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·5. März 2026
Mauertaktik in München? »Das wäre gegen Bayern fast Selbstmord«

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Borussia Mönchengladbach tritt am Freitagabend um 20.30 Uhr beim designierten alten und neuen Deutschen Meister Bayern München an. Der ehemalige Angstgegner Borussia kommt als krasser Außenseiter in die Arena. Dennoch ist es mehr als nur ein Bonusspiel für die Gladbacher.
Es ist noch nicht allzu lange her, da war Borussia Mönchengladbach eine Art Angstgegner für den FC Bayern. Doch die Fohlen haben ihren Schrecken in den letzten Jahren verloren, und gleichzeitig sind die Bayern ihnen noch viel weiter entrückt. Dass die Münchner in einer komplett anderen Liga spielen, hat man in Gladbach längst akzeptiert. Mittlerweile ist der Klassenunterschied aber nicht nur gegenüber der Borussia vorhanden, sondern auch gegenüber allen anderen Bundesligisten.
Die Bayern haben am vergangenen Wochenende mit dem Statement-Sieg in Dortmund die Meisterschaft so gut wie perfekt gemacht und werden sich nun auf die Champions League fokussieren. Auch deshalb wird der leicht angeschlagene Harry Kane am Freitag eine Pause bekommen. Ändern wird das für die Gladbacher allerdings nichts. »Ob Kane spielt oder nicht, das betrifft keine andere Herangehensweise«, sagte Eugen Polanski am Donnerstag. »Egal, wen sie aufstellen oder aufgestellt hätten – da spielt ein Topspieler nach dem anderen auf jeder Position.«
Bayern nicht in den Rhythmus kommen lassen
»Es ist ein sehr großer Verdienst der Verantwortlichen bei Bayern, dass sie aus Top-Einzelspielern ein Top-Top-Team machen«, lobte Polanski den übermächtigen Gegner. Gleichzeitig stellte er jedoch klar, dass man nicht als williges Schlachtopfer in die bayerische Landeshauptstadt fährt. »Das ist kein Bonusspiel. Es ist eins von 34 Bundesligaspielen, und wir sind privilegiert, in der Bundesliga diese Spiele spielen zu können. Wir schenken das auf keinen Fall ab.«
Die Frage ist, wie es die Gladbacher angehen wollen. Den Bus parken und auf eine reine Mauertaktik zu setzen, wird nicht Polanskis Matchplan sein. »Sich hinten reinstellen und von Anfang an zu sagen: Ihr könnt jetzt kommen und wir stehen tief hinten drin und das über 95 Minuten – ich glaube, das wäre gegen Bayern fast Selbstmord. Du musst alle Phasen des Spiels bedienen und sie ärgern können, indem du sie nicht in ihren Rhythmus kommen lässt. Das bedeutet Zweikämpfe führen, enge Abstände haben und mal in einem tiefen Block spielen. Aber es ist sehr wichtig, dann auch mit Ball gewisse Momente zu nutzen. Um ein bisschen Ruhe und Kontrolle zu haben und den Gegner tatsächlich auch vor Aufgaben zu stellen.«
»Die wenigsten glauben an dich – und das ist genau die Chance, die du vielleicht hast«
Mit welcher Startelf Polanski dieses Vorhaben angehen wird, ließ er im Vorfeld offen. Klar ist, dass Yannik Engelhardt nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt fehlen wird. Zudem hat sich eine Rückkehr von Kota Takai zerschlagen – für den jungen Japaner kommt die Partie in München noch zu früh. Damit stellt sich die Frage, wie Abwehrkette und Mittelfeldreihe formiert werden. Die Kette könnte unverändert bleiben und Sander weiterhin hinten spielen; er wäre aber auch eine Option für die Engelhardt-Position, sodass dann ein anderer in der letzten Reihe starten müsste. Polanski gab sich hinsichtlich derartiger Pläne einen Tag vor dem Spiel verschlossen.
Wie dem auch sei – Borussia hat in München nicht allzu viel zu verlieren. Sollte man sich nicht mit einer bodenlosen Leistung abschießen lassen, dürfte das Spiel keine größeren negativen Auswirkungen auf die hochbrisanten nächsten Partien haben. Und wer weiß – vielleicht sind die Münchner mit ihren Gedanken schon in der New Balance Arena in Bergamo, wo am Dienstag das Achtelfinalhinspiel in der Königsklasse stattfindet. In jedem Fall müssen die Borussen auf den Punkt da sein, wie auch Sportchef Rouven Schröder betonte: »Es ist Fakt, dass du da natürlich einen unglaublich guten Tag brauchst. Die wenigsten glauben an dich – und das ist ja genau die Chance, die du vielleicht hast.«
von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto
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