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·20. April 2026

Markus Krösches Kritik an Trainer Riera trifft ihn auch selbst

Artikelbild:Markus Krösches Kritik an Trainer Riera trifft ihn auch selbst

Nach dem 1:3 gegen Leipzig räumte Sportvorstand Krösche ein, dass der Trainerwechsel zu Riera keine Stabilität gebracht hat – ein Urteil, das ihn selbst trifft.

Markus Krösche wählt seine Worte normalerweise mit chirurgischer Präzision. Umso bemerkenswerter, was der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt am Tag nach der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig im Sport1-Doppelpass sagte: "Trotz des Trainerwechsels setzen wir gewisse Dinge nicht um auf dem Platz. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell." Das ist kein differenziertes Zeugnis, wie es die Nachrichtenagenturen brav meldeten. Das ist eine öffentliche Bankrotterklärung – und sie trifft nicht nur Albert Riera.


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Zehn Wochen ist der Spanier jetzt im Amt. Der Punktschnitt unter ihm: identisch mit dem von Dino Toppmöller. Frankfurt wackelt zwischen Platz sieben und acht – exakt dort, wo der Verein auch vor Toppmöllers Entlassung stand. Neun Gegentore in drei Spielen zum Jahresstart waren damals der Anlass, sich vom Trainer zu trennen. Die Antwort auf dieses Problem heißt nun: zu statisch, zu langsam im Spielaufbau, keine Stabilität. Krösches eigene Worte. Wer den Vorgänger für genau diese Defizite entlässt und zehn Wochen später feststellt, dass sich nichts verändert hat, der beschreibt nicht das Scheitern eines Trainers – der beschreibt das Scheitern einer Entscheidung.

Krösche versucht die Doppelbotschaft. Er nennt Riera "authentisch", verteidigt dessen polarisierende Auftritte, relativiert unglückliche Aussagen. Gleichzeitig zerlegt er öffentlich die Spielweise der Mannschaft unter eben diesem Trainer. Das ist eine Konstruktion, die in der Bundesliga eine kurze Halbwertszeit hat. Wer seinen Trainer vor laufenden Kameras als Typ lobt, aber seine Arbeit als unzureichend bewertet, der schafft eine Sollbruchstelle. Das Muster ist bekannt: Erst kommt die differenzierte Analyse, dann das Ultimatum hinter verschlossenen Türen, dann die Trennung. Selten überspringt ein Verein den zweiten Schritt.

Riera hat einen Vertrag über zweieinhalb Jahre, unterschrieben am 30. Januar 2026. Frankfurt kommt aus einer Saison, in der der Verein Dritter wurde und sich erstmals über den Ligaweg für die Champions League qualifizierte. Der Fallhöhe entspricht der Fallgeschwindigkeit. Das Hinspiel in Leipzig ging 0:6 verloren, jetzt folgte das 1:3 zu Hause – das erste Leipziger Pflichtspieltor in elf Anläufen in Frankfurt ausgerechnet durch ein Solo von Yan Diomande, ausgerechnet mit einem Torwartfehler beim 1:2 durch Antonio Nusa. Joker Conrad Harder brauchte gut eine Minute auf dem Platz für das 1:3. Es sind Spiele, die einen Trainer einsam machen.

Präsident Mathias Beck hat Riera öffentlich das Vertrauen ausgesprochen. Das gehört zur Einordnung. Aber das Vertrauen eines Präsidenten wiegt weniger als die Analyse eines Sportvorstands, der den Kader zusammengestellt hat und nun vor den Kameras einräumt, dass die Operation gescheitert ist – ohne den Patienten beim Namen zu nennen. Krösche war selbst einmal Sportdirektor bei RB Leipzig, er kennt das Geschäft der nüchternen Bilanzen. Wenn er sagt, dass der Trainerwechsel nichts gebracht hat, dann weiß er, was als Nächstes kommt. Er hat die Sequenz selbst in Gang gesetzt.

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