FC Schalke 04
·18. Juli 2026
Matthias Tillmann: Für einen Befreiungsschlag braucht es eine Bewegung

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·18. Juli 2026

Der Vorstandsvorsitzende Matthias Tillmann sprach auf der Mitgliederversammlung am Samstag (18.7.) über das vergangene Jahr, sportliche und finanzielle Herausforderungen, sowie das Berger Feld als königsblaues Erlebniszentrum. schalke04.de hat die Aussagen zusammengefasst.
… die vergangenen zwölf Monate: Die letzte Mitgliederversammlung liegt erst acht Monate zurück, doch es hat sich einiges getan. Das Wichtigste: Wir haben die Uhren wieder vorgestellt: von samstags 13 Uhr auf 15.30 Uhr! Mein großer Dank gilt der Mannschaft und dem Staff, Ihr habt den Verein stolz gemacht. Nicht bloß im Sport, generell sieht die Welt heute besser aus als vor einem Jahr. Das liegt an der harten Arbeit der vergangenen Jahre, für die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein großer Dank gebührt. Ebenso haben der Vorstand und die Gremien tolle Geschlossenheit bewiesen, und gemeinsam konnten wir allen Widerständen zum Trotz ein stabiles Fundament aufbauen. Finanziell haben wir uns stabilisiert, mit dem Fokus auf Daten eine Spielidee und Schalke-DNA entwickelt und uns von Abhängigkeiten der Vergangenheit befreit. Das war die Basis für den Aufstieg – das allein wird aber nicht reichen, um sich nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren. Dazu bedarf es eines klaren Stufenplans. Als nächstes wollen wir weiter selbstständig gestalten und nachhaltig in alle Bereiche investieren.
… die finanzielle Situation: Wir haben einen neuen Schalker Kreisel definiert, und der dreht sich in die richtige Richtung. Nun müssen wir die Geschwindigkeit erhöhen. In den vergangenen Jahren hatten wir zwei enge Leitplanken: die Eigenkapitalregel und die Sicherstellung unserer Liquidität. Letztere konnten wir verbessern, die Eigenkapitalregel bleibt aber eine große Herausforderung für uns. In der Bundesliga werden wir das negative Eigenkapital um zehn Prozent jährlich abbauen müssen – das erfordert zehn Millionen Euro Gewinn. Einen solchen Wettbewerbsnachteil hat kein anderer Bundesligist. Genau deshalb haben wir im vergangenen Jahr die Genossenschaft ins Leben gerufen. Mit ihr bleiben wir unabhängig und selbstbestimmt als eingetragener Verein, behalten die VELTINS-Arena in eigenen Händen, müssen aber auf Strecke das Eigenkapital verbessern. Viele von Euch haben bereits Anteile gezeichnet, und das hat uns im vergangenen Sommertransferfenster wie auch im Winter geholfen. Für einen Befreiungsschlag braucht es allerdings eine ganze Bewegung – und die Genossenschaft kann eine solche werden, das hat das vergangene Jahr bewiesen. Wir werden die Eigenkapitalregel im kommenden Jahr nicht aus dem Tagesgeschäft stemmen können. Deshalb kommen wir zu Euch in die Städte: um zu zeigen, was wir mit der Auf Schalke eG bewegen können. Denn wir brauchen jeden Einzelnen von euch. Unsere Schalke gehört uns-Tour durch Deutschland hat uns auch gezeigt, dass wir noch stärker mit den Fanclubs in den Austausch gehen möchten. Für diesen Dialog schaffen wir ein monatliches digitales Angebot, damit wir gemeinsam Schalke 04 weiterentwickeln.
