FC Bayern München
·15. Mai 2026
Manuel Neuer: „Wir haben den richtigen Spirit im Team“

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Manuel Neuer spielt seit 2011 für den FC Bayern und hat bis heute 597 Pflichtspiele für den deutschen Rekordmeister bestritten, er gewann zweimal die Champions League, wurde zweimal UEFA-Supercupsieger, holte zwei Klub-WM-Titel, wurde 13-mal Deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, achtmal Superpokalsieger. Der 40-Jährige bestritt zudem 124 Länderspiele für Deutschland, gewann 2014 den Weltmeistertitel, wurde fünfmal zum Welttorhüter gewählt und zweimal zum Fußballer des Jahres. Manuel Neuer hat seinen auslaufenden Vertrag nun um ein weiteres Jahr verlängert. Er fühle sich nach wie vor topfit, erzählt der Mannschaftskapitän im Gespräch mit fcbayern.com, er genieße den Alltag an der Säbener Straße und sieht mit dieser Mannschaft sowie dem Trainerteam um Vincent Kompany die große Chance, noch einmal alle Titel zu gewinnen.
Manuel, nun herrscht Gewissheit: Du hast deinen Vertrag um ein Jahr beim FC Bayern verlängert. Wie sehr freust du dich? „Ich freue mich riesig! Meine Entscheidung hat ein bisschen gedauert - ich wollte mir hier einfach wirklich Zeit nehmen, weil es eine sehr wichtige Entscheidung zunächst für mich, aber natürlich auch für den Verein und für unsere Mannschaft ist. Jetzt bin ich überzeugt: Das ist die richtige Entscheidung.“
Nimm uns mal mit in das vergangene Jahr: Wie lief der Entscheidungsprozess? „Ich habe eine sehr gute Klub-WM gespielt, diese intensive Vorbereitung im vergangenen Sommer tat mir gut. Ich konnte mir auch immer wieder Zeit für meinen Körper und für meine Gesundheit nehmen. Dann sind wir mit dem Sieg im Supercup gut gestartet und haben eine sehr gute Hinserie gespielt. Wir sind noch enger zusammengewachsen. Von Anfang an hat in dieser Saison wirklich alles gepasst. Auch mit dem Trainerteam: Was wir täglich auf dem Platz machen, was man in der Kabine erlebt, was für eine Motivation und Energie wir in der Mannschaft haben - das alles hat dazu geführt, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen, guten Fußball zeigen und dass es mir jeden Tag großen Spaß macht, an die Säbener Straße zu fahren. Und so reifte dann schließlich der Entschluss.“
Wann kam der Moment, an dem du das erste Mal gedacht hast: Eigentlich könnte ich noch ein Jahr weitermachen? „Ich wollte die zweite Halbserie abwarten, in dieser Crunchtime mit den Spielen gegen Atalanta Bergamo oder bei Borussia Dortmund in mich hineinhören, um ein Gefühl zu bekommen, einer Entscheidung Ende März oder Anfang April näher zu sein. Daher war es doppelt ärgerlich, dass ich mich ausgerechnet in dieser Phase verletzt habe. Dadurch hatte ich diese Spiele und damit auch diese Klarheit nicht, die ich zu dem Zeitpunkt schon haben wollte. Ich musste also noch den April abwarten, wie die Spiele sind, wie ich mich fühle, ob es mir weiter Spaß macht, jeden Tag ins Training zu kommen. Und natürlich, ob ich noch leistungsfähig bin.“
War das alles zu gut, um aufzuhören? „Es dreht sich immer um die Frage, ob ich meinem Niveau selbst gerecht werde und das täglich im Training zeigen kann. Für mich ist entscheidend, dass ich mich im täglichen Training an der Säbener Straße genau so zeigen kann, wie ich es von mir erwarte. Ich fühle mich richtig gut. Die großen Spiele wie auswärts in Madrid, bei bestimmten Momenten in Leverkusen oder auch gegen PSG im Rückspiel haben mich weiter bestärkt. Deshalb kam ich zu der Entscheidung, dass ich noch ein Jahr weitermachen möchte. Ich bin überzeugt, dass ich weiter so performen kann.“
