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·1. Juli 2026
Last-Minute-Elfmeter: Tielemans krönt Belgiens Aufholjagd!

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Am Mittwochabend legte Belgien im neunten Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft ein spektakuläres Comeback hin und gewann nach Verlängerung.
Beide Mannschaften kamen aus komplizierten Gruppenphasen. Sie erlangten jeweils nur einen Sieg. Belgien genügte das 5:1 über Neuseeland am finalen Gruppenspieltag sogar zu Rang eins, da es sich zuvor nach mäßigen Darbietungen ausgeglichen von Ägypten und dem Iran trennte. Senegal gewann zuletzt sogar noch höher. Das 5:0 nach langer Überzahl über den Irak brachte den Sprung in die K.o-Runde. Übrigens als einzige Nation, die nur drei Punkte einsammelte.
Im sonnigen Seattle entwickelte sich von Beginn an eine Begegnung, in der alle Beteiligten den Weg nach vorne suchten. Den ersten Hochkaräter besaßen die Westafrikaner, woran Torhüter Thibaut Courtois erheblichen Anteil besaß, indem er eine Flanke von Ismail Jakobs in Richtung Ismail Sarr lenkte, von dessen Körper der Ball an den Pfosten trudelte, den Abpraller bekam er im Liegen nicht mehr über die Linie gedrückt (13.).
In der 24. Minute stand dem Senegal bei einem durch eine gefühlvolle Flanke von Sadio Mane entstandenen Sarr-Kopfball erneut der Pfosten im Weg. Diesmal fiel der Ball vor die Füße von Habib Diarra, der aus kurzer Distanz mühelos zum 0:1 vollendete. Die belgische Reaktion fiel verhalten aus. Das Team von Rudy Garcia brachte das Gehäuse von Bory Diaw, der den verletzungsbedingt fehlenden Edouard Mendy ersetzte, kaum in Gefahr.
Erst zum Ende des ersten Abschnitts rückte er in den Vordergrund. Der abgefälschte Versuch von Jeremy Doku war noch leichte Beute, beim Distanzschuss von Maxim de Cuyper zeichnete sich Diaw erstmals aus. Insgesamt agierten die Roten Teufel zunehmend druckvoller, verabschiedeten sich jedoch mit einem Rückstand in die Pause.
Den wesentlich besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischte Senegal. Der von Mané bediente Diarra vergab aus vielversprechender Position noch eine große Chance auf den zweiten Treffer. Nur wenige Sekunden später erreichte ein wunderbarer langer Ball von Moussa Niakhaté den in die Tiefe startenden Sarr, der den Ball elegant mit der Brust mitnahm und aus der Luft zum 0:2 im rechten Winkel unterbrachte (51.).
Garcia reagierte etwas eigenwillig, nahm mit Doku und Kevin De Bruyne seine – nicht wirklich wirkungsvoll agierenden – größten Namen vom Feld. Besserung trat zunächst allerdings nicht ein. Stattdessen lieferten sich Youri Tielemans, der nach einer Stunde aus spitzem Winkel das Außennetz traf, und Leandro Trossard mit Beginn der obligatorischen Trinkpause sogar noch ein intensiveres verbales Scharmützel.

Foto: Getty Images
Die Löwen der Teranga verwalteten den Vorsprung auch in der Folge recht sicher. Brenzlig wurde es erst wieder in der 78. Minute, als ein Schlenzer des eingewechselten Didi Lukebakio nur knapp das linke obere Eck verfehlte. Darüber hinaus vergab Timothy Castagne per Kopf (83.). Auf der Gegenseite verpasste Mané gegen den gut reagierenden Courtois die Entscheidung. Eine Szene, die noch schwerwiegende Folgen besaß: Denn knappe 60 Sekunden darauf beförderte der zuvor fast unsichtbare Romelu Lukaku eine flache Hereingabe von Thomas Meunier zum Anschlusstreffer über die Linie.
Belgien witterte seine Chance und kam in der 89. Minute tatsächlich zum kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich. Der zuvor so souveräne Diaw segelte an einer Trossard-Flanke vorbei und Tielemans köpfte ins verwaiste Tor ein – 2:2. Somit ging es in die Verlängerung.
Hier stellte Belgien die etwas agilere Mannschaft, kreierte aber keine nennenswerten Torszenen. Dies gelang dafür dem Senegal in der 109. Minute durch dem beim FC Bayern aktiven Bara Sapoko Ndiaye, dessen Zuspiel Ibrahim Mbaye aus rund neun Metern den Ball knapp neben das Tor setzte. Acht Zeigerumdrehungen später kamen auch die Roten Teufel dem Siegtreffer ganz nahe, als Lukebakio das Spielgerät aus ähnlicher Position recht unbedrängt an den Querbalken hämmerte.
Im Vorlauf dieser Gelegenheit wurde Tielemans beim Schussversuch von Lamine Camara deutlich am Fuß erwischt. Nach Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Said Martínez auf Strafstoß. Bis zur Ausführung vergingen einige Minuten, ehe Tielemans eindrucksvoll zum 3:2-Siegtreffer in den rechten Torwinkel verwandelte.
Belgien: Courtois,-Castagne, Mechele, Theate, de Cuyper (79. Meunier),-Vanaken (63. Moreira), Tielemans,-Trossard (109. Onana), De Bruyne (56. Raskin), Doku (56. Lukebakio),-de Ketelaere (46. Lukaku)
Senegal: Diaw,-Diatta, Ciss, Niakhaté, Jakobs (93. Diouf),-Diarra (73. P. Sarr), I. Gueye (95. Sapoko Ndiaye), P. Gueye (66. Camara),-I. Ndiaye (73. Mbaye), I. Sarr, Mané (93. Jackson)
Tore: 0:1 Diarra (24.), 0:2 Sarr (51.), 1:2 Lukaku (86.), 2:2 Tielemans (89.), 3:2 Tielemans (Foulelfmeter, 120+5.)
Foto: Getty Images
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