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·29. Juni 2026

Marokko gegen die Elftal: Ein Topspiel mit Derbycharakter

Artikelbild:Marokko gegen die Elftal: Ein Topspiel mit Derbycharakter

Wenn im Sechzehntelfinale der WM 2026 die Niederlande auf Marokko treffen, wird es für viele Akteure ein ganz besonderes Spiel.

Noussair Mazraoui, Anass Salah-Eddine und Sofyan Amrabat eint weitaus mehr als ihre Kaderplätze in der marokkanischen Nationalmannschaft. Die drei Hoffnungsträger der Atlaslöwen wurden allesamt in den Niederlanden geboren und treffen damit in der Nacht von Montag auf Dienstag auf ihre Heimat. Auch Shootingstar Ismael Saibari verdient sein Geld in der niederländischen Eredivisie, der 25-Jährige ist mit drei Toren bisher der auffälligste Spieler beim WM-Vierten von 2022.


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Das Duell bei der Weltmeisterschaft dürfte im Nordseeland trotz der ungünstigen Anstoßzeit um 3 Uhr in der Nacht für Ausnahmestimmung sorgen, so wie es hierzulande die Duelle mit der türkischen Nationalmannschaft tun. Mit 420.000 Menschen ist die marokkanische Diaspora in den Niederlande eine der größten überhaupt. Der Fußball spiegelt diese Verbindung seit Jahrzehnten wider. Zahlreiche niederländische Profis stammen aus marokkanischen Familien. Spieler wie Ibrahim Afellay oder Ex-Mainzer Anwar El Ghazi repräsentierten Oranje, obwohl ihre familiären Wurzeln in Marokko liegen.

Marokko ist längst kein Außenseiter mehr

Auf der anderen Seite ist die Integration von Spielern mit marokkanischen Wurzeln aus anderen Ländern wie Niederlande einer der wichtigsten Bausteine im Aufschwung des marokkanischen Fußballs. „Wir werden mittlerweile von der Welt ganz anders wahrgenommen – als eine Mannschaft, die auf einem internationalen Level etwas erreichen kann. Wir werden jetzt respektiert“, weiß Nationaltrainer Mohamed Ouahbi. Und tatsächlich: War Platz vier bei der WM 2022 noch eine Sensation, gilt Marokko inzwischen zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. Spätestens bei der Heim-WM 2030 will man unbedingt um den Pokal mitspielen.

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Foto: Getty Images

Die Entwicklung der letzten Jahre ist eng mit Namen verknüpft, die auch für die Niederlande hätten auflaufen können und bei Ajax, PSV und co. ausgebildet wurden. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl Hakim Ziyech. Ausgebildet im niederländischen Nachwuchsfußball, entschied sich der technisch brillante Offensivspieler früh für Marokko. Inzwischen ist der Routinier nicht mehr Teil der Nationalmannschaft, doch auch Akteure wie Mazraoui oder Amrabat wählten die Atlaslöwen, obwohl ihnen ebenfalls Perspektiven im niederländischen Verband offen standen.

Für die besondere Brisanz des Spiels sorgen jedoch nicht nur die Verbindungen im Kader, sondern auch die sportliche Ausgangslage. Einen Favoriten auszumachen, ist vor dem Duell in Monterrey nahezu unmöglich. Gemessen an der FIFA-Weltrangliste erwartet die Fans das hochkarätigste Spiel der ersten K.O.-Runde, der Sechste (Marokko) trifft auf den Siebten (Niederlande).

Sowohl die Elftal, als auch die Atlaslöwen haben die Gruppenphase souverän überstanden. Die Niederlande von Bondscoach Ronald Koeman gewannen ihre Gruppe ungeschlagen vor Japan, Schweden und Tunesien. Marokko setzte sich gegen Schottland und Haiti durch und holte gegen Brasilien einen Punkt, die schlechtere Tordifferenz gab der Elf von Mohamed Ouahbi in der Endabrechnung das Nachsehen gegenüber der Selecao.

Bondscoach Koeman fordert Steigerung: „Gut, aber müssen uns bessern“

Die gegenseitige Wertschätzung ist immens. „Marokko hat eine starke Mannschaft mit einem Rechtsverteidiger (Hakimi, Anm. d. Red.), der sehr offensiv ausgerichtet ist, und vielen technisch versierten Spielern“, lobte Koeman den kommenden Gegner: „Wenn diese am Ball sind, müssen wir defensiv gut stehen und kompakter spielen.“

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Mit den Auftritten in der Vorrunde war der erfahrene Trainer trotz der guten Punkteausbeute nur bedingt zufrieden: Es gibt sicherlich Fortschritte, aber im Fußball lernt man nie aus. Insgesamt haben wir uns gut geschlagen. Jetzt werden wir erst richtig auf die Probe gestellt. Wir sind uns bewusst, dass es besser laufen muss, wenn wir weit kommen wollen.“

Womöglich ein gutes Omen für die Niederlande: 1986 trat Marokko im ersten K.O.-Spiel der Weltmeisterschaft ebenfalls in Monterrey an – und unterlag der deutschen Auswahl. Damals galten die Nordafrikaner allerdings noch als krasser Außenseiter. Davon sind sie mittlerweile weit entfernt. Auch wegen der erstklassigen Ausbildung in den Akademien der Niederlande.

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