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·29. November 2025
Kompany spricht über seine Vision für Bayern: „Kein Kompany-Fußball“

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·29. November 2025

Vincent Kompany hat den FC Bayern innerhalb von 1,5 Jahren wieder zum dominanten Bundesliga-Spitzenreiter geformt. Im Vereinsmagazin „51“ sprach der 39-Jährige nun erstaunlich offen über seine Fußball-Idee, seine Prinzipien – und darüber, warum er sich entschieden gegen die Vorstellung wehrt, dass der FC Bayern künftig „Kompany-Fußball“ spielen soll.
Schon zu Beginn des Gesprächs räumt Kompany mit einem gängigen Narrativ auf: „Ich will nicht ‚Kompany-Fußball‘ sehen – ich will Bayern München sehen.“Es ist eine Botschaft, die seine Haltung klarer kaum illustrieren könnte. Für den Trainer zählt nicht der persönliche Stempel, nicht die Idee eines stilistischen Markenzeichens, sondern ein Kollektiv, das in jeder Phase des Spiels gefährlich ist. „Selbst wenn wir tief im Strafraum verteidigen, soll der Gegner wissen: Mit drei Pässen können wir zuschlagen.“
Es sind Sätze, die viel über seine Grundidee verraten: Pragmatismus, Variabilität und ein Spiel, das auf Prinzipien statt Dogmen basiert. Laufwerte oder Ballbesitzstatistiken sind für ihn bestenfalls ein Begleitprodukt – entscheidend sei, „dass wir immer einen Plan haben“.

Foto: IMAGO/Sven Simon
Kompany präzisiert seine Vorstellung eines perfekten Bayern-Fußballs, indem er den Fokus klar auf jene Spieler legt, die den Unterschied ausmachen sollen. „Ich will, dass unsere technisch stärksten Spieler den Ball bekommen, die vier, fünf vorne in der höchsten Linie. Das sind die Jungs, die den Unterschied machen.“
Der Rest der Mannschaft habe dafür zu sorgen, dass diese Offensivkräfte in Positionen kommen, in denen sie ihre Qualität maximal entfalten können. Räume öffnen, Bälle zu ihnen bringen, Situationen kreieren – all das ist laut Kompany die Basis eines dominanten Bayern-Spiels.
Trotz seiner taktischen Tiefe ist der belgische Coach kein Theoretiker, der sich im Detail verliert. Der Kern des Spiels liege für ihn weiter in der Haltung, im Miteinander. „Am wichtigsten ist die Mentalität, dass alle füreinander laufen: Teamwork schlägt Taktik.“
Er beschreibt die Mannschaft, die er sich erträumt, als „eine Mannschaft mit der Wucht eines Hurrikans“. Ein Team, das gemeinsam arbeitet, sich gegenseitig trägt, Energie erzeugt. Wenn diese Voraussetzungen stimmen, dann gebe es „kein Limit“ für den FC Bayern.
Im Interview blickt Kompany außerdem zurück auf ein Jahr, das für ihn persönlich und beruflich ein Meilenstein gewesen ist. „Es war ein Jahr, in dem ich mich sehr wohlgefühlt habe“, erklärt er. Seine Familie habe sich in München hervorragend eingelebt, kulturell wie privat.
Auch beruflich schwärmt er von seinem Umfeld: „Ich arbeite in einem tollen Umfeld, mit Menschen, die mich fordern und mit denen ich offen sprechen kann.“
Und über seine Mannschaft sagt er einen Satz, der viel über die Stimmungslage an der Säbener Straße verrät: „Ich habe eine Mannschaft, die mich glücklich macht.“
Kompanys Worte zeigen, dass er längst verstanden hat, was den FC Bayern ausmacht: keine Ideologie, sondern Prinzipien; keine Egomanie, sondern Mannschaftsgeist; keine Starre, sondern ein klarer Plan in jeder Phase.
Sein Anspruch ist nicht, eine ästhetische Handschrift zu hinterlassen, sondern eine erfolgreiche Bayern-Mannschaft zu formen – eine, die dominiert, reagiert, Lösungen findet und sich nicht überlädt mit Symbolik.









































