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·27. Juli 2026
Man Utds Abwehrsorgen: De Ligt fehlt bis in den Herbst

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Ein Innenverteidiger, der seit November 2025 kein Premier-League-Spiel mehr bestritten hat. Einer, der im WM-Finale vor der Pause vom Platz musste. Ein Stürmer, der seit Mai im Einzelprogramm arbeitet. Bei Manchester United gilt das diese Woche als gute Nachrichtenlage.
Andy Mitten hat für The National den Personalstand vor dem Saisonstart sortiert, und die Sortierung sagt mehr über den Klub aus als über die drei Spieler. Michael Carrick geht mit einer Mannschaft in die Vorbereitung, deren Stabilität von Rekonvaleszenten abhängt – am 22. August um 13.30 Uhr deutscher Zeit ist Aufsteiger Hull City der erste Gegner.
Matthijs de Ligt spielte in der Saison 2025/26 die ersten 13 Premier-League-Partien über volle Distanz. Im November wurde er zu Uniteds Spieler des Monats gewählt. Es war seine letzte vollständige Zeitrechnung als Fußballer.
Seither: nichts. Ein Rückenproblem, das sich über Monate zog, dann im Mai eine Operation, die der Klub als erfolgreich vermeldete – zwei Spieltage vor Saisonende. Die WM in Nordamerika fand ohne ihn statt. Und jetzt, schreibt Mitten, könnte es bis in den Herbst dauern. Wer im englischen Fußball „autumn“ sagt, meint in der Regel das Fenster zwischen September und November.
Rechnet man das durch, kommt man auf zehn bis zwölf Monate ohne Pflichtspiel. Für einen 26-Jährigen mit Vertrag bis 2029 und einer Karriere, in der schon Fuß, Knie, Wade, Leiste, Schulter und Sprunggelenk Auszeiten erzwangen, ist das keine Randnotiz. Der Rücken ist das erste Problem dieser Art in seiner Profilaufbahn – und ausgerechnet das mit der unberechenbarsten Prognose.
Die zweite Meldung klingt heller. Lisandro Martínez musste im WM-Finale am 19. Juli kurz vor der Pause raus, muskuläre Probleme, Argentinien verlor 0:1 gegen Spanien. United sieht darin nach eigener Einschätzung keinen ernsten Fall, der Argentinier soll zum Ligastart bereitstehen.
Nur: Martínez kehrte in der vergangenen Saison selbst erst von einer schweren Knieverletzung zurück. Seine Verfügbarkeit ist seit Jahren eine Variable, keine Konstante. Dass ein Klub aufatmet, weil sein zweiter angeschlagener Innenverteidiger diesmal wahrscheinlich nur ein paar Wochen verpasst – das ist der Maßstab, mit dem in Manchester inzwischen gearbeitet wird.
Der Slowene hatte seine Debütsaison nach dem Wechsel von RB Leipzig ordentlich abgeschlossen: zwölf Tore in 32 Einsätzen, mit deutlich steigender Kurve unter Carrick. Dann, beim 3:2 gegen Liverpool am 3. Mai, das Aus. Šeško spielte bereits mit Schmerzen, ein Zweikampf mit Ibrahima Konaté schob ihn über die Seitenlinie in die Bandenwerbung. Die letzten drei Saisonspiele verpasste er – die Champions-League-Qualifikation war da längst gesichert, ein Risiko lohnte nicht.
Am 9. Juli meldete er sich zum Trainingsauftakt zurück, allerdings mit eigenem Reha-Plan. Die Testspiele gegen Wrexham in Helsinki und gegen Rosenborg in Trondheim fanden ohne ihn statt. Am 23. Juli postete Šeško dann Bilder vom Rasentraining in Carrington, Beschriftung: „getting there“. Zwei Wörter, die Uniteds Fanmedien als Durchbruch feierten.
Der Klub sieht das nüchterner. Šeško arbeitet auf dem Platz, aber noch nicht uneingeschränkt mit der Gruppe. Und weil Joshua Zirkzees möglicher Abgang laut englischen Berichten genau daran hängt, blockiert eine Schienbeinreizung inzwischen einen Teil der Kaderplanung.
Carrick hat nach Ruben Amorims Entlassung im Januar die Dreierkette kassiert und auf eine klassische Viererkette umgestellt. Elf Siege aus 16 Ligaspielen, Platz drei, Rückkehr in die Champions League, im Mai der feste Vertrag. Das System funktioniert – solange zwei gesunde Innenverteidiger zur Verfügung stehen.
Mit de Ligt bis mindestens September raus und Martínez in der Aufbauphase bleiben Harry Maguire, Leny Yoro, Tyler Fredricson und Ayden Heaven. Fredricson und Heaven sind Perspektivspieler, keine Dauerlösung für eine Saison auf vier Wettbewerben. Bis zum Auftakt in Hull stehen noch Tests gegen Atlético Madrid, Paris Saint-Germain, Leeds und den AC Mailand an. Viel Zeit zum Ausprobieren, wenig Zeit zum Ausfallen.
Die Frage ist nicht, ob United mit diesen drei Fällen in die Saison kommt. Das wird der Klub. Die Frage ist, warum ein Verein, der im Sommer 2024 rund 45 Millionen Euro für einen Innenverteidiger ausgegeben hat, im Sommer 2026 immer noch nicht weiß, wann dieser Spieler wieder ein Pflichtspiel bestreitet. Und warum der zweite teure Innenverteidiger jeden Sommer aufs Neue zum Wackelkandidaten wird.
Carrick hat in einem halben Jahr mehr Ordnung hergestellt, als seine beiden Vorgänger in zwei. Er wird auch das hier lösen. Aber wer Ende Juli erleichtert ist, weil ein Stürmer wieder Bälle auf dem Rasen schiebt, hat den Maßstab längst nach unten korrigiert.
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