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·30. Januar 2026

Mainz-Kapitänin Johanna Berg: "Sportliches Niveau deutlich gestiegen"

Artikelbild: Mainz-Kapitänin Johanna Berg: "Sportliches Niveau deutlich gestiegen"

Seit Saisonbeginn ist Johanna Berg (25) für den 1. FSV Mainz 05 in der 2. Frauen-Bundesliga am Ball. Vor dem Ligastart nach der Winterpause am Sonntag (ab 11 Uhr) gegen den direkten Konkurrenten SV Meppen mischt der Aufsteiger aus Mainz als Tabellenvierter in der Spitzengruppe der Liga mit. Im DFB.de-Interview spricht die studierte Medizintechnikerin mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Topspiel.

DFB.de: Der 1. FSV Mainz 05 startet direkt mit einem Topspiel gegen den direkten Konkurrenten SV Meppen in die zweite Saisonhälfte. Wie sehr fiebern Sie und Ihre Mitspielerinnen dem Duell bereits entgegen?


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Johanna Berg: Auch wenn die Vorbereitung in diesem Jahr ein wenig kürzer war, wird es Zeit, dass die Liga wieder losgeht. Wir sind alle heiß und wollen positiv starten.

DFB.de: Welche Bedeutung hat das Auftaktduell für den weiteren Saisonverlauf?

Berg: Es ist schon ein wichtiges Spiel für beide Teams und könnte richtungweisend sein. Mit einem Sieg könnten wir mit Meppen gleichziehen und Anschluss nach oben halten. Bei einer Niederlage würden wir einigen Boden verlieren. Das wollen wir definitiv verhindern.

DFB.de: Der SV Meppen verabschiedete sich mit einer Siegesserie in die Winterpause, bezwang dabei unter anderem auch die beiden Spitzenteams VfB Stuttgart und SC Sand. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Berg: Da kommt auf jeden Fall ein Brett auf uns zu. Der SVM gehört sicherlich zu den besten Teams der Liga und hat den Anspruch, um den Aufstieg mitzuspielen.

DFB.de: Welche Erinnerungen haben Sie an den 3:1-Auswärtserfolg im Hinspiel?

Berg: Ich muss zugeben, dass der Sieg ein wenig glücklich war. Wir hatten einige Probleme, konnten aber immer zu den richtigen Zeitpunkten die Tore erzielen. Dennoch hat man auch damals schon gemerkt, dass der SV Meppen ein sehr starkes Team besitzt.

DFB.de: Worauf wird es ankommen, um dieses Ergebnis möglichst zu wiederholen?

Berg: Wir müssen hinten kompakt stehen und möglichst ein frühes Gegentor vermeiden. Wenn wir gut verteidigen, dann werden wir auch über Konter unsere Chancen bekommen.

DFB.de: Als Aufsteiger mischt der 1. FSV Mainz 05 auf Anhieb ganz oben mit, ist aktuell fünf Punkte von der Spitze entfernt. Ist der direkte Durchmarsch in die Bundesliga möglich?

Berg: Wir sind mit dem Ziel in die neue Saison gestartet, den Klassenverbleib zu schaffen und uns dauerhaft in der Liga zu etablieren. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Alles andere, was vielleicht noch dazukommt, wäre ein Bonus. Es wäre aus meiner Sicht auch nicht sinnvoll, jetzt plötzlich den Aufstieg als Ziel auszugeben. Wir haben uns vorgenommen, an die gute Hinserie anzuknüpfen und so viele Punkte wie möglich zu holen. Am Ende werden wir dann sehen, wo wir stehen.

DFB.de: Wie bewerten Sie insgesamt die Ausgangsposition im Aufstiegsrennen?

Berg: Ich denke schon, dass die Mannschaften aus der Spitzengruppe am Ende auch die beiden Aufstiegsplätze unter sich ausmachen werden. Favorisiert ist sicherlich der VfB Stuttgart, der über einen herausragenden Kader mit vielen erfahrenen Spielerinnen verfügt und den Aufstieg auch als klares Ziel formuliert hat.

