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·30. Mai 2026

Mehr als ein Besuch: RBL packt in Tshwane mit an

Artikelbild:Mehr als ein Besuch: RBL packt in Tshwane mit an

Die Straßen werden schmaler, je näher wir dem Mbolekwa Sports Complex nahe Pretoria kommen. Vor kleinen Häusern sitzen Menschen im Schatten, Kinder in Schuluniformen laufen am Straßenrand entlang, irgendwo rollt ein Ball über den Asphalt. Es ist laut, lebendig, warm – dieser ganz eigene Rhythmus eines Nachmittags in Atteridgeville.

Dann öffnet sich die Straße, und plötzlich liegt vor uns ein weites Sportgelände: Hallen, Basketballkörbe, ein Fußballplatz, dahinter eine alte Tribüne. Schon von weitem ist zu hören, dass hier etwas Besonderes passiert. Mehr als 50 Kinder warten auf den Stufen, manche mit Bällen in der Hand, andere mit Fußballschuhen oder den Tour-Shirts, die sie später unterschreiben lassen wollen.


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Als Péter Gulácsi, Leo Zingerle und drei RBL-Nachwuchsspieler durch den Eingang treten, wird aus Vorfreude Jubel. Die Kinder springen auf, rufen, lachen, drängen nach vorn. Für ein paar Minuten gibt es nur noch Stifte, Shirts, Schuhe, Bälle – und dieses Leuchten in den Augen, das erklärt, warum dieser Besuch mehr ist als ein Programmpunkt.

Als die Vorfreude laut wird

Péter Gulácsi muss nicht lange suchen, um die Freude dieses Nachmittags zu sehen. Der RBL-Keeper nimmt sich Zeit, unterschreibt, posiert für Fotos, lacht mit den Kindern. Danach beschreibt er den Moment mit einem breiten Grinsen.

„Es war sehr, sehr cool. Man sieht, wie glücklich die Kinder sind und wie viel Freude sie am Fußball haben. Es ist einfach ein schöner Nachmittag. Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit haben, hier helfen zu können.“

Der Mbolekwa Sports Complex gehört zur City of Tshwane, der Metropolregion rund um Pretoria. Die Anlage wird von der lokalen Jugend- und Fußball-Community genutzt. Nur rund einen Kilometer entfernt liegt das Lucas Moripe Stadium, in dem RB Leipzig im Rahmen der Südafrika-Tour auf die Mamelodi Sundowns trifft.

Diese Nähe erzählt viel über den Fußball hier: auf der einen Seite das große Stadion, die Bühne für das internationale Testspiel. Auf der anderen Seite ein Community-Platz, auf dem Kinder nach der Schule zusammenkommen, kicken, lachen und ihren eigenen Fußballmoment erleben.

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Arbeit an einem wichtigen Ort

Die Roten Bullen sind an diesem Nachmittag nicht nur hier, um Autogramme zu schreiben. Im Rahmen der Südafrika-Tour unterstützt RB Leipzig gemeinsam mit Partnern die Renovierung der Anlage. Im Fokus stehen vor allem die Bereiche innerhalb der Tribüne: die Umkleidekabinen und Sanitäranlagen. Auch die Tribüne selbst wird auf Vordermann gebracht.

Für Johann Plenge kommen an diesem Ort zwei Dinge zusammen: junge Menschen und die Infrastruktur, die sie brauchen, um Fußball wirklich leben zu können. 

„Kinder und Jugendliche sind immer unser Fokus“, erklärt der RBL-Geschäftsführer. „Ihnen die Möglichkeit zu geben, Fußball zu spielen, ist extrem wichtig. Denn Fußball beginnt nicht in der Bundesliga oder Champions League. Fußball beginnt genau an Plätzen wie diesem, wo Kinder Spaß und Freude am Spiel haben.“

Damit solche Orte funktionieren, brauche es die passenden Voraussetzungen: „Man braucht ein Feld, eine Tribüne, Umkleidekabinen. Wir freuen uns, dass wir dieses Projekt unterstützen können und dass die Tribüne hinter uns zukünftig in einem anderen Licht erscheint.“

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Zwischen Staub, Pässen und High Fives

Während vor der Tribüne noch unterschrieben wird, rollt unten längst der Ball. Die ersten Kinder laufen auf den Platz, kurz darauf mischen sich die RBL-Spieler dazu. Es wird gedribbelt, gepasst, gejubelt. Manchmal ist es ein kurzer Doppelpass, manchmal ein Foto, manchmal nur ein High Five im Vorbeilaufen.

Für Pete sind solche Orte viel mehr als nur Sportflächen. Sie sind Treffpunkte. Räume, in denen Kinder wachsen können – mit dem Ball, aber auch miteinander.

„Es geht nicht nur um Fußball“, betont unser Torhüter. „Es geht um das Miteinander, darum, Freunde zu haben, Spaß am Leben zu haben. Auf einem Fußballplatz kann man das alles erleben. Ich bin selbst so aufgewachsen. Ich war nachmittags jeden Tag auf dem Fußballplatz, hatte dort viele Freunde. Diese sozialen Kontakte, diese Freundschaften – das ist genauso wichtig wie der Sport selbst.“

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Mit den Augen eines Vaters

Für unseren Torhüter, selbst zweifacher Vater, bekommt ein Projekt wie dieses eine zusätzliche Ebene. Die Begegnung mit den Kindern, der Zustand der Anlage, die Freude über den Besuch – all das wirkt bei ihm sichtbar nach.

„Natürlich schaut man als Vater noch einmal anders auf so ein Projekt“, ordnet er ein. „Man sieht, wie privilegiert wir sind, in einem anderen Umfeld aufgewachsen zu sein – und welche Möglichkeiten unsere Kinder haben. Deshalb ist es eine sehr schöne Geste, den Kindern hier die Möglichkeit zu geben, etwas Besseres und Schöneres zu haben. Am Ende sollen Kinder Spaß haben, Freude haben und so aufwachsen können.“

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Was über den Nachmittag hinaus bleibt

Auch für Plenge steht im Mittelpunkt, was junge Menschen aus einem Ort wie diesem mitnehmen können. Natürlich geht es um Fußball. Aber eben nicht nur.

„Sie können hier Freundschaften entwickeln, als Team zusammenkommen und die Kernwerte lernen, die Fußball ausmachen: Fairplay, Teamwork, hart arbeiten, besser werden“, erklärt Plenge. „Dafür braucht man unterschiedliche Bausteine. Einen wichtigen haben wir heute hier mitgebracht.“

Gulácsi beschreibt es ähnlich. Fußball könne über den Profisport hinaus sehr viel transportieren: Zusammenhalt, Miteinander, Respekt.

„Fußball hat sehr, sehr viele Werte. Es ist ein Mannschaftssport, in dem vieles zusammenkommt. Wenn man solche Fußballplätze oder Sportanlagen hat, kann man diese Werte auch lernen.“

Ein Platz, der weiterlebt

Als der Besuch langsam ausläuft, sind viele Shirts voll mit Unterschriften. Bälle werden festgehalten, als wären sie kleine Schätze. Die Kinder laufen weiter über den Platz, einige schauen immer wieder zurück zur Tribüne.

Genau dort wird in Zukunft gearbeitet. An den Umkleiden. An den Sanitäranlagen. An einem Ort, der für viele Kinder hier mehr ist als ein Fußballplatz.

Ein Platz, an dem sie zusammenkommen.Ein Platz, an dem Freundschaften entstehen.Ein Platz, an dem Fußball beginnt.

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