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·23. Januar 2026

Kögel lässt Leverkusen in Unterzahl jubeln

Artikelbild: Kögel lässt Leverkusen in Unterzahl jubeln

In der Google Pixel Frauen-Bundesliga rollt wieder der Ball. Im ersten Spiel des Jahres 2026 und zum Auftakt des 15. Spieltages behielt Bayer 04 Leverkusen 2:1 (0:1) beim 1. FC Union Berlin die Oberhand. Dabei trotzte das Team von Trainer Roberto Pätzold nicht nur einem Rückstand, sondern auch einer Unterzahl.

Vor 6076 Zuschauer*innen im Stadion An der Alten Försterei sah es zunächst danach aus, als könnte der 1. FC Union Berlin nur drei Tage nach dem 60-jährigen Vereinsjubiläum die volle Punktzahl einfahren. Dina Orschmann (36.) brachte die Gastgeberinnen in Führung. Obwohl sich Leverkusens Ruby Grant (68.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte einhandelte, gelang Vanessa Fudalla (78.) wenig später aber der Ausgleich. Kurz vor Schluss drehte die eingewechselte Kristin Kögel (90.+2) das Spiel für Bayer 04 sogar komplett.


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Ein besonderes Jubiläum feierte zum Restart nach der Winterpause auch Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein. Die 45 Jahre alte Apothekerin aus Bad Harzburg leitete ihr 150. Spiel in Deutschlands höchster Spielklasse. Eine Marke, die zuvor noch keine Schiedsrichterin erreicht hatte. Seit 2006 pfeift Hussein in der Google Pixel Frauen Bundesliga.

Berlin-Trainerin Poese: "Waren nicht clever genug"

"Wir haben nach dem Platzverweis nicht aufgegeben", sagte Leverkusens Siegtorschützin Kristin Kögel im Interview. "Uns war bewusst, dass wir es auch in Unterzahl schaffen können. Wir sind alle an die Grenzen gegangen und konnten das Spiel auf unsere Seite ziehen. Nach der Winterpause gut zu starten, gibt uns allen unfassbar viel Kraft und tut uns gut."

Berlins Trainerin Ailien Poese erklärte: "Wir haben es selbst aus der Hand gegeben. In der ersten Halbzeit haben wir phasenweise richtig guten Fußball gespielt. Dass wir es dann hintenraus in Überzahl aber nicht schaffen, den Sieg nach Hause zu bringen oder zumindest ein Unentschieden zu holen, müssen wir aufarbeiten. Wir waren einfach nicht clever genug."

Leverkusens Chefcoach Roberto Pätzold meinte: "Nach einer schwierigen Anfangsphase mit vielen Standardsituationen waren wir über das gesamte Spiel die bestimmende Mannschaft. Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt und geraten in Rückstand. Was die Mädels dann in Unterzahl abgeliefert haben, macht mich wirklich stolz."

Sechs Wechsel bei Bayer

Das Trainerteam des 1. FC Union musste im ersten Ligaspiel des neuen Jahres verletzungsbedingt auf die Dienste von Judith Steinert, Anna Aehling, Korina Janež, Mariann Noack, Naika Reissner und Tomke Schneider verzichten. Für Steinert sowie Marina Georgieva und Jenny Hipp rückten im Vergleich zum 2:1 vor der Winterpause beim 1. FC Nürnberg die von West Ham United verpflichtete Amber Tysiak sowie Ida Heikkinen und Tanja Pawollek neu ins Team.

Bei Bayer 04 fehlten unter anderem Vanessa Haim, die wegen einer Muskelsehnenverletzung in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung steht, sowie weiterhin Torhüterin Charlotte Voll (Schultereckgelenksprengung) und Shen Menglu (Aufbautraining nach Kreuzbandriss). Hinzu kamen noch einige kranke beziehungsweise angeschlagene Spielerinnen.

