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·19. April 2026
Kimmich führt, Musiala zaubert & Stanišić stolpert – Die Bayern in der Einzelkritik

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·19. April 2026

Am späten Sonntagnachmittag traf der FC Bayern München am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga in der heimischen Allianzarena auf den VfB Stuttgart. Durch ein Unentschieden allein hätte der FC Bayern die Meisterschaft schon entscheiden können, stattdessen gab es ein sehr unterhaltsames Spiel, dass die Münchner am Ende mit 4:2 für sich entschieden und somit in der Bundesliga den Deckel drauf machten. Wie gut dabei die einzelnen eingesetzten Bayern-Spieler performten, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.
Jonas Urbig: Der 22-Jährige durfte erneut anstelle von Manuel Neuer auf dem Platz stehen und machte seine Sache gewohnt souverän. Zweimal rettete Urbig auf der Linie gut und ließ bei einigen wenig platzierten Fernschüssen der Stuttgarter nichts anbrennen. Bei beiden Gegentoren war der junge Torhüter machtlos. (Note: 2,5)
Josip Stanišić: Vorm Führungstreffer der Stuttgarter in der 21. Spielminute sah der Kroate nicht gut aus, als er unsortiert den Zugriff auf die Gegenspieler verlor, wodurch sich auf seiner nominellen rechten Abwehrseite Platz für Torschütze Chris Führich bot. Insgesamt war es nicht wirklich sein Tag und Stanišić wirkte ungewohnt zögerlich, wodurch er viele wichtige Zweikämpfe verlor. Nach vorne hin konnte der 26-Jährige auch nur wenig kreieren, machte dafür aber weite Wege und zeigte sich bemüht. In der 85. Spielminute machte Stanišić Platz für Deniz Ofli. (Note: 4)
Min-jae Kim: Mit der anfänglichen Intensität der Stuttgarter tat sich der Südkoreaner zunächst schwer, fand dann aber immer besser in die Partie, gewann Zweikämpfe und antizipierte gut gegen den Ball, wodurch er nicht nur gegnerische Angriffe unterband, sondern für sein eigenes Team gute Situationen einleitete. Die ganz großen Momente hatte Min-jae Kim allerdings nicht. (Note: 3)
Hiroki Ito: Auch der Japaner tat sich phasenweise gegen das Tempo und die Intensität der Stuttgarter schwer, zeigte aber durch wichtige Balleroberungen seine gute Übersicht. Vorm 4:1 der Münchner durch Harry Kane stahl sich Ito clever vom langen Pfosten weg und brachte die Kugel nach innen, woraus letztlich der Treffer resultierte. (Note: 3)
Alphonso Davies: Der Kanadier hatte an diesem Nachmittag merklich Spaß und machte über seine linke Seite ordentlich Betrieb, indem er immer wieder hinterlief und so Luis Díaz und Jamal Musiala die Räume zu Rochaden verschaffte. Gegen den Ball sah Davies meist gut aus, wirkte das eine oder andere Mal aber etwas übermotiviert. In der 37. Spielminute rückte der Linksverteidiger in den gegnerischen Strafraum ein und erzielte per abgefälschten Außenristschuss das zwischenzeitliche 3:1. Nach 61 Minuten durfte sich Alphonso Davies seinen verdienten Applaus abholen und wurde für Konrad Laimer ausgewechselt. (Note: 2)
Joshua Kimmich: Ohne Aleksandar Pavlović an seiner Seite, der ihm die Pflichten des Metronoms im Bayernspiel normalerweise etwas abnimmt, war Joshua Kimmich praktisch der alleinige Taktgeber in seinem Team, der sich meist tief fallen ließ, um sich früh die Kugel zu holen und Angriffe einzuleiten. Insgesamt war der 31-Jährige fast überall auf dem Platz zu finden und brachte insgesamt 113 Pässe an den Nebenmann, mit einer Genauigkeit von unerhörten 98 Prozent. Aber nicht nur zahlentechnisch war Kimmich stark, auch seine Standards sorgte immer wieder für Gefahr und wiederholt spielte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft linienbrechende Pässe, die die Stuttgarter enorm unter Druck setzten. (Note: 1,5)
Leon Goretzka: Während Joshua Kimmich den tiefen Spielmacher mimte, konnte sich Leon Goretzka mehrfach vorne mit einschalten und für Überzahlsituationen im gegnerischen Strafraum sorgen und sich gut frei laufen. So hatte der 31-Jährige sowohl beim 3:1 als auch beim 4:1 seine Füße mit im Spiel, ließ im eigenen Passspiel aber die gewohnte Genauigkeit etwas vermissen. Auch das, was Bundestrainer Julian Nagelsmann normalerweise an Leon Goretzka lobt – seine Kopfballstärke – konnte er an diesem Abend nicht bestätigen, da er praktisch alle Luftduelle zu zögerlich anging und verlor. (Note: 3)
