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·5. August 2026
„Läuft auf Erpressung hinaus“: Jordaniens Verbandschef greift Infantino an

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Kaum ist der Investoren-Plan vom Tisch, trifft Gianni Infantino der nächste Schlag – diesmal nicht als abstrakter Widerstand ganzer Konföderationen, sondern als persönlicher, sehr konkreter Vorwurf eines ehemaligen Rivalen: Erpressung im Tausch gegen ausstehendes Preisgeld.
Für den angeschlagenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino kommt in der laufenden Krise um seine inzwischen fallengelassenen WM-Investorenpläne nun ein weiterer, persönlicher Vorwurf hinzu. Prinz Ali bin al-Hussein, Chef des jordanischen Fußballverbands, wirft der FIFA-Führung öffentlich vor, seinen Nationalspielern über Monate fällige Gelder vorzuenthalten – und sieht darin eine Form von Erpressung im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im März 2027.
Auf der Plattform X schilderte al-Hussein, ihm sei während der WM mündlich zu verstehen gegeben worden, eine Unterstützung Infantinos bei der kommenden Wahl würde dem jordanischen Verband sehr helfen. Er stellte unmissverständlich klar, weder in der Vergangenheit noch jetzt hinter Infantino zu stehen, und bezeichnete die gesamte Situation als eine Art Erpressung, der man sich verweigere. Die Nachrichtenagentur dpa hatte den Weltverband um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten.
Der Auftritt kommt nicht von irgendwem: Prinz al-Hussein war 2016 selbst gegen Infantino um die FIFA-Präsidentschaft angetreten und unterlag ihm, nachdem er bereits ein Jahr zuvor gegen den damaligen Amtsinhaber Sepp Blatter verloren hatte. Zwischen 2011 und 2015 saß er zudem als Vizepräsident im einflussreichen Exekutivkomitee der FIFA – er kennt die internen Mechanismen des Verbands also aus erster Hand.
Kern der Anschuldigung ist ausstehendes Preisgeld für die jordanische Nationalmannschaft, die im Dezember 2025 beim FIFA Arab Cup in Katar den zweiten Platz belegte. Medienberichten zufolge stehen dem Verband dafür rund 4,2 Millionen Dollar zu – umgerechnet gut 3,6 Millionen Euro –, die bis heute nicht ausgezahlt wurden. Besonders scharf formulierte al-Hussein den Kontrast zur finanziellen Lage des Weltverbands: Während sein Team auf sein Geld warte, brüste sich die FIFA gleichzeitig mit ihren Milliardenreserven.
Die Erpressungsvorwürfe reihen sich in eine Serie von Rückschlägen ein, die Infantino in den vergangenen Tagen erlebt hat. Erst hatte der Präsident seine Pläne aufgegeben, Anteile an den kommenden Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, nachdem die europäische UEFA einen Komplett-Boykott aller FIFA-Wettbewerbe angedroht hatte. Die Kritik an seiner Amtsführung ist seither nicht abgeklungen – in Fachkreisen wird inzwischen offen diskutiert, ob für den Schweizer an der Spitze des Weltverbands das Ende naht.
Ob die Vorwürfe des jordanischen Verbandschefs weitere Untersuchungen nach sich ziehen oder ob sich der Weltverband öffentlich dazu äußert, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen. Klar ist: Mit einem ehemaligen zweifachen Präsidentschaftskandidaten und Ex-Vizepräsidenten hat sich nun eine Stimme mit erheblichem internem Insiderwissen zu Wort gemeldet – zu einem Zeitpunkt, an dem Infantino ohnehin um jede Stimme für seine vierte Amtszeit kämpfen muss.
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