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·27. März 2026
Kein Abwehrchef mehr: Rüdigers neue Rolle beim DFB-Team

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Antonio Rüdiger fügte sich schon vor der öffentlichen Degradierung durch Julian Nagelsmann in seine neue Rolle. „Wenn Julian mich braucht, werde ich da sein – egal ob Startelf oder von der Bank, um das Ergebnis zu sichern“, versicherte der langjährige Abwehrchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem Bundestrainer seine Treue auf der gemeinsamen Jagd nach dem fünften Stern.
Zuvor hatte Nagelsmann dem zweimaligen Champions-League-Sieger und Klub-Weltmeister in einem Rollengespräch seine Entscheidung verkündet, die er vor dem Start ins WM-Jahr am Freitagabend (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz auch öffentlich machte: Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck sind in der Innenverteidigung gesetzt, Rüdiger ist nur noch ihr erster Ersatzmann.
„Die Innenverteidigung“, machte Nagelsmann im St. Jakob-Park deutlich, „ist sehr, sehr nah an deinem Herzstück und sollte nicht ständig verändert werden.“ Der 81-malige Nationalspieler Rüdiger (drei Tore) muss sich mit Blick auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) erst einmal hinten anstellen.
Der zuletzt häufig von Verletzungen geplagte Rüdiger „honoriere“ die Leistung von Tah und Schlotterbeck und „akzeptiere die Situation“, betonte Nagelsmann, der dem 33-Jährigen für dessen dritte WM-Teilnahme aber ein kleines Hintertürchen offen ließ. Es werde auch Spiele geben, „in denen er von Beginn an spielt“. Ungeachtet der neuen Hierarchie werde Rüdiger „eine gewichtige Rolle“ einnehmen, auch wenn „er nur reinkommt“.
Rüdiger hatte zuvor beteuert, sich auch mit einem Platz auf der Bank anfreunden zu können. „Jona und Nico spielen diese Saison sehr stark und vor allem auch sehr konstant“, erkannte er im kicker neidlos an. Und Rüdiger weiß auch, dass während eines Turniers viel passieren kann. „Während einer WM“, sagte der Abwehrspieler des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, „brauchen wir sowieso mehr als nur elf Spieler, erst recht in diesem Sommer. Die Bedingungen werden sehr fordernd sein, aber auch der Reiseaufwand und die etwas erhöhte Anzahl an Spielen.“

Foto: Getty Images
Sein Standing in der DFB-Auswahl ist unverändert hoch. Nagelsmann und Kapitän Joshua Kimmich setzten in den vergangenen Tagen zu ausschweifenden Rüdiger-Elogen an. Und der „Krieger“ nutzte geschickt die Gelegenheit, nochmals zu versichern, dass er mit seiner Motivation am Rande der Besessenheit kein Risiko ist. „Ich weiß selbst, dass ich Szenen hatte, die deutlich drüber waren“, sagte er der FAZ und betonte: „Ich will kein Unruheherd sein, sondern Stabilität und Sicherheit geben.“
Über allem steht das große Titel-Ziel. 2017 hielt er schon den Confed Cup in den Händen, doch danach? Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und 2022, bei der EURO 2021 war im Achtelfinale Schluss, bei der Heim-EM 2024 eine Runde später.
Sein Vereinstrainer Álvaro Arbeloa würde „eine Statue von Rüdiger bauen und sie in meinem Garten aufstellen“. So weit geht der Bundestrainer nicht. Doch wenn Rüdiger in seiner neuen Rolle überzeugt, stellen sie vielleicht im Sommer gemeinsam den WM-Pokal in die DFB-Vitrine.









































