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·10. April 2026

Luca Birkholz: "Es war ein bisschen surreal"

Artikelbild: Luca Birkholz: "Es war ein bisschen surreal"

Am Sonntag (ab 19 Uhr, live auf DF1, DAZN und bei YouTube) trifft die U 23-Frauen-Nationalmannschaft im Estadio Nueva Condomina in der Endphase der U 23-Länderspielrunde auf Belgien. Je nach Ausgang der Partie geht es erneut in Murcia am 16. April entweder gegen Italien oder Portugal. Luca Birkholz spricht im DFB.de-Interview über ihren Dreierpack im letzten Spiel gegen Belgien, ihre Entwicklung in der U 23 und auf was es am Sonntag ankommen wird.

DFB.de: Luca, Sie haben im letzten Spiel gegen Belgien einen Dreierpack erzielt. Was ging Ihnen nach dem Abpfiff durch den Kopf?


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Luca Birkholz: Es war ein bisschen surreal. Vor allem, weil mein erstes Tor gegen Belgien auch mein erstes Länderspieltor war. Es war einfach der perfekte Tag – oder besser gesagt die perfekte zweite Halbzeit. Ich war sprachlos und glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben und meine Familie im Stadion war. Zusammenfassend war es ein rundum gelungener Abend.

DFB.de: Und das perfekte Geburtstagsgeschenk für Ihre Mutter, richtig?

Birkholz: Genau, meine Mama hatte einen Tag vorher Geburtstag (lacht). Das hat alles irgendwie perfekt zusammengepasst.

DFB.de: Haben Sie während des Spiels gemerkt, dass es ein besonderer Tag werden könnte?

Birkholz: Ja, auf jeden Fall. Spätestens nach dem ersten Tor war ich richtig drin. Ich hatte extrem viele Chancen – jede Flanke, jeder tiefe Ball kam perfekt. Es war einfach ein Spiel, in dem fast alles funktioniert hat.

DFB.de: Was hat aus Ihrer Sicht als Mannschaft besonders gut funktioniert?

Birkholz: Wir hatten im Lehrgang klare Themen, die wir umsetzen wollten, und das ist uns gut gelungen. Nach der Niederlage gegen Norwegen war es wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Dass wir das Spiel verloren haben, war ärgerlich, deshalb wollten wir das zweite Spiel unbedingt positiv abschließen – und das haben wir geschafft.

DFB.de: Was kann die Mannschaft aus dem letzten Spiel mitnehmen – gerade jetzt, wo es erneut gegen Belgien geht?

Birkholz: Es ist schon lustig, dass wir direkt wieder gegen Belgien spielen. Ich erwarte ein ähnliches Spiel: Belgien wird vermutlich tief stehen und auf Konter setzen. Wir müssen die Dinge besser machen, die im ersten Spiel noch nicht optimal waren – wir haben trotzdem zwei Gegentore kassiert und einige Chancen zugelassen.

DFB.de: Liegt darauf dann auch der Fokus im Training?

Birkholz: Es ist eine Mischung. Der Gegner wird wahrscheinlich ähnlich agieren, aber wir haben gesehen, was wir gegen einen tiefstehenden Gegner besser machen können. Genau das trainieren wir.

DFB.de: Denken Sie, Belgien wird sich auf Ihre Torgefahr besonders einstellen – schließlich wissen sie jetzt, dass Sie drei Tore schießen können?

Birkholz: Nein, ich denke nicht (lacht). Sie werden das Spiel sicher analysiert haben. Aber ich glaube nicht, dass sie grundsätzlich anders auftreten werden. Vermutlich stehen sie wieder etwas tiefer und versuchen, über Konter gefährlich zu werden.

DFB.de: Spüren Sie nach Ihrem Dreierpack im letzten Spiel eine gewisse Erwartungshaltung?

Birkholz: Eigentlich nicht. Ich bin nicht der Typ, der sich selbst großen Druck macht. Das wäre auch nicht hilfreich – wenn die ersten Minuten nicht perfekt laufen, könnte man schnell in einen Negativstrudel geraten. Ich gehe jedes Spiel gleich an und versuche, direkt gut reinzukommen.

DFB.de: Wie gelingt Ihnen ein guter Start ins Spiel?

Birkholz: Als Stürmerin hilft es, die erste Aktion positiv zu gestalten – einen Zweikampf zu gewinnen oder den Ball gut festzumachen.

DFB.de: Wenn Sie auf Ihre bisherigen Länderspiele zurückblicken: Wie nehmen Sie Ihre Entwicklung wahr?

Birkholz: Sehr positiv. Das Trainingsniveau ist extrem hoch, und die Mitspielerinnen geben einem viel. Das hilft mir extrem. Ich fühle mich von Lehrgang zu Lehrgang sicherer und das bringt mich auf jeden Fall weiter.

DFB.de: Gehört der Dreierpack gegen Belgien zu einem Ihrer schönsten Momente in Ihrer bisherigen Karriere?

Birkholz: Ja, der Dreierpack in der U 23 gehört definitiv dazu. Aber auch in der Liga der 3:2-Sieg gegen Frankfurt im Jubiläumsspiel war besonders. Und natürlich die beiden Aufstiege mit Jena – das waren tolle Erfahrungen.

DFB.de: Was bedeutet es Ihnen, für die deutsche U 23-Frauen-Nationalmannschaft aufzulaufen?

Birkholz: Es ist eine große Ehre, für Deutschland zu spielen. Bei meinem ersten Spiel hatte ich bei der Hymne Gänsehaut – das ist etwas Besonderes. Ich bin sehr glücklich, bei der U 23 dabei zu sein. Zu Saisonbeginn stand das nicht auf meiner Agenda, daher bin ich sehr dankbar für die Chance.

DFB.de: Und was wäre Ihr Traumszenario für das Spiel am Sonntag?

Birkholz: Einfach gewinnen, das umsetzen, was wir trainiert haben, kein Gegentor kassieren und weiterkommen. Und am Ende hoffentlich Platz fünf holen.

DFB.de: Und vielleicht wieder drei Tore?

Birkholz: Das muss nicht sein (lacht). Hauptsache, wir gewinnen. Ein Tor würde mich aber natürlich freuen.

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