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·24. Juni 2026
Messi trifft, Ronaldo antwortet — und Kansas City wartet

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·24. Juni 2026

Am 17. Juni um drei Uhr morgens Ortszeit, als Kansas City noch halb schlief, lief Lionel Messi in sein 200. Länderspiel ein. Siebzigtausend Menschen im Arrowhead Stadium — Heimstätte der Kansas City Chiefs, Schmiede von Super-Bowl-Legenden — standen trotz der Stunde. Zehn Minuten später traf er, sechzig Minuten später zum zweiten Mal, zwanzig Minuten vor Schluss zum dritten. Hattrick. Erster WM-Hattrick seiner Karriere. Mit 16 Toren egalisierte er in Kansas City zunächst den Allzeitrekord von Miroslav Klose.
Sechs Tage danach, Dallas, Mittagshitze, über 32 Grad: Argentinien gegen Österreich. Messi verschoss einen Elfmeter in der neunten Minute — und traf trotzdem noch zweimal, in der 38. Minute und tief in der Nachspielzeit. Tor 17 und 18. Alleiniger Rekordhalter. Er traf damit im sechsten WM-Spiel in Folge; in diesen sechs Partien erzielte er zehn Tore.
Bastian Schweinsteiger, ARD-Experte am Rand des Rasens, suchte nach Worten: „Er nimmt am Spiel eigentlich nicht teil — aber wenn, dann kommt einfach Magie raus.“
Einen Tag nach Messis Rekord lief Cristiano Ronaldo in Houston auf, 41 Jahre alt, und spielte sein eigenes Programm. Sechste Minute: Tor. Erster Spieler der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Portugal gewann 5:0, Ronaldo traf doppelt, überholte dabei Portugals Legende Eusébio mit dem neunten und zehnten WM-Treffer in der ewigen Torschützenliste.
„Damit das niemand vergisst: Wir sind zurück, ich bin zurück“, rief er ins erste Mikrofon, das ihm jemand hinhielt.
Der Satz verrät einiges. Portugal hatte das Auftaktspiel gegen die DR Kongo 1:1 gespielt — kraftlos, richtungslos — und der Lärm über Ronaldos Alter war sofort zurück. Nach dem 5:0 gegen Usbekistan schweigen die Kritiker wieder. Vorerst.
Was diese WM auch zeigt: Beide Teams haben begriffen, wie sie ihre alternden Anführer schützen müssen — taktisch, nicht sentimentalisch.
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni setzt auf ein dynamisches, vertikal ausgerichtetes System, getragen von Spielern wie Thiago Almada und Julián Álvarez. Messis reduzierte Defensivarbeit wird kollektiv kompensiert. Er bekommt den Raum im letzten Drittel; er muss ihn sich nicht erkämpfen. Das System arbeitet für ihn. Die Folge: fünf Tore in zwei Spielen.

