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·1. März 2026

Kohfeldt-Ärger nach Platzverweis: DFB erklärt die Kartenvergabe

Artikelbild:Kohfeldt-Ärger nach Platzverweis: DFB erklärt die Kartenvergabe

Von einer "Frechheit" sprach SV98-Coach Florian Kohfeldt nach der 1:3-Niederlage seiner Mannschaft in Dresden. Gemeint war die Leistung des Schiedsrichters, die der Darmstädter Cheftrainer besonders an zwei Szenen festmachte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nahm Stellung.

"Deshalb war es für uns nachvollziehbar"

Aus dem Lager der Darmstädter war die Kritik an Schiedsrichter Lars Erbst nach Spielschluss groß. Besonders der Platzverweis von Patric Pfeiffer (42.) wurde mit einem vergleichbaren Foulspiel von SGD-Verteidiger Thomas Keller verglichen, dem die Rote Karte jedoch nicht gezeigt wurde. Als Leiter der Regelauslegung und Evaluation der DFB Schiri GmbH meldete sich Marco Fritz im "kicker" zu Wort. "Die Szenen muten auf den ersten Blick ähnlich an, sie sind jedoch keineswegs identisch", erklärte der Ex-Schiedsrichter.


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"Beim Foulspiel von Thomas Keller an Isac Lidberg hatte der Angreifer keine Ballkontrolle. Zudem ist nicht auszuschließen, dass der Dresdner Torwart vor Lidberg an den Ball gekommen wäre", führte Fritz weiter aus. "Beim Foulspiel von Patric Pfeiffer an Ben Bobzien hatte der Stürmer die Ballkontrolle, und auch wenn er nicht in einer ganz zentralen Position war, hätte er ohne das Foul innerhalb kürzester Zeit aus aussichtsreicher Position abschließen können. Deshalb war es für uns nachvollziehbar, dass der Schiedsrichter in diesen beiden Situationen unterschiedliche persönliche Strafen ausgesprochen hat."

"Diese Regelung gilt seit 2016"

Ob die Lilien diese Ansicht teilen, ist offen. Ohnehin sparte Kohfeldt im "Sky"-Interview nach der Partie nicht an offenen Worten. "Es ist ein Halten. Uns wird immer gesagt: Halten ist viel schlimmer als wenn die Aktion zum Ball geht", hatte der SV98-Coach in Bezug auf das Foulspiel von Keller gesagt. Auch dazu nahm Fritz nähergehend Stellung - und widersprach: "Wenn eine offensichtliche Torchance durch ein Foulspiel vereitelt wird, ist es hinsichtlich der persönlichen Strafe nur innerhalb des Strafraums relevant, ob das Vergehen im Kampf um den Ball begangen wurde oder nicht. Außerhalb des Strafraums wird eine Notbremse immer mit einer Roten Karte geahndet, selbst wenn sich der Verteidiger zum Ball orientiert hat."

Kohfeldt, der im Oktober 2017 erstmals im Profibereich an der Seitenlinie stand, würde die Regel kennen. "Diese Regelung gilt seit 2016 und wurde seitdem immer wieder auch auf den Regelschulungen bei den Klubs vor der Saison gelehrt", so Fritz. Auch das Verständnis von SGD-Cheftrainer Thomas Stamm half den Darmstädtern letzten Endes nicht über den Ärger der Regelauslegung hinweg. Für Darmstadt, das in Unterzahl drei Gegentreffer kassierte, war es die erste Niederlage nach 13 Zweitliga-Partien ohne Pleite.

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