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·1. September 2026

Kommentar: Preußen Münster muss genauso aufpassen wie F95

Artikelbild:Kommentar: Preußen Münster muss genauso aufpassen wie F95

Mit dem 1:4 bei Viktoria Köln hat Preußen Münster die erste kräftige Abreibung seit dem Abstieg in die 3. Liga erlebt. Noch ist es zu früh, alle Prozesse in Frage zu stellen. Doch gepaart mit der (bis dato ausbleibenden) Entwicklung der vergangenen Wochen sollten die Vorwarnsysteme aktiviert werden. Ein Kommentar.

Über weite Strecken alles vermissen lassen

Immerhin sprachen sowohl Spieler als auch Trainer im Anschluss Klartext, entschuldigten sich in Form von Kapitän Niko Koulis sogar für die gebotene Leistung vor ihren rund 2.000 mitgereisten Fans. Preußen Münster hatte in Köln über weite Strecken alles vermissen lassen, nur nach dem 0:1-Rückstand eine echte Reaktion gezeigt und mitten im Spiel sogar das aktive Anlaufen des Gegners eingestellt. Beim Stand von 1:3 derart passiv auf Kölner Impulse zu warten und selbst keine Mittel zu besitzen, den Ball vom eigenen Torwart bis hin zur Abschlussposition zu bringen – das war nicht drittliga-tauglich.


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In den ersten Wochen dieser Spielzeit wurde viel über die Probleme von Fortuna Düsseldorf gesprochen. Logisch, denn F95 hat das schillerndere Umfeld, die tiefere Fallhöhe, den teureren Kader und hatte allen voran den ernüchternderen Saisonauftakt. Doch Mitabsteiger Münster, vielleicht geblendet von dem Vier-Punkte-Start, muss ebenso aufpassen, vielleicht sogar noch mehr als F95: In keinem der drei Saisonspiele, weder beim 3:1-Sieg in Wiesbaden noch beim glücklichen 1:1-Remis gegen Ingolstadt, glänzte der SCP mit funktionierender Spielidee. Gegen Ingolstadt blieben defensive Nachlässigkeiten in der ersten Halbzeit unbestraft, gegen Köln nicht mehr. Nominell mag die mit Zweitliga-Erfahrung gespickte Truppe um Koulis, Rico Preißinger oder Torge Paetow oberem Niveau der 3. Liga entsprechen, funktioniert hat die Dreierkette bislang nur in einzelnen Spielphasen.

Ballverteiler im Mittelfeld fehlt

Ähnliche Problemzonen sind in den anderen Mannschaftsteilen zu verorten. Im Mittelfeld fehlt dringend ein ballsicherer Akteur zwischen den Strafräumen – es verwundert, dass mit Zidan Sertdemir genau ein solcher Spielertyp faktisch aussortiert worden ist. Im Sturm fehlt Wucht und Torgefahr, denn auch wenn Felix Higl in Köln sein erstes Saisontor erzielte: Die oft geschlagenen langen Bälle festzumachen, ist bis dato nicht seine Stärke. Viele Verletzte – darunter mit Marvin Schulz, Joshua Mees und Oscar Vilhelmsson ein prominentes Trio – zwingen Trainer Thomas Wörle dazu, auf zahlreiche Jugendspieler zu setzen. Die fügen sich zwar gut ein. Von einer harmonierenden Mannschaft auf gutem Drittliga-Niveau, das zeigte das Duell in Köln am deutlichsten, fehlt aber noch einiges.

Ein Spiel ist eine zu kleine Grundlage für düstere Zukunftsprognosen. Die Gesamtheit der ersten drei Partien, rein beurteilt nach Spielanteilen, schon eher: Preußen Münster muss dem Negativstrudel ausweichen. Ein Bonus ist das Umfeld, das nicht beim ersten Gegenwind umfällt. Aber auch diese Geduld könnte auf die Probe gestellt werden, wenn die erhoffte Reaktion gegen den TSV Havelse am Samstag ausbleibt.

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