gelang es ihnen das Spiel so chaotisch zu gestalten, dass die Defensive der Münchener immer wieder Probleme bekam. Vor allem die beiden Ausnahmespieler Vinicius Junior und Kylian Mbappé profitieren von einem unkontrollierten Spielverlauf.
Gelingt es Real auch in der Allianz Arena das Spiel zu öffnen, kann es für die Münchner durchaus ungemütlich werden. Es ist nicht unwahrscheinlich das Real allein aufgrund der offensiven Klasse ein oder zwei Treffer erzielt. Andererseits kontrolliert das Team von Vincent Kompany zwar eigentlich gerne das Spiel mit viel Ballbesitz. Doch auch die Bayern haben Spieler, die sich in ständigen Umschaltsituationen wohlfühlen. Harry Kane, Luis Diaz oder Michael Olise gehören, neben ihren Qualitäten gegen tiefe Blöcke, auch zu den besten Konterspielern der Welt. Auch in der Defensive verfügt der deutsche Rekordmeister über genügend Geschwindigkeit, um zumindest viele Tempoangriffe der Madrilenen zu verteidigen.
So haben die Bayern selbst, wenn es noch einmal eng werden sollte, eine sehr gute Chance aufs Weiterkommen, da mit ihnen auch in einem „typischen“ Real-Spielverlauf zu rechnen ist.
Meine These daher: Bayern widersteht der „schwarzen Champions-League-Magie“ Real Madrids und zieht in die nächste Runde ein.

Foto: Getty Images
Fünf Spiele, fünf Siege und 17 zu drei Tore – so lautet die Bilanz von Paris Saint-Germain aus den letzten Partien. Doch nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die jeweiligen Leistungen sprechen für sich. Es kann durchaus behauptet werden, dass PSG zumindest sehr nah an der Form ist, die sie in der ersten Jahreshälfte 2025 zum Triumph in der Königsklasse und dem heimischen Double gebracht hat.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Inzwischen sind fast alle Spieler, nach einer Saison voller Verletzungen, wieder fit. Besonders die Offensive, um Ousmane Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia ist endlich wieder nahe an ihrer Bestform. Das Mittelfeld rund um Spielmacher Vitinha zählt zum Besten, das es auf europäischer Ebene jemals gegeben hat. Luis Enrique und sein Team haben die Möglichkeit in Europa zu zeigen, dass bedingungslose Offensive und ein Fokus auf Ballbesitz auch weiterhin als Siegformel taugt. Sah es nach der Ligaphase so aus, als wäre Arsenal mit Mikel Artetas defensivem und standardorientierten Ansatz das Maß aller Dinge, sind plötzlich doch wieder offensive Teams, wie eben PSG oder Bayern, die Favoriten auf den Titel.
Das ausgerechnet Liverpool PSG im Rückspiel wirklich noch Paroli bieten kann, scheint unwahrscheinlich. Zwar gewannen die Reds am Wochenende gegen Fulham, doch nur äußerst selten schaffte Arne Slots Team es in dieser Saison mehrere gute Leistungen aneinander zu reihen. Im Hinspiel war der einzige Trost für Liverpool, dass PSG nicht deutlicher gewann. An der heimischen Anfield Road gelang den Reds zwar schon häufig außergewöhnliches, doch selbst, wenn sie treffen, ist es schwer vorstellbar, dass es der porösen Abwehr Liverpools gelingt, die Pariser Offensive in Schach zu halten. Dazu konnte der Titelverteidiger am Wochenende komplett regenerieren, da die französische Liga das Spitzenspiel gegen Lens verschob, um die Ausgangslage der Pariser zu verbessern.
Meine These daher: PSG bestätigt die Form der letzten Woche und zieht souverän ins Halbfinale ein.

Foto: Getty Images
Komplett gegenläufig dazu verliefen die letzten Wochen Arsenals. Eine klare Niederlage im League-Cup-Finale gegen Manchester City, das peinliche Ausscheiden im FA Cup gegen Zweitligist Southampton und am Samstag die Niederlage in der Liga gegen Bournemouth. Aus einem möglichen Quadrupel ist plötzlich die Frage geworden, ob Arsenal schon wieder komplett titellos bleibt. Selbst das späte 1:0 im Hinspiel bei Sporting CP kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Artetas Team momentan an vielem mangelt. In der Offensive finden die Gunners, außer Standards, kaum Mittel für Torgefahr zu sorgen. Und auch die einst praktisch unüberwindbare Defensive ist zunehmend fehleranfällig.
Das größte Problem scheint aber der Kopf zu sein. Mit jedem Spiel, das sich nicht zu Gunsten Arsenals entwickelt, werden die Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit größer. Die Leichtigkeit des Saisonbeginns ist völlig dahin.
Im Rückspiel gegen Sporting hat Arsenal eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Nach dem 1:0-Hinspielerfolg spielt Arsenal im heimischen Emirates. Nominell ist Artetas Team den Portugiesen deutlich überlegen. Doch unterschätzen sollten die Nordlondoner das Team von Rui Borges trotzdem nicht. Bereits im Achtelfinale kam Sporting nach einer Hinspielniederlage gegen Bodö/Glimt noch weiter. Insbesondere ein früher Treffer Sportings könnte für Kopfkino bei Arsenal sorgen und die Stimmung auf den ohnehin schon extrem nervösen Rängen zusätzlich verkomplizieren.
Meine These daher: Auch das Rückspiel wird für Arsenal kein Selbstläufer, Sporting wird Artetas Team mindestens große Probleme bereiten.
Jakob Haffke
Live









































