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·13. September 2026

Manchester-Derby nach Guardiola: Carrick will City wieder knacken

Artikelbild:Manchester-Derby nach Guardiola: Carrick will City wieder knacken

Manchester United empfängt am Sonntag den Stadtrivalen Manchester City, zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt ohne Pep Guardiola auf der Trainerbank. Ausgerechnet Michael Carrick weiß aber bereits, wie sich die Citizens in einem Derby bezwingen lassen.

Fast zehn Jahre lang gehörte eine Konstante fest zum Manchester-Derby: Pep Guardiola stand an der Seitenlinie von Manchester City. Wenn sich United und City am Sonntag (17.30 Uhr) im Old Trafford zum 199. Pflichtspiel-Derby gegenüberstehen, beginnt auch in dieser Hinsicht eine neue Ära. Enzo Maresca hat das Erbe des Spaniers angetreten und einen perfekten Start hingelegt. Auf der anderen Seite sitzt mit Michael Carrick ein Trainer, der das letzte Duell mit City noch bestens in Erinnerung haben dürfte.


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Carricks erstes Meisterstück war ausgerechnet gegen City

Denn Carricks zweite Amtszeit bei Manchester United hätte im Januar kaum besser beginnen können. Nur wenige Tage nach der Trennung von Ruben Amorim übernahm der ehemalige United-Spieler zunächst bis zum Saisonende, und bekam direkt Manchester City serviert. United gewann mit 2:0, traf zusätzlich dreimal aus Abseitsposition und zweimal das Aluminium. Bryan Mbeumo und Patrick Dorgu erzielten die Tore, Erling Haaland blieb auf der Gegenseite weitgehend abgemeldet.

Vor allem die Art und Weise blieb hängen. Carrick verzichtete darauf, City den Ballbesitz streitig machen zu wollen. Seine Mannschaft verteidigte kompakt, schaltete nach Ballgewinnen schnell um und suchte immer wieder mit Tempo die Räume hinter der gegnerischen Linie. Ein Muster, das den Cityzens an diesem Nachmittag große Probleme bereitete.

Der Sieg war aber zeitgleich auch der Startschuss für eine starke Rückrunde. Carrick führte United am Ende noch auf Rang drei und damit zurück in die Champions League, bevor er dann dauerhaft das Vertrauen erhielt. Nur acht Monate später geht er zum erneuten Male in ein Manchester-Derby. Diesmal aber gegen einen anderen Gegner, zumindest taktisch.

Maresca verändert City

Enzo Maresca übernahm im Sommer von Guardiola und hat bisher kaum Anlaufzeit gebraucht. Bournemouth, Crystal Palace und Coventry City wurden zum Saisonstart allesamt geschlagen. Neun Punkte aus drei Spielen bei 7:2 Toren bedeuten eine makellose Premier-League-Bilanz. Auch der erste internationale Test verlief erfolgreich. Am Dienstag gewann City zum Auftakt der Champions League mit 2:0 beim FC Porto, Erling Haaland erzielte beide Treffer. Der Norweger bleibt damit auch unter Maresca die große Konstante in der Offensive.

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Foto: Getty Images

Trotzdem ist dieses City nicht einfach eine Kopie der Guardiola-Mannschaft. Maresca muss nach einem größeren personellen Umbau neue Abläufe entwickeln und mehrere Neuzugänge integrieren. Unter anderem kam Elliot Anderson von Nottingham Forest, der die Stimmung vor seinem ersten Manchester-Derby anheizte. City seien inzwischen die „Kings of Manchester“, erklärte der englische Nationalspieler mit Blick auf die Erfolge der vergangenen Jahre. Maresca widersprach seinem Mittelfeldspieler am Freitag nicht. Carrick reagierte deutlich zurückhaltender und verwies darauf, dass United seinen eigenen Weg gehen müsse.

Sportlich lässt sich Andersons Aussage zumindest mit den Ergebnissen aus der jüngeren Vergangenheit begründen. City dominierte den englischen Fußball über Jahre, United suchte lange nach Stabilität. Doch gerade das letzt Derby zeigte eben, dass die Kräfteverhältnisse in einem einzelnen, so brisanten Spiel, deutlich weniger eindeutig sein können.

United schwankt noch

Die Ausgangslage unterscheidet sich allerdings deutlich von der des Januar-Duells. Während City perfekt gestartet ist, wartet United in der Premier League noch auf Konstanz. Auf das 0:2 bei Aufsteiger Hull City zum Auftakt folgte ein deutliches 5:2 gegen Ipswich Town. Zuletzt verspielten die Red Devils beim 2:2 gegen Everton einen Sieg in der Schlussphase. Vier Punkte aus drei Spielen sind für die eigenen Ansprüche zu wenig. Mut dürfte dagegen die Rückkehr in die Champions League machen. Am Donnerstag setzte sich United mit 4:0 gegen den aserbaidschanischen Meister Sabah durch.

Für Carrick besonders erfreulich: Benjamin Sesko traf dabei schon im zweiten Spiel nacheinander. Der Slowene hatte wegen einer Schienbeinverletzung fast drei Monate gefehlt und sich zuletzt Schritt für Schritt zurückgekämpft. Nach seinem späten Treffer gegen Everton legte er gegen Sabah nach. Gerade gegen City könnte seine Geschwindigkeit hinter der letzten Linie sehr wichtig werden.

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Foto: Getty Images

Carrick muss allerdings mit einem Nachteil leben, den sein Gegenüber nicht hat: der Regeneration. City spielte schon am Dienstag in Porto spielte, United war erst am Donnerstagabend in der Champions League dran. Den Red Devils bleiben damit rund zwei Tage weniger zur Erholung. Auch personell gibt es offene Fragen. Carlos Baleba steht United weiterhin nicht zur Verfügung. Bei City fällt Jeremy Doku wegen seiner Wadenverletzung definitiv aus, Nico O’Reilly ist dagegen wieder vollständig fit.

Kann Carricks alter Plan auch Marescas City schlagen?

Damit läuft vieles auf die spannendste Frage dieses Derbys hinaus: Funktioniert Carricks Erfolgsrezept aus dem Januar auch gegen Marescas Manchester City? United hat mit Mbeumo, Matheus Cunha, Dorgu und dem wiedererstarkten Sesko genug Tempo, um wieder auf Umschaltmomente zu setzen. City dürfte nach der deutlichen Niederlage aus dem Januar gewarnt sein. Marescas Mannschaft wirkt aktuell kontrollierter, ist noch ungeschlagen und hat mit Haaland weiterhin einen Stürmer, der in Manchester-Derbys regelmäßig seine Spuren hinterlässt. In sieben bisherigen Duellen mit United kommt der Norweger auf acht Tore und drei Vorlagen.

Für beide Trainer ist das Derby deshalb eine frühe Standortbestimmung. Maresca kann den perfekten Saisonstart bestätigen und zeigen, dass City auch nach Guardiola die sportliche Macht in Manchester bleibt. Carrick hat schon einmal bewiesen, dass er den großen Nachbarn schlagen kann und am Sonntag bietet sich die nächste Chance zu zeigen, dass der Derby-Erfolg im Januar kein Ausreißer war.

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