dieblaue24
·6. August 2026
Kayabunar vor ausverkaufter Heimpremiere gegen Augsburg II: "Brauche keinen groß zu motivieren!"

In partnership with
Yahoo sportsdieblaue24
·6. August 2026

VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Bis 2029 wollten die Löwen eigentlich die Nummer zwei im bayerischen Fußball werden – jetzt empfangen sie in der Regionalliga die Zweitvertretung des FC Augsburg, jenes Klubs, den sie einst überholen wollten. Der Fußball schreibt eben seine eigenen Geschichten. Davon kann der TSV 1860 ein Lied singen. Statt von der Zweiten Bundesliga zu träumen, findet man sich nun in der Regionalliga Bayern wieder – einer von fünf vierten Ligen Deutschlands.
Für die einen wird der Freitagabend ein rauschendes Fußballfest, für die anderen ist dieses Duell eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie tief der Traditionsverein gefallen ist. Emotionen darf sich Trainer Alper Kayabunar allerdings nicht leisten. Vor dem Heimauftakt gegen den FCA II (Freitag, 19 Uhr, db24-Ticker) wird er wie folgt von tsv1860.org zitiert: „Jeder Spieler ist heiß, da brauche ich keinen groß zu motivieren, weder die Jungen noch die Erfahrenen. Wir haben die letzten zwei Wochen zu spüren bekommen, wie mega groß die Unterstützung ist. Das wird im Heimspiel sicher nochmals getoppt.“
Ein Blick in die Statistik macht Mut allerdings nicht: Die bislang einzigen beiden Pflichtspiele gegen Augsburg II in der Regionalliga-Saison 2017/18 konnte 1860 nicht gewinnen. In Giesing gab es ein 1:1, das Rückspiel verloren die Löwen mit 2:3. Gelingt im dritten Anlauf endlich der erste Sieg? Die Fuggerstädter reisen jedenfalls mit Rückenwind an. Zum Auftakt bezwangen sie Aufsteiger Landsberg mit 3:2 und wollen nun nachlegen. Mit Ex-Löwe Lukas Aigner steht zudem ein alter Bekannter im Kader der Gäste.
Unter der Woche ließ Kayabunar seine Mannschaft abwechslungsreich und intensiv trainieren – ein deutlicher Kontrast zur Vorsaison, als die Löwen über Monate hinweg eher den Eindruck vermittelten, mit angezogener Handbremse unterwegs zu sein und körperlich immer weiter abzubauen. Die Bilanz der letzten elf Pflichtspiele unter dem Vorgänger mit nur einem Sieg sprach eine deutliche Sprache und war Ausdruck der sportlichen Führungskrise.
Vieles spricht dafür, dass Kayabunar erneut jener Startelf vertraut, die beim 2:2 in Schweinfurt einen ordentlichen Saisonauftakt hinlegte. Will der Trainer sein Team vor eigenem Publikum offensiver ausrichten, könnte allerdings Loris Husic ein Kandidat für die Anfangsformation sein.
Veränderungen dürfte es zumindest auf der Ersatzbank geben: Neuzugang Moritz Seiffert, zuletzt bei Erzgebirge Aue unter Vertrag, steht vor seinem ersten Kaderplatz. Kayabunar lobt den Linksfuß: „Wir wussten, dass wir auf der linken Seite noch einen Linksfuß brauchen. Er tut der Mannschaft richtig gut. Er hat sich bestens integriert, seine Freundin wohnt in München, weshalb er sich hier besonders wohlfühlt. Wir werden noch viel Freude an ihm haben.“ Für den wieder genesenen Tunay Deniz, der in dieser Woche erstmals wieder komplett trainieren konnte, dürfte die Partie dagegen noch zu früh kommen.Das Stadion an der Grünwalder Straße ist mit 15.000 Zuschauern einmal mehr ausverkauft.
Das Giesinger Phänomen lebt also auch in der Regionalliga weiter. Angesichts der zahlreichen Rückschläge der vergangenen Jahre ist diese Begeisterung alles andere als selbstverständlich – und vielleicht das stärkste Signal dafür, dass die Hoffnung der Löwen-Fans trotz allem ungebrochen ist.







































