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·20. September 2026

„Laufende Litfaßsäule“: Star-Journalist keilt gegen Jürgen Klopp zurück

Artikelbild:„Laufende Litfaßsäule“: Star-Journalist keilt gegen Jürgen Klopp zurück

Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Bundestrainer Jürgen Klopp betrieb zuletzt Journalisten-Bashing. Nun keilt ein Betroffener zurück und verrät Details. Klopp soll beim DFB dafür keinen Rückhalt bekommen haben.


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Bundestrainer Jürgen Klopp hielt unter der Woche eine viel beachtete Pressekonferenz ab, für die er zahlreiche gute Kritiken erhielt. Allerdings ließ er sich auch zu einer Attacke auf Journalisten hinreißen. Er beschwerte sich über die zahlreichen Vorabmeldungen, wer für die Nationalmannschaft nominiert wird, und betrieb dabei übelstes Journalisten-Bashing, wie bereits berichtet.

„Das ist einfach nur ein bisschen arm“

Hängen blieb vor allem dieser Ausspruch von Klopp: „Das ist einfach nur ein bisschen arm, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, dass du Dinge früher raushaust, als man sie eigentlich wissen müsste.“

Sky-Journalist Patrick Berger war nun am Sonntag im „Doppelpass“ von Sport1 zu Gast und verriet spannende interne Abläufe zu der Aussage von Klopp. Außerdem keilte er gegen den Bundestrainer auch öffentlich zurück.

„Ich weiß nicht, ob ich jetzt arm bin, weil ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene, aber nein, natürlich fühle ich mich da auch angesprochen, weil ich genauso dazu beigetragen habe, dass Namen vorab veröffentlicht wurden“, sagte der Transfernews-Spezialist. Berger betonte, dass dies schon immer eine der Aufgaben von Journalisten gewesen sei.

Redaktion machte Sondersitzung zu Klopp-Aussagen

Allerdings habe man auch bei Sky intern über das Thema gesprochen, „ob man das weitermacht oder nicht weitermacht“. Auch Transfernewsexperte Florian Plettenberg sei dabei gewesen, der öffentlich „mindestens mal genauso viel abbekommen hat die letzten Tage“. Damit spielte Berger auf die Shitstorms auf Social Media an, die durch Klopps Aussage indirekt ausgelöst wurden. Vor allem Plettenberg und Berger wurden dabei beleidigt und angegriffen.

„Es ist schon immer Aufgabe des Journalismus, Dinge mit aufzudecken“, so Berger, der ausführte: „Wir führen Gespräche, auch im Vorfeld, um auch zu erfahren, wie nominiert Klopp, wie ist er in den Gesprächen, wie ruft er an, macht er es vielleicht anders als sein Vorgänger Julian Nagelsmann, der oft eine kurze WhatsApp-Memo verschickt hat, nimmt er sich wirklich Zeit? Und im Zuge der Recherchen kommen wir auf das Ergebnis.“

„Klopp hat vieles richtig gemacht“

Berger lobte zwischenzeitlich den Auftritt von Klopp am Donnerstag beim DFB in Frankfurt: „Ich finde, es war insgesamt eine tolle Pressekonferenz. Er hat vieles richtig gemacht, um nicht fast zu sagen, alles richtig gemacht.“ Dann wurde Berger allerdings deutlich: „Aber über diesen Satz bin nicht nur ich gestolpert, sondern natürlich auch die Kollegen der Bild-Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, des Spiegels, des kicker.“

So verriet Berger: „Es gab nach der PK noch einmal Kontakt. Wir haben dann das Gespräch gesucht, auch mit dem DFB, auch mit Marc Kosicke, der ja der Berater von Jürgen Klopp ist. Es waren alle schon der Meinung, dass Klopp sich da im Ton vergriffen hat, dass das nicht in Ordnung ist.“

„Schafft Distanz“

Dann leitete Berger zum Gegenschlag über: „Es schafft auch eine enorme Distanz. Ich habe es auch ein bisschen als herablassend empfunden von jemandem, der fordert, ‚wir sitzen alle in einem Boot, wir brauchen euch‘ – und dann im nächstbesten Satz ungefragt auf diese Leaks, die ihn ja scheinbar nicht gestört haben, aber dann ja irgendwie doch gestört haben, zu kommen. Und das von jemandem, der sein Geld in dieser Branche verdient, der eine laufende Litfaßsäule in Sachen Werbung ist. Dann jemandem Armseligkeit zu unterstellen, weil er damit den Lebensunterhalt verdient? Das fand ich im Ton etwas daneben.“

Im Anschluss erhielt Berger Applaus vom Publikum.

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