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·15. Januar 2026
Kurioser Tor-Jubel: Was hinter Lennart Karls Geste gegen Köln steckt

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·15. Januar 2026

Lennart Karl hat erneut bewiesen, warum er beim FC Bayern längst mehr ist als nur ein vielversprechendes Talent. Beim 3:1-Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln setzte der 17-Jährige mit seinem Treffer zum Endstand nicht nur sportlich den Schlusspunkt unter eine historische Hinrunde, sondern sorgte auch abseits des Tores für Gesprächsstoff. Sein Jubel nach dem Treffer war ebenso überraschend wie amüsant – und rief eine humorvolle Reaktion von Vincent Kompany hervor.
Nachdem Karl in der 84. Minute eiskalt zum 3:1 vollendet hatte, richteten sich die Kameras schnell auf den Youngster. Zunächst zeigte er mit einer beruhigenden Geste in Richtung der Fans, doch dann folgte ein Moment, der für Verwunderung sorgte. Mit einem breiten Grinsen blickte Karl zur Bayern-Bank und tippte sich demonstrativ auf das Handgelenk. Eine Geste, die Raum für Interpretationen ließ.
Meinte er seine späte Einwechslung in der 67. Minute? Wollte er andeuten, dass er nur wenig Zeit braucht, um entscheidend zu sein? Oder war es schlicht ein interner Spaß in Richtung seiner Mitspieler? Klarheit gab es zunächst keine – bis Vincent Kompany nach dem Abpfiff darauf angesprochen wurde.
Im Interview bei DAZN reagierte der Bayern-Trainer zunächst zurückhaltend. „Ich weiß nicht, ich habe es nicht gesehen“, erklärte Kompany ehrlich, bevor er selbst zu schmunzeln begann. „Er hat viele Kumpels auf der Bank. Das sind alles junge Spieler auf der Bank“, führte der Belgier aus. Eine Vorlage, die Moderatorin Laura Wontorra prompt aufgriff. Für sie lag die Deutung nahe, dass Karl mit der Geste sagen wollte, er brauche nur wenig Zeit, um Tore zu erzielen.
Kompany griff den Ball auf – und verwandelte ihn in einen lockeren Scherz. „Ich glaube, er hat vielleicht mit seinen Kumpels geredet. Das sind alles junge Burschen, die haben vielleicht noch keine Uhr und müssen noch eine kaufen, keine Ahnung“, sagte der Bayern-Coach lachend. Ein Satz, der perfekt zur entspannten Stimmung nach dem Spiel passte und zeigte, wie gelöst das Klima aktuell beim Rekordmeister ist.

Foto: Getty Images
Die Szene ist mehr als nur eine Randnotiz. Sie steht sinnbildlich für die aktuelle Atmosphäre beim FC Bayern. Unter Kompany wirkt die Mannschaft nicht nur fokussiert und dominant, sondern auch locker, selbstbewusst und geschlossen. Karl verkörpert diese neue Leichtigkeit wie kaum ein anderer. Trotz seines jungen Alters tritt er abgeklärt auf, nutzt seine Chancen konsequent und scheut sich nicht davor, Persönlichkeit zu zeigen.
Sportlich war sein Treffer in Köln der nächste Beweis seines außergewöhnlichen Talents. Als Joker kam er ins Spiel, brauchte nur wenige Minuten und machte den Deckel drauf. Es war bereits der nächste Moment, in dem Karl einem Spiel seinen Stempel aufdrückte – eine Fähigkeit, die auch Lothar Matthäus zuletzt öffentlich hervorgehoben hatte.
Bemerkenswert ist auch der Umgang des Trainers mit der Situation. Kompany hätte die Geste nüchtern abmoderieren oder gar relativieren können. Stattdessen entschied er sich für Humor und nahm dem Moment jede mögliche Schärfe. Genau das passt zu seinem Führungsstil, der Disziplin und Struktur mit Vertrauen und Menschlichkeit verbindet.
Dass solche Szenen möglich sind, zeigt, wie sehr sich junge Spieler wie Karl im Kader akzeptiert und wohlfühlen. Sie dürfen Fehler machen, sie dürfen auffallen – und sie dürfen auch einmal einen ungewöhnlichen Jubel zeigen, ohne dafür schief angesehen zu werden.
Ob Karl mit seiner Geste tatsächlich eine Botschaft senden wollte oder einfach nur Spaß hatte, wird wohl sein kleines Geheimnis bleiben. Sicher ist jedoch: Der Treffer, der Jubel und Kompanys Reaktion fügen sich nahtlos in das Bild eines FC Bayern, der sportlich wie atmosphärisch auf einem außergewöhnlich guten Weg ist.









































