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·4. April 2025
Kritik, Chaos, Konsequenzen: Wie viel Macht hat Max Eberl beim FC Bayern noch?

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·4. April 2025
Es brodelt beim FC Bayern – nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem hinter den Kulissen. Sportvorstand Max Eberl steht zunehmend im Zentrum der Kritik. In der Causa Thomas Müller zeigt sich exemplarisch, wie die Machtverhältnisse an der Säbener Straße verschoben wurden und was das für Eberls Zukunft bedeutet.
Als Max Eberl im Januar auf der Pressekonferenz betonte, dass Thomas Müller faktisch selbst über seine sportliche Zukunft entscheiden könne, schien die Verlängerung mit dem Bayern-Urgestein nur Formsache. Einige Wochen und ein Uli-Hoeneß-Zitat später ist davon nichts mehr übrig. Statt Klarheit herrscht Verwirrung. Und mittendrin: ein Sportvorstand, der zunehmend an Autorität verliert.
Denn was ursprünglich als vertrauensvolle Kommunikation zwischen Müller und Eberl begann, wurde abrupt durch Hoeneß’ öffentliche Aussagen durchkreuzt. „Der FC Bayern ist kein Basar“, sagte der Ehrenpräsident – eine klare Ohrfeige für Eberl, der öffentlich eine andere Marschroute vertreten hatte. Die Folge: Müller ist irritiert, der Klub in Erklärungsnot und Eberl steht mit dem Rücken zur Wand.
Dabei ist dies kein Einzelfall. Schon bei den Vertragsverhandlungen mit Alphonso Davies und Jamal Musiala wurde Eberl medienwirksam von CEO Jan-Christian Dreesen ausgebremst. Auch bei Joshua Kimmich musste der Sportvorstand eine zusätzliche Verhandlungsrunde einlegen – auf Anweisung des Aufsichtsrats.
Hinzu kommt das Gerücht um Mario Gomez. Der ehemalige Stürmer soll angeblich eine Rolle in der sportlichen Führung übernehmen – als zusätzliche Instanz zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und Sportdirektion. Eine Personalie, die vor allem eines signalisiert: Misstrauen gegenüber der aktuellen sportlichen Führung. Denn wer einen weiteren „Kopf“ installiert, spricht Eberl und Christoph Freund indirekt die volle Entscheidungsfähigkeit ab.
Foto: IMAGO
In dieser Gemengelage wirkt Eberls jüngste Aussage auf der Pressekonferenz wie ein Hilferuf: „Es ist keine One-Man-Show.“ Damit machte er deutlich, dass er nicht allein verantwortlich für die Entwicklungen rund um Müller sei – und erinnerte an die vielen Stimmen im Klub, die jede Entscheidung mittragen (oder verhindern). Auch seine Andeutungen, dass ihm gewisse Themen „um den Hals gehängt“ werden, zeugen davon, wie angespannt die Lage intern ist.
Für Eberl wird es nun eng. Die öffentliche Wahrnehmung ist oft mächtiger als die tatsächlichen Entscheidungsstrukturen – und genau dort liegt das Problem. Spielerberater, andere Klubs, ja sogar die eigene Mannschaft stellen sich mittlerweile die Frage: Wie viel Entscheidungsgewalt hat Max Eberl wirklich?
Denn wenn der Eindruck entsteht, dass jede Entscheidung von oben revidiert oder relativiert wird, ist der Schaden längst angerichtet. Nicht nur für den Sportvorstand – sondern für die gesamte Führungsstruktur eines Vereins, der sich in der Außendarstellung derzeit alles andere als einig präsentiert.
Klar ist: Sollte sich dieser Eindruck verfestigen, könnte Eberl am Ende nicht an seinen sportlichen Entscheidungen scheitern – sondern an einem Klub, der sich selbst im Weg steht.