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·29. September 2026

Mancinis Antwort in Bursa: Italien zerlegt die Türkei in 27 Minuten

Artikelbild:Mancinis Antwort in Bursa: Italien zerlegt die Türkei in 27 Minuten

Am Freitag pfiffen die eigenen Fans, am Montag pfiffen die fremden – und Italien spielte diesmal einfach weiter. 4:1 in Bursa, 3:0 nach 27 Minuten, im Dauerregen. Roberto Mancini hat seinen ersten Sieg der zweiten Amtszeit. Ob er auch eine Mannschaft hat, ist die interessantere Frage.

Die halbe Stunde, die alles entschied

Alessandro Bastoni staubte nach neun Minuten ab, nachdem Altay Bayindir einen Schuss von Pio Esposito noch pariert hatte und die anschließende Ecke durch die türkische Abwehr kullerte. Danach lief es wie an der Schnur gezogen: Michael Kayode über rechts, Bayindir lässt prallen, Davide Frattesi spitzelt den Ball über die Linie (22.). Sechs Minuten später dasselbe Bild, wieder Kayode über rechts – nur dass der Brentford-Profi diesmal selbst traf. Ein Debütant, ein Tor, ein 3:0.


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Die Türkei stand in dieser Phase bei nahezu jedem Zweikampf einen Schritt zu spät. Vincenzo Montellas Elf verschlief die komplette erste Hälfte so gründlich, dass die 43.361 Zuschauer ihr Pfeifkonzert irgendwann nicht mehr gegen die Gäste, sondern gegen die eigene Mannschaft richteten.

Die Reaktion, die Belgien vermissen ließ

Mancini hatte nach dem 0:2 gegen Belgien am Freitag ein Comeback erlebt, wie es sich kein Trainer wünscht: verdient verloren, ausgepfiffen, heftige Kritik. Was ihn in Bursa freute, war weniger das Ergebnis als die Haltung. Seine Mannschaft habe hoch gestanden und über 90 Minuten aggressiv gespielt, sagte er im italienischen Fernsehen – und lobte: „Die Spieler haben alle eine hervorragende Leistung gezeigt.“

Das stimmt für die erste Hälfte uneingeschränkt. Für die zweite nur bedingt.

Neunzig Sekunden, in denen es kippen konnte

Montella wechselte zur Pause dreimal, und keine 90 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Baris Alper Yilmaz zum 1:3. Plötzlich wirkte Italien unsortiert, die Restverteidigung löchrig, Donnarumma beschäftigt. Dass es nicht eng wurde, lag an einem Aussetzer auf der Gegenseite: Bayindir spielte den Ball unbedrängt in italienische Füße, Nicolò Cambiaghi bediente Sandro Tonali, dessen Schuss vom Pfosten zurücksprang – Esposito köpfte den Abpraller zum 4:1 ein. Ein vermeintliches 2:4 durch Yilmaz nahm Schiedsrichter Michael Oliver wegen einer Abseitsstellung von Oguz Aydin zurück.

Man kann das als souveräne Verwaltung eines Vorsprungs lesen. Man kann es auch als Warnung lesen: Die zehn Minuten nach der Pause zeigten dieselbe Anfälligkeit, die Belgien drei Tage zuvor ausgenutzt hatte.

Was Bursa über Mancinis Kader sagt

Bemerkenswert ist, wer die Tore schoss. Kayode, Frattesi, Esposito – das sind keine Namen aus der EM-Elf von 2021. Mancini setzt auf Beine, die noch nicht müde vom Scheitern der letzten Jahre sind, und in Bursa hat sich das ausgezahlt. Ob es gegen einen Gegner reicht, der nicht 45 Minuten lang schläft, wird sich am Freitag zeigen.

Paris als Prüfstein

Denn in Gruppe 1 der Liga A führt Frankreich mit sechs Punkten, Italien liegt mit drei Zählern auf Rang drei, die Türkei steht bei null. Am Freitag (2. Oktober, 20.45 Uhr) empfängt Zidanes Elf die Azzurri in Paris. Mancini gibt sich zuversichtlich, verweist auf viele junge, frische Spieler. Gegen eine Türkei, die den eigenen Torwart vorführt, mag das genügen. Gegen Frankreich zählt nicht die Frische, sondern die Ordnung – und die hat Italien in Bursa nur eine Halbzeit lang gezeigt.

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