REAL TOTAL
·19. Januar 2026
Kroos erinnert an eigenes Real-Versagen: „War für den Mülleimer“

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Toni Kroos spielte von 2014 bis 2024 für Real Madrid – Foto: Michaela Stache/AFP via Getty Images
MADRID. Gerade Jahre sind bei Real Madrid eigentlich immer gute Jahre. Sehr gute sogar. 2024 und 2022: Champions League und Meisterschaft. 2020: Meisterschaft. 2018, 2016 und 2014: Champions League. Und so weiter. 2026 soll sich in diese triumphale Serie einreihen, allerdings müssen dafür herausfordernde Hürden bewältigt werden, denn der Start war miserabel, einer zum Vergessen.
Niederlage im Finale der Supercopa de España gegen den FC Barcelona (2:3), Entlassung von Xabi Alonso als Trainer, Beförderung von Álvaro Arbeloa zu den Profis, dann das peinliche Ausscheiden im Achtelfinale der Copa del Rey gegen den Zweitligisten Albacete Balompié (2:3). Es war der erste Pokal-K.o. gegen einen unterklassigen Klub seit dem blamablen 1:2 gegen den CD Alcoyano im Sechzehntelfinale vom Januar 2021.
Damals unter Chefcoach Zinédine Zidane unter anderem in den Reihen der Königlichen: Toni Kroos. Der mittlerweile 36-Jährige ist seit seinem Karriereende in öffentlichen Äußerungen darum bemüht, wiederholt daran zu erinnern, dass es auch mit ihm immer mal wieder Rückschläge gab, man den Abstieg der Mannschaft nach seinem Real-Abgang daher nicht zu sehr an seiner Person festmachen solle. So auch jetzt. Kroos in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“, den er mit Bruder Felix betreibt: „Ich bin auch schon mal gegen einen Drittligisten aus dem Pokal geflogen. Jetzt ist weit weg von ‚alles gut‘, aber auch diese goldene Generation hatte ihre Täler.“
Die Folge der katastrophalen Woche: ein am Samstag im Rahmen der LaLiga-Partie gegen die UD Levante (2:0) gellendes Pfeifkonzert im Estadio Santiago Bernabéu. Grundsätzlich gegen die ganze Mannschaft, doch besonders laut wurde es primär bei Vinícius Júnior und sekundär bei Jude Bellingham. Selbst ein Thibaut Courtois, der in der laufenden Spielzeit einmal mehr grandiose Leistungen zeigt, blieb nicht verschont.
Erst die herbeigeführte Entlassung von Xabi Alonso, dann das Debakel gegen einen Zweitligisten... weiterlesen
Kroos berichtete, eine sehr namhafte Person habe ihm dieser Tage gesagt: „Ein Spieler, der in seiner Karriere im Bernabéu nicht ausgepfiffen wurde, ist kein großer Spieler.“ Er selbst habe die Verärgerung von Anhängern einst ebenso zu spüren bekommen: „2019 bei dem 1:4 gegen Ajax habe ich auch vereinzelt Pfiffe gegen mich wahrgenommen. Jetzt kann man sagen: Das ist Real Madrid, wahrscheinlich nicht die beste Seite von Real Madrid. Aber es beschreibt es trotzdem ganz gut, was es bedeutet, hier zu sein, hier zu unterschreiben. Ob es mit der Presse oder Fans ist: Da wird sich seltenst an kleineren Spielern abgearbeitet. Das sind eigentlich immer die großen Namen, die man sich herauspickt – im positiven, aber auch im negativen Fall.“
Emotionen und Unmutsäußerungen würden dazugehören, so der frühere Mittelfeldregisseur der Blancos. Aber: „Wenn du vor dem Spiel schon ausgepfiffen wirst, macht es das nicht einfacher, das zu erreichen, was der Verein und sicher alle wollen: Siege und gute Spiele herbeizuführen. Es ist dieser Kreislauf, in dem man momentan ist, der nicht gut ist, aus dem man nur mit positiven Ergebnissen, mit positiver Körpersprache, mit besseren Spielen herauskommt. Das haben wir alle durchlebt.“
Die Nerven liegen auch blank, weil die Mannschaft direkt auf den nächsten enttäuschenden Frühsommer zuzusteuern scheint. Eine in Madrid ungewohnte Gemengelage. „Die letzte Saison war irgendwie so eine Übergangssaison, es wurde kein Titel geholt und eigentlich ist das bei Real ja immer nur einmal Anlauf nehmen. Wir hatten das nach den drei Champions-League-Siegen, die Saison 2019 war ja auch für den Mülleimer. Aber danach kam es wieder, es wurde besser. Jetzt ist es die zweite Saison, wo es den Anschein hat, dass es nicht besser wird. Das gepaart mit den Ansprüchen führt natürlich zu Problemen. Wir sind dann einfach nicht bei einem Verein, der so lange Perioden akzeptiert. Das haben wir jetzt an der Trainer-Entscheidung gesehen, das sehen wir an der Reaktion der Fans, dass die Ansprüche die sind, die sie sind und die Spieler wissen, was auf sie zukommen kann. Ich bin mir aber sicher, dass sie so gut und stabil im Kopf sind, dass sie weitermachen und das Ruder herumdrehen“, so Kroos, der darauf verzichtete, seine Meinung zum Alonso-Rausschmiss zu teilen.
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