MillernTon
·19. Januar 2026
Lage am Millerntor – 19. Januar 2026

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·19. Januar 2026

Der FC St. Pauli erleidet in Dortmund eine bittere Niederlage, die Polizei rückt in Berlin den Fußball in den Hintergrund und der Senegal – ach, schaut selbst. Die Lage am Montag.
Doof.Wie schon bei Bayern verliert der FC St. Pauli ein Auswärtsspiel bei einem der absoluten Topclubs der Liga sehr spät. Im Gegensatz zum Spiel in München wäre der Punktgewinn auch vom Spielverlauf her durchaus gerecht gewesen.So aber blieb die Leere nach einem Tiefschlag in der Nachspielzeit. Und die Gewissheit, dass der Fußballgott ja eigentlich meist doch irgendwie gerecht ist, und uns daher am Freitag im Derby ausreichend belohnen wird.
Zum Spiel findet Ihr hier den Spielbericht von Tim („Football, bloody hell“) und ich gehe im weiteren Verlauf dann noch auf die Schiedsrichter-Entscheidungen ein, die uns an diesem Tag wahrlich nicht wohlgesonnen waren, ohne dabei krasse Fehler anführen zu können. Im Gegenteil, Harm Osmers hatte ja sogar zweimal zu unseren Gunsten entschieden. Er wurde dann aber vom VAR (wohl in beiden Fällen zu Recht, siehe weiter unten) überstimmt.
Borussia Dortmund vs. FC St. Pauli 3:2 – Football, Bloody Hell
Außerdem haben wir zum neuen Jahr Nachwuchs in der Redaktion bekommen und freuen uns sehr, dank Eurer Unterstützung auch Nike hier ab sofort in Lohn und Brot zu haben. Ihren ersten veröffentlichten Artikel widmet sie den Stimmen und Statistiken aus Dortmund:
„Fußballgott ist gerade nicht braun-weiß“ – Stimmen & Statistiken zu BVB vs. FCSP
Um das Paket zum Spiel unsererseits dann auch fertig zu schnüren und abzuschicken, hier das „Nach dem Spiel“-Gespräch, das Casche wieder mit Philippa Gerstl führte, unter anderem natürlich auch über den VAR und Frust.
Die erste strittige Szene ereignete sich in der 16. Minute, als Schlotterbeck Pyrka auf dem rechten Flügel resolut abräumte. Leicht von hinten reinfliegend, klarer Treffer, Gelbe Karte. Kann man so entscheiden, der VAR griff nicht ein.
Es gibt aber durchaus Stimmen, die sich hier eine Rote Karte wünschen. Trefferbild und Intensität geben dies auch her. Allerdings fehlen für eine „klare Fehlentscheidung“ dann vielleicht doch noch ein paar Zentimeter an Höhe und ein etwas deutlicher durchgestrecktes Bein. Wenn es da aber Rot gegeben hätte, wäre dies wohl auch durch den VAR-Check gegangen, denke ich.
Der Freistoß direkt im Anschluss führte dann zum Handelfmeter, zumindest im Stadion dürften viele „Ausgleichende Gerechtigkeit, gleiche Szene wie gegen uns in Wolfsburg!“ gedacht haben.Aber machen wir es kurz: Klar angelegter Arm, dieser vor dem Körper, keine Vergrößerung der Körperfläche. Es war richtig, diesen Pfiff zu korrigieren.
Und damit zum vielleicht einzigen (in der Tragweite: kleineren) Fehler, den Harm Osmers machte und der nicht korrigiert wurde. Der Pfiff erfolgte erst mit einer Verzögerung, der Ball befand sich da bereits wieder deutlich außerhalb des Strafraums bei Eric Smith. Wenn dieser Pfiff sich später als falsch herausstellt, so ist die korrekte Spielfortsetzung Schiedsrichterball. Bei einer falschen Strafstoßentscheidung erfolgt der Schiedsrichterball in aller Regel im Strafraum, dort auch bereits seit einiger Zeit nur noch mit dem Torwart. Unabhängig davon, welches Team zum Zeitpunkt des Pfiffes in Ballbesitz war. Wohlgemerkt in der Annahme, dass der Ball sich hier beim Pfiff ja meist noch im Strafraum befand. Dies vollzog auch Osmers so.
