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·22. September 2026
Klopp wirbt vor seinem Debüt um die DFB-Allstars

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Jürgen Klopp hat noch kein einziges Spiel als Bundestrainer absolviert, doch seine Mission beim DFB läuft längst auf Hochtouren. Vor seinem Debüt gegen die Niederlande sucht der 59-Jährige offenbar bewusst den Schulterschluss mit den früheren Nationalspielerinnen und Nationalspielern.
Im Vorwort des regelmäßigen Newsletters an die DFB-Allstars richtete sich Klopp direkt an die ehemaligen Nationalspieler und warb um ihre Unterstützung für den Neustart der Nationalmannschaft. Zu den DFB-Allstars gehören alle ehemaligen Spielerinnen und Spieler, die mindestens einmal das Auswahltrikot getragen haben.
In seinem Schreiben bedankt sich Klopp zunächst für die Verdienste der ehemaligen Nationalspieler und betont, wie stolz er darauf sei, inzwischen selbst Teil der DFB-Familie zu sein.
Dabei blickt er auch auf seine eigene Spielerkarriere zurück. Klopp schreibt, er sei als Spieler „meilenweit von einer Nominierung entfernt“ gewesen und dürfe heute als Bundestrainer selbst über Nominierungen entscheiden. Das sei für ihn ein großes Privileg, gleichzeitig könne er die Verdienste der früheren Nationalspieler gar nicht hoch genug einschätzen.
Am Ende wird der Appell noch konkreter. Klopp bittet die ehemaligen Nationalspieler darum, die Mannschaft auf ihrem Weg zur Europameisterschaft 2028 weiter zu begleiten und zu unterstützen. Seine Botschaft dabei: „Wir alle sind die Nationalmannschaft.“
Dass sich der neue Bundestrainer ausgerechnet an die DFB-Allstars wendet, kommt nicht völlig überraschend. Zum Kreis gehören zahlreiche frühere Größen des deutschen Fußballs, die bis heute eine große öffentliche Reichweite besitzen.
Lothar Matthäus, Bastian Schweinsteiger, Stefan Effenberg oder Tabea Kemme sind nur einige der ehemaligen Nationalspielerinnen und Nationalspieler, die inzwischen regelmäßig als Experten in den Medien auftreten. Ihre Einschätzungen zur Nationalmannschaft erreichen entsprechend ein großes Publikum.
Klopp versucht offenbar, diese Gruppe früh in seinen Neustart einzubinden. Ob daraus tatsächlich weniger öffentliche Kritik entsteht, lässt sich natürlich erst im weiteren Verlauf beurteilen. Die Botschaft des neuen Bundestrainers ist aber eindeutig: Die Nationalmannschaft soll nicht nur auf dem Platz, sondern auch in ihrem Umfeld wieder stärker als gemeinsame Sache wahrgenommen werden.
Einer der prominentesten Adressaten hat sich bereits positiv über Klopps Start geäußert. Lothar Matthäus schrieb in seiner Sky-Kolumne, unter Klopp werde „alles besser“. Der Rekordnationalspieler verwies dabei insbesondere auf ein aus seiner Sicht von Vertrauen geprägtes Klima.
Die Spieler müssten wissen, wo sie stehen, erklärte Matthäus. Genau das sei in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall gewesen. Auch von Klopps ungewöhnlich großem Aufgebot zeigte sich der Weltmeister von 1990 angetan. Die zahlreichen Debütanten würden seiner Einschätzung nach keine größeren Probleme haben, sich zurechtzufinden. Matthäus erwartet zudem, dass Klopp zunächst auf mehreren Positionen erfahrene Spieler einsetzen wird.
Damit liefert ausgerechnet einer der bekanntesten früheren Nationalspieler bereits die Art von öffentlicher Unterstützung, um die Klopp in seinem Schreiben gebeten hat.
Klopps erster Kader ist ohnehin ungewöhnlich groß. Für die vier Nations-League-Partien nominierte der neue Bundestrainer insgesamt 44 Spieler, aufgeteilt auf zwei Aufgebote.
Zunächst stehen die Spiele gegen die Niederlande am 24. September in Amsterdam und Griechenland am 27. September in Augsburg auf dem Programm. Für die Partien gegen Serbien am 1. Oktober in München und Griechenland am 4. Oktober in Thessaloniki stößt anschließend ein zweiter Teil des Aufgebots hinzu.
Klopp erklärte bei der Nominierung, er habe bewusst möglichst viele Spieler kennenlernen wollen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um eine A- und eine B-Mannschaft. Die beiden Kader seien vielmehr so zusammengestellt worden, dass Positionen, Charaktere sowie das Verhältnis von erfahrenen und unerfahrenen Spielern zusammenpassen.
Eine kurzfristige Änderung gibt es allerdings bereits. Brajan Gruda wird sein mögliches Debüt unter Klopp verpassen.
Der Offensivspieler von RB Leipzig zog sich beim 0:2 gegen Bayer Leverkusen eine Bauchmuskelzerrung zu. Gruda war für den zweiten von Klopps beiden Kadern vorgesehen und hätte damit erstmals zur A-Nationalmannschaft gehört. Eine Nachnominierung ist nach Angaben des DFB nicht vorgesehen.
Für den 22-Jährigen ist das besonders bitter: Gruda hat bislang 20 U21-Länderspiele absolviert und hätte nun erstmals die Chance auf einen Einsatz für die A-Nationalmannschaft bekommen.
Die große Kommunikation vor dem Debüt ist damit abgeschlossen. Klopp hat seinen ersten XXL-Kader nominiert, sich mit zahlreichen Spielern persönlich ausgetauscht und nun auch den Kontakt zu den ehemaligen Nationalspielern gesucht.
Am Donnerstag wird es dann erstmals sportlich ernst. Um 20.45 Uhr trifft Deutschland in der Johan-Cruyff-Arena auf die Niederlande. Drei Tage später wartet Griechenland in Augsburg. Danach folgen Serbien und erneut Griechenland.
Für Klopp beginnt damit eine ungewöhnliche erste Länderspielphase mit 44 nominierten Spielern, zwei Kadern und gleich vier Pflichtspielen. Sein Appell an die DFB-Allstars dürfte dabei vor allem eines zeigen: Der neue Bundestrainer will den Neustart nicht allein auf dem Rasen organisieren. Er versucht, möglichst viele Teile der deutschen Fußballfamilie hinter seiner Mannschaft zu versammeln.