Was für eine Rolle spielt dabei das Torwart-Team mit Jonas Urbig und Sven Ulreich? „Wir verstehen uns sehr gut auf dem Platz - und außerhalb sowieso. Wir arbeiten füreinander. Jeder freut sich über gute Leistungen vom anderen - egal ob Ulle beispielsweise in Leverkusen gespielt hat, ob Jona seine Leistungen gezeigt hat oder ich. Wir treffen uns nach jedem Training, reden, coachen uns, versuchen uns gegenseitig zu helfen. Ulle und ich begleiten Jonas in seinem Reifeprozess und bereiten ihn auf die Zukunft vor. Es macht viel Spaß im Torwart-Training. Wir sind dankbar, dass unser Torwart-Team so zusammenhält und wir versuchen, die Latte immer höher zu legen, um uns gegenseitig zu pushen und uns auf diese Weise optimal auf die Spiele vorzubereiten.“
Welche Rolle spielt das Trainerteam für dein Spiel? „Vincent Kompany hat dafür gesorgt, dass wir wieder zu einer Mannschaft wurden, dass wir füreinander arbeiten, dass jeder weiß, was auf dem Platz zu tun ist – defensiv wie offensiv. Wir haben den richtigen Spirit im Team. Jeder fährt gerne ins Training, wir haben immer ein sicheres und gutes Gefühl auf dem Platz und oft genug gesehen, dass wir jede Mannschaft schlagen können. Es lief unglücklich gegen PSG - aber das heißt auch, dass es für die nächste Saison unser großes Ziel ist, nochmal anzugreifen. Mit dieser Mannschaft und diesem Trainerteam ist alles drin! Wir haben unter Vincent Kompany bisher immer Schritte nach vorne gemacht – und das wollen wir fortsetzen.“
Wie liefen die Vertragsgespräche mit den Verantwortlichen? „Wir waren immer in einem guten, offenen Austausch, ich musste nur wie gesagt um etwas Zeit für diese Entscheidung bitten. Ich brauchte einfach erst meine Momente, die großen Spiele, um wirklich sicher sagen zu können: Ja, ich kann die Belastung tragen, ihr standhalten und Leistung zeigen.“
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Wie hat die Mannschaft darauf reagiert, dass du weitermachst? „Es freut mich sehr, dass auch die Mannschaft wollte, dass ich noch ein Jahr dranhänge. Ich habe immer diesen Rückhalt gespürt. Das ist für mich eine schöne Bestätigung.“
Vor so wichtigen Entscheidungen machen viele Menschen sich eine Liste – was spricht für eine Verlängerung, was spricht dagegen... „Ich habe mir eine App runtergeladen, ähnlich wie diese Bewertungen auf einer Raststätte mit den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün. Dann habe ich jedes Mal angekreuzt: Trainingsleistung, Spielleistung, wie ich mich fühle, ob ich glücklich bin... Das war wie eine Art Tagebuch und ich muss sagen, dass am Ende 90 Prozent auf Grün stand. Da war es keine reine Bauchentscheidung mehr, sondern wirklich eine lange Strecke, über die ich viele Informationen gesammelt habe. Klar, kleine Verletzungen gehören im Profifußball dazu, die haben aber keine große Rolle gespielt. Ich habe immer gut trainiert und gute Leistungen gezeigt.“
Wann hast du letztendlich diese Entscheidung getroffen? „Dass ich weitermachen will, habe ich vor zwei Wochen zu hundert Prozent gewusst. Bereits vor ein paar Wochen hatte ich aber schon eine Tendenz, dass es weitergeht. Wir hatten nur dann so wichtige Spiele, die hatten meine Priorität. Jetzt, vor dem letzten Spiel gegen Köln mit der Vergabe der Meisterschale, ist der Zeitpunkt perfekt - und nächste Woche haben wir dann noch einmal ein ganz wichtiges Spiel in Berlin gegen Stuttgart. Das Ziel ist das Double.“
Wie groß ist nach so einer langen Saison die Vorfreude auf das Pokalfinale in Berlin? „Ich habe Berlin richtig vermisst! Einige Spieler haben es noch nie erlebt, aber die, die schon mal da waren, wissen, wie besonders das Ganze ist. Es ist eines der schönsten Spiele, die ein Fußballer in Deutschland spielen kann. Ich liebe diesen Wettbewerb, dieses Finale, und ich hoffe auf eine gute Tagesform und einen Sieg.“
Wenn Du alles zusammenfasst: Warum verlängert Manuel Neuer noch einmal ein Jahr beim FC Bayern? „Weil alle Voraussetzungen für mich stimmen: Wir haben ein super Trainerteam und eine tolle Mannschaft. Ich konnte meine Leistung noch einmal beweisen. Und wir haben die Möglichkeit, auch auf höchstem Niveau immer jeden Gegner zu schlagen.“







