Foto: Getty Images
Portugal funktioniert anders. Roberto Martínez braucht auf den Außenbahnen Nuno Mendes und João Cancelo als Lieferanten, braucht Bruno Fernandes als Dirigenten im Zentrum, der die letzten Meter für Ronaldo überbrückt. Ronaldo selbst ist kaum noch der Mann, der Gegenspieler durch halbe Stadien dribbelt — er ist der Zielspieler, der im Strafraum erscheint und trifft. Gegen Usbekistan klappte das auf Anhieb. Gegen Kolumbien am 27. Juni wird es schwieriger.
Ronaldo kündigte bereits Ende vergangenen Jahres an, dass die WM 2026 seine letzte sein wird: „Ich werde dann 41 Jahre alt sein, und ich denke, das wird der richtige Zeitpunkt sein.“ Messis Lage ist ähnlich — auch wenn er sich öffentlich bedeckter hält. Zwei Männer, die 2006 beim Sommermärchen in Deutschland gemeinsam ihre erste WM spielten, beschließen jetzt, auf den gleichen nordamerikanischen Rasenplätzen, ihre letzte.
Ronaldo fasste ihre gemeinsame Ära einmal so zusammen: „Wir waren 15 Jahre lang gemeinsam auf der Weltbühne. Ich weiß nicht, ob so etwas im Fußball jemals vorkam: die gleichen zwei Typen zu jeder Zeit auf demselben Level.“
Diese Parallelität ist das eigentliche Phänomen. Nicht Messi oder Ronaldo — sondern die zwanzig Jahre, in denen der Weltfußball zwei gleichzeitige Superlative produziert hat. Ein Argentinierfan, der bei der WM 2006 in München mit dem Schal auf dem Kopf durch die Fußgängerzone zog, und ein Portugiese aus Lissabon, der gleichzeitig in einer Bar irgendwo in der Baixa saß: Beide haben seither keine WM verpasst. Beide werden in diesem Sommer ihre letzte sehen — mit ihren Spielern auf dem Platz.
Ausgerechnet jetzt, kurz nach dem 39. Geburtstag, ausgerechnet in Nordamerika, läuft Messi zur bisher besten Form seines WM-Lebens auf. Vor der WM 2022 hatte er in vier Turnieren nur sechs WM-Tore erzielt. Was danach geschah, veränderte alles. Das ist die eigentliche Geschichte dieses Turniers: kein langsamer Abschied, sondern ein Rausch.
Gewinnen Argentinien als Gruppensieger der Gruppe J und Portugal als Gruppensieger der Gruppe K ihre ersten beiden K.o.-Spiele, träfen sie laut FIFA-Turnierbaum im Viertelfinale aufeinander. Schauplatz: Kansas City, wieder das Arrowhead Stadium. Datum: 11. Juli 2026. Das Spiel trägt intern die Nummer 100 im Turnierbaum.
Argentinien bestreitet das Sechzehntelfinale am 3. Juli in Miami gegen den Zweitplatzierten der Gruppe H. Portugal klärt am 27. Juni gegen Kolumbien zunächst die eigene Platzierung — ein Unentschieden reicht für das Weiterkommen, ein Sieg bringt den Gruppensieg.
Noch ist nichts entschieden. Kolumbien, mögliche Achtelfinalgegner, Frankreich, England — das Turnier ist breit besetzt. Doch der Turnierbaum liegt offen, und wer ihn liest, sieht, was möglich ist.
2006, Gruppenspiel in Leipzig: Portugal gegen Argentinien, 1:0. Ronaldo spielte, Messi nicht. Das erste mögliche Aufeinandertreffen fand ohne die eigentliche Begegnung statt. Vielleicht klappt die richtige erst jetzt — im letzten Anlauf.
Messi hat in den ersten beiden Gruppenspielen fünf Tore erzielt: einen Hattrick beim 3:0 gegen Algerien und einen Doppelpack beim 2:0 gegen Österreich. Damit steht er bei insgesamt 18 WM-Toren — alleiniger Allzeitrekord, zuvor gemeinsam mit Miroslav Klose bei 16 Toren.
Ronaldo ist der erste Spieler der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Beim 5:0-Sieg gegen Usbekistan erzielte er zudem seinen neunten und zehnten WM-Treffer und überholte damit Portugals Legende Eusébio als nationalen WM-Rekordtorschützen.
Laut FIFA-Turnierbaum wäre ein direktes Duell im Viertelfinale am 11. Juli 2026 in Kansas City möglich — sofern Argentinien als Gruppensieger der Gruppe J und Portugal als Gruppensieger der Gruppe K jeweils Sechzehntel- und Achtelfinale gewinnen. Alternativ ist ein Aufeinandertreffen im Halbfinale oder Finale (19. Juli, New York/New Jersey) denkbar.
Argentinien ist bereits vorzeitig Gruppensieger der Gruppe J und bestreitet das Sechzehntelfinale am 3. Juli in Miami gegen den Zweitplatzierten der Gruppe H. Das abschließende Gruppenspiel gegen Jordanien am 27. Juni ist sportlich bedeutungslos.
Portugal trifft am 27. Juni auf Kolumbien. Mit vier Punkten reicht ein Unentschieden für das Weiterkommen ins Sechzehntelfinale. Ein Sieg bedeutet Gruppensieg in Gruppe K — und damit die günstigere Turnierbaum-Hälfte für ein mögliches Viertelfinale gegen Argentinien.
Sehr wahrscheinlich ja. Ronaldo erklärte Ende 2025 öffentlich, dass dies seine letzte WM sein werde. Messi äußert sich zurückhaltender, doch angesichts seines Alters (39 im Juli 2026) gelten beide Auftritte als finales Kapitel auf der WM-Bühne.







































