REAL TOTAL
·4. September 2026
Kommentar: Alte Fehler? Mourinho muss aufpassen

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José Mourinho hat im vierten Pflichtspiel seine erste Niederlage kassiert – Foto: Fran Santiago/Getty Images
Da ist der perfekte Saisonstart schon dahin – und das gleich beim ersten Härtetest… Real Madrids Angstgegner Betis hat nämlich mal wieder zugeschlagen: In den letzten fünf Gastspielen bei Betis haben die Blancos nicht gewonnen. Oder war es mehr als das? Alte Fehler und Probleme? Von schwacher Effizienz vorne über generell zu lockerer Einstellung bis zu kritischen Personalentscheidungen – da war viel drin, was man schon (zu) oft gesehen und bemängelt hatte in den letzten Jahren!
Aber der Reihe nach. Die 0:1-Niederlage gegen Betis lag nicht primär an Schiedsrichter-Entscheidungen. Espí war einige Sekunden vor seinem aberkannten Treffer im Abseits, bei Mbappés Elfmeter-Ausführung hatte Bartra den Boden noch nicht berührt – strenge, aber richtige Entscheidung. Und selbst wenn man das kritisch sehen kann (so wie Gülers nicht gegebene zweite Gelbe?): daran lag’s mal wieder nicht! Drei Aluminiumtreffer könnte man auch als Pech bezeichnen, aber die Blancos agierten eben auch erst spät im „richtigen Ernst-Modus“. Der wurde schon in Halbzeit eins gegen Real Sociedad vermisst, aber in einem Heimspiel lässt sich das noch eher korrigieren, als wenn auswärts jeder gewonnene Zweikampf des Gegners immer frenetischer gefeiert wird. Und gegen all das haben sich zu wenig Madrilenen gewehrt. Selbst Dumfries und Cucurella ließen sich zu oft von Natan und Antony abkochen, Valverde schien im Bernardo-losen Mittelfeld mal wieder keine Verantwortung (in Form von riskanten Bällen) übernehmen zu wollen, Mbappé und Vinícius wollten mal wieder in Schönheit sterben. Dazu kamen rund um den Abpfiff mal wieder „Schlechte Verlierer“-Bilder … also: alte Probleme!
Jetzt will ich weder den Teufel an die Wand malen, so wie ich vorher auch nicht aufs Euphorie-Gaspedal getreten bin. Vom Chancenübergewicht her hätte Real Madrid mindestens einen Punkt verdient gehabt, aber es braucht eben noch etwas mehr, und in manchen Aspekten wollte es Betis eben mehr, hatte sich so ebenfalls etwas verdient. In Sevilla kann man patzen – das gab’s auch schon in Reals Meisterschafts-Saisons. Aber diese Patzer – sei es auswärts generell oder gegen tiefstehende Gegner – passierten in der Vergangenheit eben zu oft. Daher bleibt diese 0:1-Niederlage hoffentlich nur eine Ausnahme, eine Warnung. Und eine Lektion für Mourinho, damit der einerseits sich auch mal traut, die Top-Stars nicht immer starten zu lassen, sondern zumindest auch mal auszuwechseln, damit er eine Tiefe-Gegner-Waffe wie Carlos Espí früher bringt, oder damit er ein Mittelfeldzentrum mit mindestens einem Führungsspieler zurück bringt – aber gegen Inter wird Bernardo erneut nicht starten, sogar fehlen aufgrund einer Sperre.
Patzer gehören dazu, aber Real Madrid hatte letzte Saison schon einen Kader, der besser war als nur 27 von 38 Spieltage zu gewinnen. Gründe für das zweite titellose Jahr gab es ohnehin viele, von Abschluss-Pech über etliche Verletzungen bis zu Ego-Problemen und einem unausgeglichenen, zu jungen Kader, aber speziell Mourinho ist gefordert, das Team nicht nur bei Laune zu halten, sondern auch richtig einzustellen – so wie es in der zweiten Halbzeit gegen Real Sociedad der Fall war, oder wie man auch in der Schlussphase gegen Betis gesehen hat. Wenn sie wollen, können sie – das galt schon immer. Sie müssen aber von Minute eins an wollen, dann wäre Vinícius‘ Schuss an den Pfosten womöglich rein gegangen (auch wenn Ardas Pass etwas weit ausfiel), oder Mbappé hätte mindestens eine seiner Top-Chancen verwandelt – mit solch einer Ungenauigkeit würde man es sich selbst gegen Málaga schwer machen! Fehler passieren, aber Mourinho muss aufpassen, nicht die immer wieder durchgekauten Fehler seiner mittlerweile zahlreichen Vorgänger zu wiederholen, sodass Betis eine Ausnahme bleibt und man gegen Inter (trotz möglicherweise zehn Ausfällen) direkt wieder in die Erfolgsspur zurück findet. Nur um dann wieder gegen Rayo oder auswärts bei Elche oder gar im Derby bei Atlético zu patzen? „Los Wochos“ sind zurück, so wie altbekannte, vielschichtige Sorgen und Probleme…
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