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Matti Peters·9. April 2026

"Mangel an Charakter": Mourinho teilt heftig gegen die eigenen Spieler aus

Artikelbild:"Mangel an Charakter": Mourinho teilt heftig gegen die eigenen Spieler aus

Die Rückkehr von José Mourinho nach Portugal hat man sich bei Benfica definitiv anders vorgestellt. Was als große Erfolgsgeschichte geplant war, entwickelt sich zunehmend zu einer Schlammschlacht. Nach dem enttäuschenden 1:1-Remis gegen den Außenseiter Casa Pia ist der Geduldsfaden von "The Special One" endgültig gerissen.

In gewohnter Manier nahm Mourinho nach dem Schlusspfiff kein Blatt vor den Mund und attackierte die Mentalität seines Kaders frontal. Besonders brisant: Mourinho gab offen zu, Spieler nur noch aus finanziellen Gründen aufzustellen.


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"Im Moment gibt es bestimmte Spieler, die ich nicht mehr auf dem Platz sehen möchte. Ich möchte einfach nicht, dass sie noch weiter spielen, aber sie sind ein wertvoller Teil des Vereins. Selbst wenn ich sie verkaufen möchte, ist das einfacher, wenn ich sie aufstelle, um ihren Marktwert zu erhalten“, schimpfte der Portugiese.

Für Mourinho scheint das Problem tiefgreifender zu sein als bloße Formtiefs. Er wirft Teilen der Mannschaft eine mangelnde Einstellung zum Profisport vor. Laut dem Coach klafft innerhalb des Teams eine Lücke zwischen denjenigen, die den Erfolg erzwingen wollen, und jenen, die den Fokus verloren haben: "Manche scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben, als ob sie nicht für den Fußball leben würden."

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Mourinho wurde in seiner Analyse sogar noch deutlicher: "Es gibt Spieler, die hungrig nach Siegen sind, und andere, die das Leben auf die leichte Schulter zu nehmen scheinen. Das macht mich traurig. Sie sind keine schlechten Menschen oder schlechten Profis, aber es mangelt ihnen stark an Charakter.“

Trotz einer kuriosen Statistik – Benfica ist nach 28 Spieltagen als einziges Team der Liga noch ungeschlagen – steckt der Klub in der Krise. Der Grund sind die insgesamt neun Unentschieden, die wie Niederlagen wiegen.

Angesichts dieser Zahlen hat Mourinho den Kampf um die Meisterschaft bereits offiziell aufgegeben: "Wir haben die Chancen verspielt, die wir noch hatten, Meister zu werden und bis zum Schluss um den Titel zu kämpfen."

Das Ziel für den Saisonendspurt hat sich radikal verschoben. Es geht nicht mehr um Silberware, sondern um die nackte Existenz in der europäischen Elite. Nur der zweite Platz garantiert den Einzug in die Champions-League-Playoffs. Bleibt Benfica auf Rang drei, droht der Abstieg in die Europa League – ein Szenario, das Mourinho nach dem Punktverlust gegen Casa Pia nun nicht mehr in der eigenen Hand sieht.

"Wir haben auch die Kontrolle darüber verloren, den zweiten Platz zu erreichen – etwas, das früher allein von uns abhing und nun nicht mehr nur von uns abhängt, sondern auch von den Ergebnissen, die noch eintreten könnten. Mit anderen Worten: Wir haben durch dieses Ergebnis viel eingebüßt.“

In Lissabon herrscht zum Saisonfinale also alles andere als Harmonie. Ob Mourinho mit seiner öffentlichen Kritik den nötigen Ruck durch die Mannschaft geht oder den Bruch mit den Spielern endgültig besiegelt hat, werden die kommenden Wochen zeigen.


📸 FILIPE AMORIM - AFP or licensors

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