DFB.de: Sie sind erst seit dieser Saison bei Mainz 05, tragen aber bereits die Spielführerinnenbinde. Was bedeutet Ihnen das?

Berg: Das Vertrauen der Mannschaft und des Trainerteams bedeutet mir sehr viel. Ich bin zwar neu in Mainz, gehöre aber zu den erfahrensten Spielerinnen im Kader. Ich denke, das hat bei meiner Wahl eine wesentliche Rolle gespielt.

DFB.de: Sind Sie grundsätzlich eine Spielerin, die gerne vorangeht?

Berg: Ja, schon. Ich gehörte ja auch bei der zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt zu den älteren Spielerinnen und habe viel junge Talente an die Hand genommen.

DFB.de: Für Frankfurt hatten Sie schon vor Ihrem Vereinswechsel mehr als 160 Partien in der 2. Frauen-Bundesliga bestritten. Ist es Ihr klares Ziel, auch persönlich den Sprung in die Google Pixel Frauen-Bundesliga zu schaffen?

Berg: Grundsätzlich ist es das Ziel jeder Spielerin, so hoch wie möglich zu spielen. Klar ist es für mich eine coole Chance, vielleicht irgendwann mit Mainz 05 in der Bundesliga zu spielen. Ich hätte aber kein Problem damit, wenn wir uns zunächst in der 2. Bundesliga etablieren und dort auch in den kommenden Jahren eine gute Rolle spielen.

DFB.de: Wie zufrieden waren Sie mit Ihren eigenen Leistungen während der Hinserie?

Berg: Ich habe in Mainz bislang eine andere Rolle als zuvor in Frankfurt, spiele deutlich defensiver. Mein Vorteil ist, dass ich sehr flexibel bin und verschiedene Positionen spielen und dem Team dort helfen kann. Unter dem Strich bin ich ganz zufrieden.

DFB.de: In welchen Bereichen können Sie sich noch verbessern?

Berg: Für die Rückrunde habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen, wieder mehr Torgefahr zu entwickeln.

DFB.de: Ihr erstes Spiel in der 2. Frauen-Bundesliga bestritten Sie bereits 2017 im Alter von 16 Jahren. Welche Entwicklung innerhalb der Spielklasse haben Sie seitdem festgestellt?

Berg: Die Liga war damals noch zweigeteilt. Wesentlich mehr kleinere Vereine, mehr reine Frauenfußballklubs und auch mehr U 20-Teams waren am Start. Das sportliche Niveau ist deutlich gestiegen, die Leistungsdichte höher. Das erkennt man auch daran, wie gut sich die Aufsteiger jetzt in der Frauen-Bundesliga schlagen. Es war definitiv der richtige Schritt, die Liga als 14 Klubs aufzustocken. Ich denke, weitere Schritte in diese Richtung werden folgen.

DFB.de: Worauf kommt es an, um in der 2. Frauen-Bundesliga erfolgreich zu sein?

Berg: Die Basis ist, gut und kompakt zu verteidigen und möglichst wenig Gegentore zu kassieren. Auch die Gegner machen es einem deutlich schwerer, Treffer zu erzielen. Auch körperliche Robustheit spielt eine wesentliche Rolle.

DFB.de: Welche besonderen Qualitäten zeichnen das FSV-Team aus?

Berg: Wir sind sehr zweikampfstark und dadurch auch in der Lage, viele Ballgewinne zu erzielen. Das bringt uns oft in gute Umschaltaktionen. Statistisch gesehen sind wir das erfolgreichste Team bei Konterangriffen. Daran wollen wir anknüpfen.

DFB.de: Wie sehr spüren Sie die Unterstützung im gesamten Verein?

Berg: Mit dem Buchwegstadion haben wir eine super Spielstätte, es kommen inzwischen auch deutlich mehr Fans zu unseren Partien. Dazu bekommen wir durch den Verein viele neue Möglichkeiten. Es ist noch nicht alles optimal, beispielsweise was die Trainingsbedingungen und die -zeiten betrifft. Man spürt aber deutlich, dass wir weitere Schritte machen sollen und die entsprechende Unterstützung bekommen.

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