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·19. März 2026
Linda Dallmann verlängert bei den FC Bayern Frauen: Ein verdienter Meilenstein

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·19. März 2026

Die Zeit von Linda Dallmann schien beim FC Bayern abzulaufen. Nun hat sie um ein weiteres Jahr verlängert.
Im vergangenen Sommer schien Linda Dallmann auf dem Sprung zu sein. Ein neues Abenteuer rief. Wie viel an den jeweiligen Gerüchten konkret dran war, lässt sich kaum seriös beurteilen. Manches Thema soll heißer gekocht worden sein, als es letztlich war.
Und doch war offensichtlich, dass es zwischen dem FC Bayern München und Dallmann nicht mehr so perfekt passte. Ihre Einsatzzeit war überschaubar. Doch das Blatt hat sich gewendet. Schon jetzt kommt sie ungefähr auf so viele Minuten wie in der gesamten letzten Saison.
Jüngst deutete sie in Interviews mehrfach an, dass es Gespräche mit den Verantwortlichen gebe und dass sich ihre Rolle unter José Barcala wieder ins Positive gedreht habe. Nun also die Verlängerung bis 2027.
„Linda ist seit 2019 bei uns und hat den Weg der vergangenen Jahre entscheidend mitgeprägt, ihre Bindung zum Club ist bekanntermaßen seit Kindheitstagen sehr groß“, wird Bianca Rech in der Pressemitteilung zitiert: „Umso mehr freuen wir uns, dass sie auch in Zukunft das Trikot des FC Bayern tragen wird.“
Tatsächlich ist der Balanceakt zwischen sportlicher Weiterentwicklung und Identifikation etwas, was die Direktorin der Frauen-Abteilung beim FCB immer im Blick haben muss. Mit Lea Schüller verlor man im Winter ein Stück Identifikation zu Gunsten einer Möglichkeit, sich sportlich passender aufzustellen.
Die Mittelstürmerin fremdelte spürbar mit den taktischen Vorgaben von Alexander Straus und jetzt auch von Barcala. Bei Dallmann ist der Fall aber anders gelagert. Die 31-Jährige ist technisch eine der stärkeren Spielerinnen im Kader und ist vor allem dann gut, wenn sie im Mittelfeld Drucksituationen auflösen kann.
Ihre Wendigkeit und ihre enge Ballführung zeichnen sie aus. Dallmann kann kombinieren, sie kann mit kurzen Dribblings für Dynamik sorgen und sie hat ein gutes Gespür für die richtigen Räume. Damit ist sie eine Spielerin, die im Positionsspiel von Barcala ihre Stärken gut einbringen kann.
Die große Frage war in den letzten zwei Jahren nur, ob sie weiterhin eine Spielerin für die Kaderspitze sein sollte. Denn neben ihren Qualitäten steht auch ein relativ geringer Output. Mit sieben Toren und sechs Vorlagen hat sie sich in dieser Saison im Vergleich zu den beiden Vorjahren wieder gesteigert. Trotzdem sind die Protagonistinnen des Teams andere.
Was grundsätzlich kein Problem sein muss. Denn Dallmann profitiert sehr davon, dass der Fokus der Verteidigerinnen eher auf Klara Bühl oder Pernille Harder liegt. Und andersherum profitieren diese Spielerinnen davon, wenn Dallmann sie mit klugen Pässen in Szene setzt.
Mit 2,31 Deep Completions hat sie laut Wyscout die zweitmeisten im Bayern-Kader in allen Wettbewerben. Deep Completions sind erfolgreiche Pässe in die Gefahrenzone mit einem Radius von 20 Metern vorm gegnerischen Tor.
All das macht die Verlängerung fast schon alternativlos. Viele Spielerinnen gäbe es nicht auf dem Markt, die ihr Erfahrungslevel und ihre Leistungsfähigkeit vereinen – und für einen Preis zu haben wären, der ins Budget passt. Zu groß sind weitere Baustellen des Kaders wie das zentrale Mittelfeld, die eine oder andere Abwehrposition oder die offensive Außenbahn.
Und genau hier könnte es in Zukunft einen weiteren Knackpunkt geben. Barcala setzt deutlich stärker auf ein schnelles Flügelspiel als Straus zuvor. Dass mit Klara Bühl nur eine echte Flügelstürmerin im Kader steht, wird ihm nicht gefallen. Dafür hat er mit Momoko Tanikawa, Alara, Barbara Dunst, Harder und Dallmann aber fünf Spielerinnen, die zentrale Spielmacherinnenrollen übernehmen können.
Auch Arianna Caruso kann dort spielen, ist aber in der Regel etwas tiefer zu Hause. So wie Jovana Damnjanović als weitere Option lieber etwas offensiver spielt. Das Überangebot ist dennoch deutlich. Es hätte also rein aus dieser Perspektive heraus auch Argumente dafür gegeben, sich neu aufzustellen und ohne Dallmann die Kaderpositionen etwas mehr in Richtung Flügel zu verlagern.
Bisher spielte die Nationalspielerin häufig nominell auf der rechten Seite. Von dort rückte sie jedoch stark ins Zentrum. Sollten die Bayern im Sommer eine Spielerin für die rechte Außenseite finden, könnte es für Dallmann wieder enger werden. Allerdings ist das viel Konjunktiv. Ihre Qualitäten weiter im Kader zu wissen, ist alles in allem ein guter Schritt für die kommende Saison.
Dass sie nur ein Jahr verlängert hat, ist in ihrem Alter einerseits nicht unüblich und andererseits auch ein Zeichen, dass beide Seiten erstmal schauen wollen, wie sich die Zusammenarbeit weiterentwickelt. Für den Moment aber ist das Blatt gewendet – und die Verlängerung ist kein Geschenk an eine verdiente Spielerin, sondern von Dallmann hart erarbeitet mit einer klaren Leistungssteigerung.
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