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·4. Juni 2026

Messi und Ronaldo vor letztem WM-Tanz: Die unterschiedlichen Vorzeichen

Artikelbild:Messi und Ronaldo vor letztem WM-Tanz: Die unterschiedlichen Vorzeichen

Es ist eine dieser Geschichten, die eigentlich schon mehrfach zu Ende erzählt schien. Lionel Messi hat den WM-Pokal gewonnen, Cristiano Ronaldo hat fast alle Rekorde gebrochen, beide haben den Fußball über zwei Jahrzehnte geprägt. Und trotzdem stehen sie im Sommer 2026 noch einmal auf der größten Bühne des Weltfußballs. Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wird wohl der letzte gemeinsame WM-Tanz der beiden Superstars.

Für Messi und Ronaldo ist es bereits die sechste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Das gab es in der Geschichte des Turniers, bis auf Kult-Torhüter Guillermo Ochoa, noch nie. Seit ihrem ersten Auftritt 2006 in Deutschland sind 20 Jahre vergangen. Damals waren beide noch junge Talente mit großer Zukunft. Heute reisen sie als lebende Legenden nach Nordamerika.


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Messi hat seinen Traum schon erfüllt

Für Lionel Messi ist diese WM in gewisser Weise ein Bonus. Der Argentinier hat 2022 in Katar das geschafft, woran seine gesamte Nationalmannschaftskarriere lange gemessen wurde, denn er führte Argentinien zum ersten WM-Titel seit 1986, wurde Spieler des Turniers und krönte seine Karriere endgültig.

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Foto: Getty Images

Eigentlich hätte es der perfekte Abschluss sein können. Nach dem dramatischen Finale gegen Frankreich hatte Messi alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Doch der inzwischen 38-Jährige ist noch immer da. Seit 2023 spielt er bei Inter Miami, kennt die Bedingungen in den USA bestens und bleibt für Argentinien sportlich wie emotional eine zentrale Figur.

Allerdings ist seine Rolle nicht mehr dieselbe wie vor vier Jahren. Argentinien ist längst nicht mehr nur Messi. Mit Spielern wie Julian Alvarez, Enzo Fernandez, Alexis Mac Allister, Lautaro Martinez und Emiliano Martinez verfügt Weltmeister-Trainer Lionel Scaloni über ein breites, gereiftes Gerüst. Messi muss nicht mehr jede Partie über 90 Minuten tragen. Aber gerade in engen Spielen kann ein Moment von ihm sicherlich noch immer reichen.

Auch statistisch kann Messi bei dieser WM Geschichte schreiben. Mit 26 WM-Einsätzen ist er schon jetzt Rekordspieler des Turniers. Außerdem steht er bei 13 WM-Toren und damit nur drei Treffer hinter Miroslav Klose, der die Liste anführt.

Ronaldo jagt den letzten großen Titel

Bei Cristiano Ronaldo ist die Ausgangslage eine andere. Der Portugiese hat mit seiner Nationalmannschaft die EM 2016 gewonnen, dazu kamen zwei Nations-League-Titel. Doch der WM-Pokal fehlt noch immer in seiner Sammlung.

Mit 41 Jahren geht Ronaldo wohl in seine letzte Weltmeisterschaft. Portugal hat ihn erneut nominiert, Nationaltrainer Roberto Martinez setzt weiter auf seinen Kapitän. Der Superstar von Al-Nassr ist aber längst nicht mehr der explosive Flügelspieler von früher, doch er bleibt ein Torjäger, ein Führungsspieler und eine Figur, an der sich das gesamte portugiesische Team orientiert.

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Ronaldo hält einen besonderen WM-Rekord, denn er ist der einzige Spieler, der bei fünf verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. In der K.o.-Phase gelang ihm trotzdem bisher noch kein einziges Tor. Genau das dürfte eine der großen persönlichen Missionen bei seiner sechsten und wohl letzten WM sein.

Portugal bringt dafür eines der stärksten Teams der vergangenen Jahre mit. Spieler wie Bruno Fernandes, Bernardo Silva, Vitinha, Joao Neves oder Nuno Mendes stehen für enorme Qualität. Gerade deshalb wird rund um Ronaldo immer wieder diskutiert, ob er dieser Mannschaft noch hilft oder sie in bestimmten Phasen sogar bremst.

Zwei Karrieren, zwei unterschiedliche WM-Geschichten

So auf Augenhöhe die Karrieren von Messi und Ronaldo verliefen, so unterschiedlich sind ihre WM-Geschichten. Messi musste lange warten, bis sein Turniermoment kam. 2006 war er noch Ergänzungsspieler, 2010 scheiterte Argentinien im Viertelfinale an Deutschland, 2014 verlor er das Finale gegen die DFB-Auswahl, 2018 war gegen Frankreich im Achtelfinale Schluss. Erst 2022 wurde aus der offenen Wunde der größte Triumph seiner Karriere.

Ronaldo erlebte seine beste WM-Platzierung gleich bei seiner ersten Teilnahme. 2006 erreichte Portugal das Halbfinale. Danach folgten mehrere enttäuschende Turniere: Achtelfinal-Aus 2010, Vorrunden-Aus 2014, Achtelfinal-Aus 2018 und das bittere Viertelfinal-Aus 2022 gegen Marokko. Messi wurde in Katar zur WM-Ikone, Ronaldo verließ das Turnier damals unter Tränen. Deshalb fühlt sich 2026 bei beiden anders an. Messi reist als Titelverteidiger und erfüllter Champion an. Ronaldo reist mit dem letzten großen offenen Kapitel seiner Karriere an.

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Ein letztes direktes Duell ist möglich

Natürlich lebt auch diese WM von der großen Frage: Kommt es noch einmal zum direkten Duell zwischen Messi und Ronaldo? Je nach Turnierverlauf wäre ein Aufeinandertreffen von Argentinien und Portugal in der K.o.-Phase möglich. Es wäre wohl das größte letzte Kapitel einer Rivalität, die den Fußball über 20 Jahre begleitet hat.

Beide haben sich nie regelmäßig direkt gegenübergestanden, seit sie Europa verlassen haben. Gerade deshalb hätte ein WM-Duell in Nordamerika eine besondere Wucht. Auch danach würde wohl nicht endgültig geklärt werden, wer der Größte ist, trotzdem wäre es der perfekte Rahmen, zwei der größrten Spieler der Fußballgeschichte noch einmal gemeinsam auf dem Platz zu sehen.

Die WM der Generationen

Die WM 2026 wird ohnehin ein Turnier der Extreme. Durch die Erweiterung auf 48 Nationen werden insgesamt 1.248 Spieler dabei sein. Für viele ist es die erste Weltmeisterschaft, für Messi, Ronaldo und auch Mexikos Torwart-Ikone Guillermo Ochoa bereits die sechste. Auch andere große Namen wie Neymar, Luka Modric oder Manuel Neuer könnten zum letzten Mal bei einer WM dabei sein.

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