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·23. März 2026

Kehl-Beben beim BVB: Hintergründe & wie es weitergeht

Artikelbild:Kehl-Beben beim BVB: Hintergründe & wie es weitergeht

Über 24 Jahre war Sebastian Kehl als Spieler, Meister-Kapitän, Leiter Lizenzbereich und seit Sommer 2022 Sportdirektor Teil von Borussia Dortmund. Am Sonntag endete eine über 24 Jahre währende Ära für den 46-Jährigen. Die BVB-Bosse kamen nach einem gemeinsamen Gespräch zu dem Schluss, dass eine sofortige Trennung das Beste für alle Seiten ist. Der bis 2027 gültige Vertrag mit Kehl wurde aufgelöst.

Bleibt die Frage, wie es für Schwarzgelb und Kehl jetzt weitergeht: Wer sind die Kandidaten auf die Nachfolge? Wann soll der neue Sportdirektor kommen? Was bedeutet das Kehl-Aus für den Transfer-Sommer? Und wie könnte Kehls weiterer Weg aussehen?


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Warum kam es zur Trennung?

  • Ricken will sein Profil schärfen
  • Ricken kann jetzt auf "seinen Sportdirektor" bauen
  • Keine Aufstiegsmöglichkeiten für Kehl beim BVB
  • Kehl sah sich als Sündenbock

Im Sommer 2022 hatte Sebastian Kehl die Nachfolge von Michael Zorc als Sportdirektor angetreten. Seither wurde die Arbeit des Ex-Kapitäns kritisch beäugt. Zwar hatte Kehl einige Transfer-Volltreffer, auf der anderen Seite aber auch zahlreiche Flops zu verantworten. Das konkrete Trennungs-Szenario wurde seit der Entscheidung von Hans-Joachim Watzke akut, nicht auf Kehl, sondern auf NLZ-Chef Lars Ricken als seinen Nachfolger als Sport-Geschäftsführer zu setzen.Kehl akzeptierte das zwar zähneknirschend und verlängerte Anfang 2025 seinen Vertrag sogar nochmals um zwei Jahre. Dennoch hielten sich seitdem Abgangsgerüchte hartnäckig. Die Zusammenarbeit zwischen Kehl und Ricken schien auch nicht immer harmonisch vonstatten gegangen zu sein – um es diplomatisch zu formulieren. Es wirkte häufig so, als hätten beide sportlichen Führungsköpfe unterschiedliche Pläne für die Zukunft der Mannschaft.Am Ende war es demnach auch keine große Überraschung mehr, dass es zur Trennung kam. Lediglich der Zeitpunkt sorgte am Sonntag für den großen Paukenschlag.

Ricken bestätigte das mit seinen Worten zum Kehl-Abschied: "In einem sehr offenen Gespräch sind Sebastian Kehl, Carsten Cramer und ich zu der gemeinsamen Überzeugung gelangt, dass im Sommer der richtige Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist. Damit sich beide Seiten darauf vorbereiten können, haben wir uns einvernehmlich auf eine sofortige Beendigung von Sebastians Tätigkeit verständigt."

Kehl lieferte den Grund für die sofortige Trennung mit: "Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Klub. Trotzdem haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen – sowohl für den BVB als auch für mich."

Laut Sky hatte Kehl festgestellt, dass sich die Kritik an der sportlichen Führung zuletzt immer häufiger an ihm als Sündenbock entladen hatte. Der 46-Jährige hatte sich ganz offensichtlich auch daran gestört, dass es in Dortmund für ihn keine Aufstiegsmöglichkeit gab. Der ehemalige Mittelfeldspieler will bei seinem nächsten Job die Ricken-Rolle als sportlich Gesamtverantwortlicher.Ricken auf der anderen Seite kann sich mit der Trennungs-Entscheidung weiter von Kehl distanzieren und sein Profil als Sportchef der Borussia schärfen. Den Nachfolger kann Ricken jetzt selbst wählen: Chance und Risiko für den Sport-Geschäftsführer zugleich. Am Ende soll Ricken laut Sky auch die Gefahr gesehen haben, von Kehl "mitgespült" zu werden.

Wie ist der BVB-Zeitplan bei der Nachfolger-Suche?

  • Neuer Sportdirektor soll "zeitnah" kommen
  • BVB kann sich schon auf Sommer konzentrieren – Kehl-Aus gefährdet Transferpläne nicht

Der Zeitpunkt kommt zwar etwas überraschend, für beide Seiten aber gut gewählt. Während Kehl die Chance hat, sich nach einem neuen Job für die kommende Saison umzuschauen, kann der BVB die neue Spielzeit mit seinem Nachfolger planen. Kehl hatte sich zuletzt zwar schon intensiv mit dem bevorstehenden Kader-Umbruch beschäftigt. Laut Sky sei man aber noch mit keinem möglichen Neuzugang in konkreten Verhandlungen. Mögliche Transfers werden durch das Kehl-Aus damit nicht gefährdet.Sein Nachfolger als BVB-Sportdirektor hat nun bis Sommer noch etwas Zeit, um sich einzufinden und gemeinsam mit Ricken den strategischen Weg zu planen. Der neue Sportdirektor soll deshalb auch schon zeitnah präsentiert werden. Laut kicker zwar noch nicht "in den kommenden Tagen". Die Länderspielpause wird Ricken aber sicher nutzen, um eine Liste seiner Wunschkandidaten zu erstellen und bei diesen anzuklopfen.In den nächsten Wochen soll dann feststehen, wer Kehl-Nachfolger wird. Je früher, desto besser für den BVB.