Da der Ball beim Pfiff aber außerhalb war, hätte dann auch der Schiedsrichterball außerhalb stattfinden müssen. Dann eben mit dem Team im Ballbesitz, also dem FC St. Pauli. Ein klassischer Wahrnehmungsfehler, der in der Hektik eines Elfmeterpfiffs wohl nachvollziehbar ist und am ehesten von den Assistenten (inklusive 4. Offiziellem) hätte gerettet werden können. Die Tragweite dieser Fehlentscheidung ist aber überschaubar, ein Schiedsrichterball am Strafraumeck ist kein Freistoß, wahrscheinlich wäre der dann eh in Ruhe hintenrum gespielt worden. Ärgerlicher ist eher, dass die bis dahin noch vorhandene Angriffsituation durch den Pfiff „zerstört“ wurde.
Gleichzeitig ist diese Szene aber umgekehrt auch ein gutes Beispiel dafür, warum die Assistenten bei knappen Abseitsentscheidungen (sofern es einen VAR gibt) immer erst verzögert die Fahne heben, wenn die Szene abgeschlossen ist. Denn so eine Angriffssituation lässt sich halt leider nicht mehr herstellen, wenn man feststellt, dass der Pfiff falsch war. Trotzdem ist es richtig, dass Osmers (so er denn denkt, dass es ein Handspiel war) die Entscheidung sofort trifft und nicht erst noch den weiterhin laufenden Angriff abwartet.
Und natürlich: Im Sinne des Fair-Play wäre es Gregor Kobel keinesfalls verboten gewesen, den Ball dann zumindest zum FCSP zurückzuspielen.Das ist alles in allem unglücklich für den FCSP gelaufen. Wie so vieles, an diesem Tag.
Und damit in die 93. Minute. Ricky-Jade Jones räumt am Strafraumeck Maximilian Beier ab und ich sage im Stadion noch laut: „Mannomann, Stürmer im eigenen Strafraum… zum Glück nur Freistoß!“.Tja, blöd nur, dass auch hier der VAR eingriff und das Foul in den Strafraum verlegte, zu dem die Linie bekanntlich dazugehört. Es gibt eine Kameraeinstellung beim FCSP-TV, die bei mir bei 49m31s (2. Hälfte in voller Länge) ganz gut aufzeigt, warum der VAR so entschieden hat. Es ist die Kameraperspektive exakt auf Höhe der Strafraumlinie. Da es sich zudem um eine „faktische“ Entscheidung handelte, musste sich Osmers diese auch nicht selbst anschauen.So bitter der Strafstoß also auch war, so korrekt war der VAR-Eingriff, leider.
Weil ich es schon bei Wolfsburg vergessen habe, diesmal besonders prominent.Denkt an das Ausfüllen des Fan-Feedbacks für die Braun-Weisse Hilfe.
Werder Bremen und Eintracht Frankfurt eröffneten den Spieltag am Freitag. Eine sehenswerte „Hypnotized by the lights“-Choreo der Heimkurve war kaum richtig weggepackt, da führten die Gäste schon. Nach nur 58 Sekunden lag der Ball erstmals im Tor. Werder glich aus (29.), geriet erneut in Rückstand (56.) und drehte dann per Doppelschlag (78. & 80.) die Partie. Die drei Punkte wären in Bremen geblieben, doch Frankfurt kam in der Minute 90+4 noch zu einem Tor, welches der Assistent zunächst aberkannte, weil er den Ball zuvor im Toraus gewähnt hatte. Doch der VAR klärte auf, das Tor zählte – 3:3 (1:1), Ende. // Sportschau-Highlights
Dieses Ergebnis führte im Verlauf des Wochenendes aber dann dazu, dass die Eintracht sich von Cheftrainer Dino Toppmöller trennte. Interimistisch wird das Team jetzt unter anderem vom bisherigen U19-Coach Alex Meier (Neues von den Alten) trainiert.
Wie so oft in den letzten Wochen sah es zur Halbzeit nochmal deutlich schlechter aus. Doch während Heidenheim in Wolfsburg zumindest noch den Ausgleich kassierte, verspielte Mainz in Köln die Führung komplett.So ist es jetzt ein Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz, vier Punkte auf Platz 15 – und man hat (vielleicht etwas trügerisch aufgrund des Gegners) noch das Nachholspiel gegen Leipzig in der Hinterhand.