… die TV-Geld-Verteilung: Wir stehen in der TV-Geld Tabelle vor Elversberg, aber hinter Paderborn und allen anderen Vereinen auf dem vorletzten Platz in der Bundesliga. Der Unterschied zu Mainz, Hoffenheim oder Union beträgt circa 25 Millionen Euro. Das kann nicht sein. Wir sind der drittgrößte Verein in Deutschland, liegen auf Platz neun bei den Heimzuschauern in Europa, waren Auswärtsfahrermeister und bringen entsprechende Einschaltquoten. In anderen Topligen werden 25 Prozent der Gelder nach Interesse verteilt, in der Bundesliga sind es drei Prozent. Das werden wir nicht mehr akzeptieren. Wir werden für die nächste Ausschreibung Lösungen vorschlagen und laden andere große Traditionsvereine ein sich uns anzuschließen, um mit der Bundesliga in den Diskurs zu gehen.
… das Berger Feld: Die Orte für Fans auf Schalke sollen sich weiterhin vor allem nahbar, authentisch und leidenschaftlich anfühlen. Deshalb arbeiten wir akribisch daran, das Erlebnis im Stadion und die Fanclub-Kultur weiterzuentwickeln, genauso wie das Berger Feld als Zentrum des königsblauen Alltags. Es soll zum Erlebnis-Quartier für Fans mit Angeboten an 365 Tagen im Jahr werden. Für unsere Schalke-Terrassen, an denen Menschen jeden Tag zusammenkommen sollen, haben die Bauarbeiten Ende Juni mit dem Spatenstich begonnen, die Eröffnung ist für kommenden Herbst geplant.
… die VELTINS-Arena: Bei allen Neuerungen und Änderungen ist es auch wichtig, einmal innezuhalten, und ein besonderes Jubiläum zu feiern: Unsere VELTINS-Arena ist mittlerweile 25 Jahre alt, wir investieren regelmäßig in die Instandhaltung – doch bei der WM in den USA konnte man feststellen, dass neue Stadien in manchen Dingen einfach moderner sind. Auch wir investieren in eine topmoderne Multifunktions-Arena. Im vergangenen Jahr konnten wir das Einlasssystem modernisieren, die Digitalisierung voranbringen und neue Hospitality-Angebote schaffen. Und wir werden weitermachen: die LED-Bande, einzelne Bereiche im Stadion und der Ticket-Vorverkauf sind aktuelle Themen. Genauso beschäftigen wir uns mit der Frage, ob Nicht-Mitglieder weiterhin Dauerkarten kaufen können sollten, oder ob wir dieses Privileg der steigenden Zahl an Mitgliedern vorbehalten.
… die wirtschaftliche Stärke: Investitionen in den aktuellen Umbau des Berger Felds waren und sind nur möglich durch bestehende Partner aus der Region. Wir bekennen uns klar zu unserem Standort und haben ein Fundament aus einer Vielzahl an Partnern aus nächster Nähe geschaffen, dazu den Business Kreisel als Netzwerk mit über 140 Unternehmen ins Leben gerufen. Darüber hinaus konnten wir auf oberster Ebene starke Partner für Schalke 04 gewinnen, die BEUMER Group und Blåkläder passen perfekt zu uns. Dazu hat die Zusammenarbeit mit adidas für einen Rekordumsatz im Merchandising gesorgt – und die nächsten spannenden Kollektionen stehen bereits in den Startlöchern. Auch VELTINS, seit 1997 an unserer Seite, hat ein starkes Bekenntnis mit der Verlängerung um zehn Jahre gesendet. Ein großer Dank geht dafür an Fabian Veltins und die gesamte Brauerei. Insgesamt blicken wir auf ein sehr erfolgreiches Vermarktungsjahr zurück, die Umsätze sind gewachsen. In unserer letzten Bundesliga-Saison hatten wir knapp 50 Millionen Euro Umsatz – die wollen wir in der kommenden Spielzeit um mindestens zehn Prozent übertreffen.
Mit einer Mitgliedschaft in der Auf Schalke eG gestalten Schalkerinnen und Schalker die Zukunft ihres Vereins aktiv mit – selbstbestimmt, nachhaltig und aus eigener Kraft. Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für sportlichen Erfolg, starke Nachwuchsarbeit und ein stabiles Fundament für kommende Generationen.
Jetzt über die Auf Schalke eG informieren und Teil des Aufbruchs werden: aufschalkeeg.schalke04.de
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