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·5. Oktober 2026
Matthäus glaubt nicht an Ronaldos Rückkehr – Jesus sagt am selben Abend: „Warum nicht?“

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Porto. Am Sonntagabend lagen zwischen zwei Aussagen über Cristiano Ronaldo nur wenige Stunden und gut 2.000 Kilometer. In einem RTL-Studio sagte Lothar Matthäus, er gehe nicht davon aus, dass Ronaldo noch einmal für Portugal spielt. Im Estádio do Dragão sagte Jorge Jesus nach dem 2:1 gegen Norwegen, Ronaldo könne zurückkommen, „wann immer er will“.
Beide Aussagen können stimmen. Sie beschreiben nur unterschiedliche Dinge: die Tür, die offen steht, und die Frage, ob jemand hindurchgehen will.
Der Rekordnationalspieler sprach mit hörbarem Bedauern. „Große Karriere, Glückwunsch an ihn“, sagte Matthäus. „Er hat so viel für den Fußball gemacht, man kann nur danke sein. Der Abgang hätte würdiger ausfallen müssen.“
Dann folgte die härtere Einschätzung. Ronaldo sei „wahrscheinlich auch unten durch bei der Mannschaft, nicht nur beim Trainer“. Eine Rückkehr auf den Platz hält er für unrealistisch: „Ich gehe nicht davon aus, dass er noch ein Länderspiel für Portugal macht.“
Es ist eine Aussage, die im Widerspruch zu dem steht, was Portugals Spieler öffentlich vermitteln. Bruno Fernandes hatte am Samstag betont, es gebe „keine Spaltungen“, Ronaldo sei „das größte Symbol“ des portugiesischen Fußballs und verdiene „den Respekt aller“. Matthäus kennt die Kabine nicht. Er kennt aber die Mechanismen, nach denen Mannschaften auf einen Spieler reagieren, der das Lager eigenmächtig verlässt.
Matthäus zog eine Parallele zu einem anderen Altstar, der eine schwere Woche hinter sich hat. Luka Modrić hatte mit Kroatien am Samstag 0:7 gegen England verloren, die höchste Niederlage der Verbandsgeschichte. „Das hat Modrić nicht verdient. Das hat Ronaldo nicht verdient. Die haben uns so schöne Stunden bereitet.“
Die Klatsche sei traurig, „noch trauriger ist natürlich die Geschichte mit Ronaldo. Ich hoffe, dass man sich am Ende noch in die Augen schauen kann.“
In Porto klang der Nationaltrainer anders als noch vor einer Woche. „Ich weiß nicht, was passieren wird, für mich ist alles offen“, sagte Jesus. „Er muss sich vor der Nominierung entscheiden, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Wenn er spielt und in der Nationalmannschaft sein möchte, kann er zurückkommen, wann immer er will – warum nicht?“
Es ist ein Angebot mit einer klaren Bedingung. Die Entscheidung liegt bei Ronaldo, und sie soll vor der nächsten Kadernominierung fallen. Verbandspräsident Pedro Proença will nach Medienberichten zwischen beiden vermitteln, die Zeitung A Bola sprach von einem „Friedensgipfel“. Ronaldos Antwort steht weiter aus; er hat seit seinem Statement, in dem er ankündigte, „zu gegebener Zeit“ die Wahrheit zu sagen, geschwiegen.
Das ist der Hintergrund, vor dem beide Aussagen fielen. Portugal hat gegen Norwegen den vierten Sieg im vierten Spiel gefeiert und steht vorzeitig im Viertelfinale der Nations League. Kristoffer Ajer hatte die Norweger in der 36. Minute mit einem Halbvolley in Führung gebracht, João Cancelo glich zwei Minuten später auf ähnliche Weise aus. Den Siegtreffer erzielte in der 79. Minute Gonçalo Ramos nach einem Heber von Vitinha und einer Querablage von João Félix. Francisco Conceição sah kurz vor Schluss Gelb-Rot.
Erling Haaland blieb weitgehend unauffällig und signalisierte in der 67. Minute selbst, dass er nicht weitermachen kann – vier Tage vor Manchester Citys Auswärtsspiel in Liverpool.
Ronaldo hat in dieser Nations-League-Saison nur das erste Spiel gegen Wales bestritten; damals ersetzte ihn Ramos. Seitdem hat Portugal dreimal gewonnen. Der Mann, der ihn ersetzt hat, hat in Oslo und in Porto die Siegtore geschossen. Für Jesus ist das eine komfortable Position, aus der heraus man eine Tür öffnen kann. Für Ronaldo ist es die unbequemste, durch die man gehen müsste.







