In diesem Zusammenhang spielt es der Borussia auch in die Karten, dass die Saison praktisch schon gelaufen ist. In der Bundesliga hat man Platz zwei und damit die wichtige Champions-League-Qualifikation zementiert. Aus den Pokalwettbewerben ist man ausgeschieden.

Wer wird Kehl-Nachfolger?

  • Update: Book ist der Topfavorit - Verhandlungen konkret
  • BVB will "externen Fachmann"
  • Warum Markus Krösche kein Kandidat ist
  • Heiße Spur führt nach Elversberg
  • Ex-Hoffenheim-Manager gehandelt

Ricken will als Kehl-Nachfolger offenbar keine interne Lösung. Stattdessen soll jemand Neues von außen für andere Blickwinkel und Expertise sorgen.Spontan dürfte jeder BVB-Fan nach Markus Krösche schreien. Der Erfolgsmanager von Eintracht Frankfurt wurde schon in der Vergangenheit immer wieder mit einem Wechsel nach Dortmund in Verbindung gebracht. Allerdings dann in der Ricken-Rolle als Sportchef und nicht als Sportdirektor unter Ricken.Deshalb ist ein Krösche-Wechsel von der SGE zum BVB in dieser Konstellation auch kaum vorstellbar. Zumal Dortmund sofort einen neuen Sportdirektor möchte und Krösche die Eintracht entsprechend noch in der laufenden Saison verlassen müsste. Aus diesen zwei Gründen kann man eine Krösche-Verpflichtung beinahe sicher ausschließen.

Breaking: BVB vor Book-Verpflichtung

Heißer scheint die Spur laut Sky zu Nils-Ole Book. Der 40-Jährige ist Sportvorstand bei Zweitligist SV Elversberg, kommt aber aus dem Münsterland und hätte bereits eine engere Verbindung zum BVB. Kuriose Randnotiz: Bei LR Ahlen, wo Book einst als Spieler den Sprung zum Profi schaffte, spielte er zusammen mit den späteren BVB-Legenden Marco Reus und Kevin Großkreuz.Book hat sich bei der SVE den Ruf erarbeitet, aus wenig Mitteln extrem viel herausholen zu können. Vor allem das Scouting von Talenten sticht dabei heraus. Das prominenteste Beispiel dürfte Fisnik Asllani sein, der mittlerweile wieder für die TSG Hoffenheim stürmt und im Sommer den nächsten Karriereschritt gehen könnte. Vielleicht sogar zum BVB...

Update: Nachdem Sky berichtete, dass die Gespräche mit Book schon sehr konkret und fortgeschritten sind und nur noch finale Details zwischen allen Seiten diskutiert werden müssten, heißt es wenig später von Sky und Bild übereinstimmend: Book wird neuer BVB-Sportdirektor! Die Verkündung werde nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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Nils-Ole Book soll beim BVB Sportdirektor werden | picture alliance/GettyImages

Laut Bild würde auch Alexander Rosen gut ins gesuchte Profil passen. Der 46-Jährige arbeitete in Hoffenheim sehr erfolgreich und sei ein "Fachmann für Kaderstruktur, Nachwuchsintegration und gewinnbringende Transfers".Rosen hatte sich bei der TSG – ähnlich wie Ricken in Dortmund – vom NLZ-Leiter zum Geschäftsführer Sport hochgearbeitet. Seit seinem überraschenden Aus im Sommer 2024 hat er noch keine neue Aufgabe übernommen, der Vertrag mit der TSG wurde im März 2025 aufgelöst. Rosen wäre damit ein Kandidat, der theoretisch schnell und einfach verfügbar wäre.

Mit Kim Falkenberg, dem Direktor Profifußball von Bayer Leverkusen, kursiert noch ein dritter Name. Der 37-Jährige dürfte am Ende aber kaum in Dortmund landen.

Wie geht es für Kehl jetzt weiter?

  • Kehl bleibt Kandidat in Hamburg
  • HSV hat sich noch auf keine Wunschkandidaten endgültig festgelegt

Kehl könnte schon bald wieder in der Bundesliga unterkommen. Da sein Vertrag aufgelöst wurde, muss ein neuer Klub auch keine Ablöse an den BVB zahlen. Nach hartnäckigen Gerüchten um einen Wechsel zum VfL Wolfsburg wird aktuell vor allem über das Interesse des Hamburger SV spekuliert.Die Rothosen haben eine Headhunter-Agentur für die Suche nach dem Nachfolger von Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz engagiert. Kehl soll einer der Topkandidaten sein.

Allerdings ist im Volkspark noch gar nicht entschieden, ob man überhaupt eine externe Lösung verpflichtet. Sportdirektor Claus Costa empfiehlt sich für die interne Variante (auf die Kehl auch in Dortmund gehofft hatte). Möglich wäre aber auch, dass Kehl künftig gemeinsam mit Costa arbeitet.

Laut Hamburger Abendblatt habe sich nach dem Kehl-Beben zwar am grundsätzlichen HSV-Interesse nichts verändert. Noch stehe aber gar nicht fest, wer die Wunschkandidaten an der Elbe sind. Die für die Suche beauftragte Beraterfirma 'Pedersen & Partners' um Headhunter Henrik Mook würden dem HSV-Aufsichtsrat "in den nächsten Wochen" ihre Ergebnisse präsentieren. Dann soll die lange Kandidatenliste auf eine kurze Wunschliste gekürzt werden. Konkreter Kontakt zu einem Kandidaten bestehe daher noch nicht.

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