Treffpunkt Betze
·7. Dezember 2025
Kein Glanz, aber ein bisschen Gloria

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·7. Dezember 2025

Vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden war klar: Nach den alarmierenden Auftritten in Braunschweig und Berlin waren die Roten Teufel zum Siegen verdammt – andernfalls hätte das Adventswochenende für alle Beteiligten ziemlich ungemütlich werden können. Zwar gelang den Pfälzern der erwartete Sieg, die Art und Weise ihres Auftritts wirft jedoch weiterhin Fragen auf. Zugegeben, Sieg ist Sieg. Betrachtet man jedoch das Spiel der Lautrer, wirkt das selbstgesteckte Ziel einer besseren Saison als im Vorjahr in optischer Hinsicht weiterhin erschreckend weit entfernt.
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Spürbar um Wiedergutmachung bemüht, starteten die Gastgeber druckvoll in die Partie und erspielten sich bereits nach wenigen Minuten eine riesige Torchance, die Naatan Skyttä jedoch leichtfertig verstolperte. Immer wieder agierten die Pfälzer mit langen und hohen Bällen in die Tiefe. Dementsprechend war es auch kein Zufall, dass einer dieser Bälle den Führungstreffer zum 1:0 nach einer knappen Viertelstunde ebnete. Gegen diesen pragmatischen Ansatz ist grundsätzlich nichts einzuwenden, gerade da die Mannschaft von Torsten Lieberknecht nach den jüngsten Ergebnissen wohl kaum vor Leichtigkeit und Spielwitz strotzen dürfte. Zudem schien die gegnerische Innenverteidigung bei hohen Bällen nicht den sichersten Eindruck zu machen.
Doch insgesamt wirkte das Spiel des FCK einmal mehr viel zu uninspiriert und ideenlos. Zu oft schlugen die Gastgeber den Ball voreilig und ohne Not nach vorne, statt ihn anzunehmen und damit Ruhe ins Spiel zu bringen. Eine FCK-Mannschaft muss keineswegs mit Tiki-Taka die Sterne vom Himmel spielen. Von einer Mannschaft, die das Ziel hat, zur Spitzengruppe der Liga zu gehören, darf man allerdings erwarten, dass sie spielerische Lösungen findet. Diese waren jedoch einmal mehr Mangelware.
Das wirft die Frage auf, wie der FCK trotz seiner erkennbaren Schwächen gewinnen konnte. Die einfache Antwort lautet: individuelle Klasse. Ein Blick auf die Treffer zeigt, dass insbesondere das 2:0 und das 3:0 das Verdienst einzelner Spieler waren. Erst fand Marlon Ritter mit einem abgezockten Abschluss irgendwie eine Lücke im Dresdner Abwehrbollwerk, dann tänzelte Naatan Skyttä in bester Messi-Manier durch die gegnerische Hintermannschaft und legte mustergültig für Haas auf. Klammert man diese wenigen überraschenden und außergewöhnlichen Aktionen aus, so stellt man fest, dass der FCK kaum gefährlich wurde.
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Dass Mannschaften auf Geniestreiche ihrer Unterschiedsspieler angewiesen sind, ist normal. Problematisch wird es jedoch, wenn das Spiel praktisch ausschließlich von ihnen abhängt. Schon mehrfach wurde in dieser Saison deutlich, was passiert, wenn Ritter oder Skyttä einen schlechten Tag erwischen oder zeitgleich ausgewechselt werden. Dann fehlt es der ohnehin schon schwerfälligen Offensive nahezu an allem.
Ein weiterer Grund für den Heimsieg war der insgesamt schwache Gegner. In den ersten 60 bis 70 Minuten war Dresden offensiv nahezu nicht existent, sodass es den Roten Teufeln leichtfiel, die Führung zu verwalten. Doch der FCK wäre nicht der FCK, wenn er einen harmlosen Gegner nicht doch wieder ins Spiel zurücklassen würde. In der 77. Minute erzielte Dynamo per Distanzschuss den Ehrentreffer. So ein Gegentor kann passieren, keine Frage. Besorgniserregend war jedoch die Reaktion der Lieberknecht-Elf darauf. Denn prompt schienen die Lautrer nervös zu sein und hatten Glück, dass kein weiterer Ball den Weg ins Netz fand.
Sepp Herberger sagte einst: „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten.” Beim FCK scheint man nur die erste Hälfte dieser Weisheit ernst zu nehmen. Kaum denkt man, die Partie sei entschieden, schalten die Roten Teufel ab, lassen in der Konzentration nach und laden den Gegner quasi ein, noch einmal zurückzukommen. Ein Muster, das sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht und endlich abgestellt werden muss. Ein anderer Gegner hätte eine solche Nachlässigkeit höchstwahrscheinlich bestraft.
Letztlich zählen die drei Punkte – egal, wie sie zustande gekommen sind. Nach den erbärmlichen Auswärtsauftritten hat der FCK zumindest ergebnistechnisch wieder in die Spur zurückgefunden und für etwas Ruhe gesorgt. Und auch wenn weiterhin viel Luft nach oben besteht, war nicht alles schlecht. Immerhin stand die FCK-Defensive über weite Strecken kompakt und ließ wenig zu. Nach der Gegentorflut der vergangenen Woche ist das eine äußerst positive Erkenntnis.









