So konnten gegenüber dem letzten Spiel vor der Winterpause gegen den FC Bayern München (0:3) Torhüterin Friederike Repohl, Cornelia Kramer sowie die U 23-Nationalspielerinnen Sofie Zdebel und Loreen Bender nicht mitwirken. Claudia Wenger und Kristin Kögel saßen zunächst auf der Bank. Stattdessen spielten Torhüterin Anne Moll, die U 23-Nationalspielerinnen Selina Ostermeier und Julia Mickenhagen, Vanessa Fudalla, Ruby Grant sowie Carlotta Wamser von Beginn an.

Kopfball bringt Union in Führung

Nach dem Anpfiff übernahmen zunächst die Berlinerinnen die Initiative. Bereits nach wenigen Sekunden erspielte sich der 1. FC Union die erste Standardsituation. Nach dem Eckball von Antonia Halverkamps klärte Leverkusens U 23-Nationalspielerin Estrella Merino Gonzalez den Kopfball von Amber Tysiak noch kurz vor der Linie. Nach den ersten Vorteilen für die Gastgeberinnen kam Bayer 04 Leverkusen allmählich besser ins Spiel.

Ein Steilpass von Julia Mickenhagen auf Carlotta Wamser geriet noch etwas zu weit. Kurz darauf ging ein Schuss von Mickenhagen aus der zweiten Reihe knapp vorbei. Leverkusen blieb in dieser Phase am Drücker. Selina Ostermeier platzierte ihren Kopfball nach einer Ecke von Merino Gonzalez nicht genau genug. Nach einem Angriff über die linke Seite behielt Vanessa Fudalla die Übersicht für Ruby Grant. Der Schuss der Leverkusenerin wurde aber im letzten Moment noch von Berlins Verteidigerin Tysiak geblockt.

Nach mehr als einer halben Stunde wurde auch der 1. FC Union vor dem gegnerischen Tor wieder gefährlich. Einen weiten Freistoß von Kapitänin Lisa Heiseler erreichte Samantha Steuerwald mit dem Kopf vor Leverkusens Torhüterin Anne Moll. Der Ball ging aber an den Pfosten. Kurz darauf jubelten die Berlinerinnen dennoch. Dina Orschmann (36.) drückte einen Eckball von Heiseler aus kurzer Distanz mit dem Kopf über die Linie. Da Berlins Torhüterin Cara Bösl mit einer Glanzparade gegen Juliette Vidal zur Stelle war, blieb es zur Pause bei der Führung für die Gastgeberinnen.

Fudalla trifft und bereit vor

Trotz Führung nahm Union-Trainerin Ailien Poese einen Wechsel für den zweiten Durchgang vor. Anna Weiß wurde von Hanna Eulings ersetzt. Und Eulings war auch gleich am ersten vielversprechenden Angriff nach der Pause beteiligt. Leverkusens Lilla Turanyi klärte aber noch gegen Eileen Campbell. Wie schon in der ersten Halbzeit gehörten Bayer 04 nach einigen Minuten die größeren Spielanteile. Vanessa Fudalla setzte Katharina Piljic in Szene, die aber an Berlins Torhüterin Cara Bösl scheiterte.

Kurz darauf musste Bösl nach einem Steilpass von Fudalla auf Carlotta Wamser im letzten Moment klären. Mitten in der Drangphase mussten die Leverkusenerinnen einen Rückschlag hinnehmen. Ruby Grant (68.) handelte sich wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte ein. Trotz Unterzahl setzte Bayer die Defensive der Berlinerinnen aber weiterhin unter Druck.

Unions Einwechselspielerin Nele Bauereisen brachte Carlotta Wamser kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Den nachfolgenden Freistoß verwandelte Vanessa Fudalla (78.) zum Ausgleich. Danach erhöhten beide Teams noch mal das Tempo. Berlins Hannah Eulings bediente Eileen Campbell, die aus zentraler Position aber zu ungenau abschloss. Auf der Gegenseite schoss Wamser aus der Distanz aufs Tor. Kurz vor dem Ende landete der Ball dann aber doch im Tor. Eine flache Hereingabe von Vanessa Fudalla drückte die eingewechselte Kristin Kögel (90.+2) mit einem langen Schritt über die Linie.

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