Raphaël Guerreiro: Der Portugiese spielte beim wechselnden Momentum des Spiels hin zu den Bayern in der ersten Halbzeit eine wichtige Rolle, indem er den 1:1-Ausgleichstreffer in der 31. Spielminute selbst erzielte und das 2:1 durch Nicolas Jackson durch einen wichtigen Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte einleitete. Hiernach hatte der ehemalige Dortmunder noch einige gute Situationen, wo er seine technische Finesse zeigen konnte, blieb aber insgesamt eher unauffällig. (Note: 2)
Jamal Musiala: Hatte "Bambi" in den ersten Wochen nach seiner Verletzungsrückkehr zunächst noch merkliche Probleme, seine einstmaligen Qualitäten wieder auf dem Platz zu bringen, ist er inzwischen seit einige Wochen wieder richtig gut drauf und auch in diesem Spiel bewies der 23-Jährige wieder Spielfreude und seine unnachahmlich enge Ballführung, wodurch er mehrere Chancen einleitete, vor allem aber bereitete der deutsche Nationalspieler in der 31. Spielminute das 1:1 durch Raphaël Guerreiro nach einem tollen Dribbling und einer scharfen Hereingabe mustergültig vor. Zur Pause durfte Jamal Musiala dann in der Kabine bleiben und für ihn kam Harry Kane auf den Platz. (Note: 2)
Luis Díaz: Der Kolumbianer zeigte erneut, wo seine großen Stärken liegen, nämlich nicht zuletzt im frühen Anlaufen und im Pressing gegen den Ball. Darüber hinaus bewies Díaz einmal mehr Übersicht, als er zunächst das zwischenzeitliche 2:1 durch Nicolas Jackson und das 3:1 durch Alphonso Davies direkt vorbereitete. Beim Jackson-Treffer war es vor allem das intensive Pressing des ehemaligen Liverpoolers, der zum Ballgewinn der Münchner und letztlich zum Treffer führte. Zur Pause wurde der 29-Jährige dann für Michael Olise ausgewechselt. (Note: 1,5)
Nicolas Jackson: Als Kane-Ersatz in der ersten Halbzeit machte der Senegalese seine Sache gut, indem er sich zwar nicht großartig fallen ließ, um am eigenen Aufbauspiel teilzunehmen, sich dafür vorne aber clever bewegte und Räume schuf. In der 33. Spielminute stand Jackson dann goldrichtig und schob lässig zum zwischenzeitlichen 2:1 für die Bayern ein. Es war sein insgesamt 6. Pflichtspieltreffer in der laufenden Saison. Nach seinem Tor tauchte die Chelsea-Leihgabe allerdings etwas unter und war nur noch selten zu sehen. (Note: 2,5)
Michael Olise (ab Spielminute 46): Für den starken Luis Díaz gekommen brachte der Franzose seine bekannte Klasse und Spielfreude mit und leitete viele gute Aktionen der Bayern ein und hatte sogar selbst die eine oder andere Großchance, die er aber an diesem Tag nicht zu verwerten wusste. Trotzdem belebte Olise das Münchner Spiel noch einmal und war einer der auffälligsten Akteure der zweiten Halbzeit. (Note: 2,5)
Harry Kane (ab Spielminute 46): Er kam, er sah, er traf! Zur Pause wurde der Engländer eingewechselt, war dann die ersten Minuten gar nicht zu sehen, nur um dann in der 52. Spielminute nach einem abgewehrten Goretzka-Abschluss goldrichtig zu stehen und das 4:1 zu machen. Hiernach zeigte Kane zwar noch in der einen oder anderen Situation seine Spielmacherqualitäten, ließ die ganze Sache aber sehr locker angehen und war nicht mit der letzten Intensität auf dem Platz. (Note: 2,5)
Konrad Laimer (ab Spielminute 62): Für den auffälligen Alphonso Davies gekommen, konnte der Österreicher dessen Dynamik nicht wirklich ersetzen und setzte stattdessen lieber auf Sicherheit. Insgesamt war Konrad Laimer aber kaum ins Bayern-Spiel eingebunden und hatte keine großen Ausreißer, weder im positiven, noch im negativen Sinne. (Note: 3)
Bara Sapoko Ndiaye (ab Spielminute 76): Zu seinem erst dritten Profi-Spiel für Raphaël Guerreiro eingewechselt, machte der 19-Jährige ein sehr unaufgeregtes und letztlich auch unauffälliges Spiel, indem er meist auf Nummer sicher ging und keine gewagten Aktionen startete, sondern lieber den sicheren als den riskanten Ball spielte. (Note: 3)
Deniz Ofli (ab Spielminute 85): Der 19-Jährige leitete sein Bundesliga-Debüt durch eine verunglückte Klärungsaktion im eigenen Sechzehner ein, aus dem der 2:4-Anschlusstreffer der Stuttgarter durch Chema Andrés resultierte. Im Anschluss daran versuchte der junge Deutsch-Türke durch frühes Anlaufen, den Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Für eine adäquate Bewertung war Deniz Ofli allerdings zu kurz auf dem Platz, weshalb eine solche entfällt.
Foto: Leonhard Simon / Getty Images


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