Wer schon mal eine Internetseite mit Fußballbezug hatte, weiß: Die einfachste Art, Geld zu verdienen, ist die Zusammenarbeit mit Sportwettenanbietern. Machen wir nicht und das ist auch gut so. Auch der FCSP verzichtet auf Sportwettenwerbung.Das Thema Spielsucht und insbesondere der Bereich der Online-Sportwetten ist aber natürlich trotzdem wichtig, die Weiß-Braunen Kaffeetrinker*innen haben dafür Thomas Melchior gewinnen können. Melchior hat ein Buch über seine Spielsucht geschrieben und betreibt heute als „Sportwettensheriff“ auf Social Media Aufklärungsarbeit. Bekannt wurde er durch Aktionen vor Fankurven in Trikots der jeweiligen Erzirvalen, wo er von seiner persönlichen Geschichte berichtete.
Der Vortrag findet am 11. März (Mittwoch, 18.00h) in den Fanräumen statt, um Anmeldung mit Angabe der Personenzahl bis zum 15. Februar wird gebeten: wbk@mailbox.org.Die Veranstaltung wird unterstützt von KIEZHELDEN.
Laut kicker befindet sich die DFB-Arbeitsgruppe der Regionalligen auf einem guten Weg, den finalen Lösungsvorschlag für die entscheidenden Gremien vorzulegen. Bei einem Treffen am Donnerstag erhielt eine zwischendurch ebenfalls ins Spiel gebrachte zweigleisige Lösung wenig Zustimmung, die viergleisige Lösung dürfte es am Ende wohl werden. Dabei werden auch die Folgen für die darunter liegenden Oberligen mit einbezogen.
Das Spitzenspiel der 2. Liga am Samstagabend geriet sportlich zur Nebensache, die Partie endete 0:0. Thema war hingegen der Polizeieinsatz vor dem Spiel, der sich gegen die Heimfans richtete. Laut der Herthaner Fanhilfe kam es zu „massiver Gewalt gegen wartende Fans am Eingang zur Ostkurve“, mindestens 30 Fans mussten ihre Verletzungen von Sanitäter*innen behandeln lassen, zudem seien weitere Fans schwer verletzt worden und mussten in die Notaufnahme gebracht werden. Beide Fanszenen verzichteten auf Support. Die Herthaner zogen zunächst eine Choreo zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Kay Bernstein noch durch, hinterließen dann aber einen großen Bereich der Kurve leer und formten dort mit den Materialien der Choreo die Buchstaben ACAB, was in Kneipen bekanntlich die Bestellung von acht Cola und acht Bier auslöst.
„Dieser heutige Angriff vor der Ostkurve ist der traurige Höhepunkt einer Eskalations- und Provokationsspirale der Polizei im Olympiastadion, die seit etwa einem halben Jahr durchgedrückt wird.“ Fanhilfe Hertha BSC
Als Beispiel für jene „Eskalations- und Provokationsspirale“ dienen wohl auch die Hausdurchsuchungen bei Hertha-Fans, die am 14. Januar durchgeführt wurden. Die Fanhilfe hatte letzte Woche darüber berichtet und diese als „eklatant rechtswidrig und menschenunwürdig“ bezeichnet. Ein Schelm, wer den Polizeieinsatz am Samstag nun damit in Zusammenhang bringt…Immerhin: Die Zeiten, als Pressemitteilungen der Polizei unkommentiert die einzige Berichterstattung solcher Vorfälle waren, sind vorbei. // taz.de (1) // taz.de (2) // Tagesspiegel // 11Freunde
Du meine Güte.Wer gestern Abend das Schauspiel nicht eh in voller Länge (zumindest ab Minute 90+2) gesehen hat, sollte sich die Highlights anschauen. Bei engem Zeitplan könnt Ihr auch bis 5m05s vorspulen: // YouTubeWer auch dafür keine Zeit hat, findet gleich nach dem Video die Kurzform in Spiegelstrichen.
Stockport County gegen Rotherham United, Englands dritte Liga.Ein Gesamtkunstwerk.(Ja, die ersten drei Treffer sind allesamt Eigentore.) // YouTube
Forza St. Pauli!// Maik
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