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·24. März 2026

Martin Amedick: Ein Fels, der mehr getragen hat als eine Abwehr

Artikelbild:Martin Amedick: Ein Fels, der mehr getragen hat als eine Abwehr

Am 7. Juli 2008 wechselte Martin Amedick von Borussia Dortmund auf den Betzenberg. Er absolvierte 115 Spiele, erzielte 10 Tore und gab 5 Vorlagen. Insgesamt kam er auf 10.015 Spielminuten. Er führte den FCK wieder in die Bundesliga und wechselte im Winter 2012 zu Eintracht Frankfurt. Auch sozial engagierte sich Amedick in Kaiserslautern.

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Der Sunnyboy-Kapitän

Sommer 2008: Der FCK kommt aus der schlimmsten Saison seiner Vereinsgeschichte. Um ein Haar wäre der Verein in die Drittklassigkeit abgestiegen. Im Sommer musste Verstärkung her. Cheftrainer Sasic wünschte sich neben Abel einen weiteren erfahrenen Innenverteidiger. Die Wahl fiel auf Amedick, der noch kurz zuvor mit dem BVB im Pokalfinale stand – wenn auch nur auf der Bank.

Der gebürtige Paderborner war vom ersten Spiel an Stammspieler und hat bis zum 21. Spieltag keine Spielminute verpasst. Der FCK beendete die Saison auf Platz 7. In der Saison darauf ernannte Trainer Marco Kurz den 1,94 m großen Verteidiger gemeinsam mit Srdjan Lakić zum Kapitän. In dieser Saison verpasste der Dauerbrenner keine Spielminute und schoss sogar vier Tore und feierte mit den Roten Teufeln den Bundesliga Aufstieg.

Am Ende der Saison durfte Amedick gemeinsam mit Lakic die Zweitliga-Schale in die Luft strecken. Dieser Moment ist einer der ikonischen Bilder in der jüngeren Vereinsgeschichte.

Sympathieträger – auch neben dem Platz

Während andere Spieler in der Zeit von 2010 bis 2012 eher durch Eskapaden auffielen, war Amedick das genaue Gegenteil: Er war bodenständig, nahbar und authentisch. Anstatt in einem Sportwagen fuhr er in seinem VW Käfer durch Kaiserslautern, ein Detail, das ihn bei den Fans noch beliebter machte.

Neben dem Fußballgeschäft hat der ehemalige Dortmunder in Kaiserslautern viel Zeit in den Förderverein „Mama/Papa hat Krebs“ Kaiserslautern e.V. investiert. Er sagte einmal, dass er in seiner Zeit in Braunschweig ein an Leukämie erkranktes Kind betreut hatte und sich deshalb in Kaiserslautern sozial engagieren wollte. Zusammen mit der Krebsgesellschaft entstand dann der Verein, für den Amedick die Patenschaft übernahm. Heute ist er noch als Botschafter für den Verein aktiv.

Hinter der Fassade

Nach seinem Karriereende absolvierte Amedick erfolgreich eine Ausbildung zum Erzieher in einem Kindergarten und ist nun staatlich geprüfter Erzieher. Darüber hinaus hat der ehemalige Führungsspieler des 1. FC Kaiserslautern ein Psychologiestudium abgeschlossen. Mittlerweile hält er regelmäßig Vorträge, vor allem zu den Themen psychische Gesundheit und Depression. Unter anderem arbeitet er als Referent für die Robert-Enke-Stiftung. Er selbst hat mit einer Erkrankung zu kämpfen: Schon während seiner Zeit in Kaiserslautern plagte ihn eine bipolare Störung, bei der sich euphorische und depressive Phasen abwechseln. In einem Vortrag sagte er, dass er deshalb kein normales Leben führen könne.

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Ein absolutes Vorbild

Martin Amedick war nie der lauteste Spieler auf dem Platz, aber immer jemand, auf den man sich verlassen konnte. Er war ein Kapitän, der sich nicht in den Vordergrund drängte. Er verhalf dem FCK in einer schwierigen Zeit zu Stabilität und führte ihn zurück ins Oberhaus. Doch seine größte Stärke zeigte sich erst nach seiner Karriere: der Mut, über eigene Schwächen zu sprechen, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen.

🕒 Karriere-Stationen von Martin Amedick:

🇩🇪 2001–2004: Arminia Bielefeld

🇩🇪 2004-2006: Eintracht Braunschweig

🇩🇪 2006-2008: Borussia Dortmund

🇩🇪 2008–2012: 1. FC Kaiserslautern

🇩🇪 2012–2013: Eintracht Frankfurt

🇩🇪 2013-2015: SC Paderborn (7 Spiele Erste und 3 Spiele Zweite Mannschaft)

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