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·8. Juni 2026

Messi vor dem Hattrick? Die Favoriten auf den WM-MVP 2026

Artikelbild:Messi vor dem Hattrick? Die Favoriten auf den WM-MVP 2026

Die Wahl des besten Spielers einer WM ist oft eng mit dem Abschneiden der erfolgreichsten Mannschaften verknüpft. Seit 1978 vergibt die FIFA die Auszeichnung für den herausragenden Akteur des Turniers, seit 2006 in ihrer heutigen Form als Goldener Ball.

Wer den begehrten WM-Pokal am Ende in den Himmel stemmt, der verfügt häufig auch über den aussichtsreichsten Kandidaten auf den – nach dem Ballon d’Or – vermutlich zweitwichtigsten Individualpreis im Fußball. Kurz vor dem Beginn der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko kristallisieren sich bereits einige Namen heraus, die im Rennen um die prestigeträchtige Ehrung eine zentrale Rolle spielen dürften.


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Lamine Yamal

Dass Spanien bei dieser Weltmeisterschaft als einer der ganz großen Favoriten gehandelt wird, liegt nicht zuletzt an Lamine Yamal. Die Iberer reisen als amtierender Europameister nach Nordamerika und verfügen über einen Kader, der in nahezu allen Mannschaftsteilen Weltklasse-Qualität aufweist. Während vor zwei Jahren noch darüber diskutiert werden konnte, ob Spieler wie Rodri oder Fabian Ruiz die wichtigsten Bausteine des spanischen Erfolgs waren, hat sich das Kräfteverhältnis inzwischen deutlich verschoben.

Yamal ist Gesicht und klarer Unterschiedsspieler dieser Mannschaft. Der Offensivstar des FC Barcelona hat eine herausragende Saison hinter sich und unterstrich sein Ausnahmetalent nahezu wöchentlich. Allein in der Liga sammelte er in 28 Partien ebenso viele direkte Torbeteiligungen. Auch in der Nationalmannschaft stimmen die Zahlen: 18 Scorerpunkte in 25 Länderspielen sprechen für sich.

Der Flügelspieler wird während des Turniers erst 19 Jahre alt, gehört aber bereits jetzt zu den größten Stars des Weltfußballs. Sollte Spanien bis ins Finale vorstoßen, dürfte Yamal maßgeblich dafür verantwortlich sein. Und genau das macht ihn zu einem der aussichtsreichsten Kandidaten auf den Goldenen Ball.

Kylian Mbappé

Kaum ein aktiver Spieler trumpft bei Weltmeisterschaften so sehr auf wie Kylian Mbappé. Der Franzose hat bei bislang zwei Turnierteilnahmen herausragende zwölf Tore in gerade einmal 14 Spielen erzielt. Zweimal stand er zudem im Finale.

Längst stellt sich nicht mehr die Frage, ob Mbappé den WM-Torrekord von Miroslav Klose mit 16 Treffern irgendwann erreichen wird. Viel spannender ist, ob dies bereits 2026 geschieht. Frankreich zählt zu den Top-Favoriten auf den Titel und stellt einen Kader, der sowohl in der Spitze als auch in der Breite kaum Wünsche offenlässt. Sollten Les Bleus bis ins Halbfinale oder Finale vorstoßen und damit die maximale Anzahl an Spielen absolvieren, hätte Mbappé ausreichend Gelegenheiten, Geschichte zu schreiben.

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Foto: Getty Images

Für die Vergabe des Goldenen Balls wäre ein solcher Meilenstein natürlich ein gewichtiges Argument. Der Angreifer hat bereits 2018 als Weltmeister und 2022 als Torschützenkönig gezeigt, dass er auf der größten Bühne des Fußballs regelmäßig seine besten Leistungen abruft. Deshalb gehört er auch in diesem Jahr zu den heißesten Kandidaten auf den MVP-Award.

Harry Kane

Die Hoffnungen Englands ruhen einmal mehr auf Harry Kane. Die Three Lions warten seit Jahrzehnten auf einen großen Titel und wollen ihre lange Durststrecke bei der WM 2026 endlich beenden. Entsprechend groß wird die Verantwortung sein, die auf den Schultern des Kapitäns lastet.

Der Torjäger des FC Bayern reist mit reichlich Rückenwind an. Kane spielte eine überragende Saison, sicherte sich die Torjägerkanone der Bundesliga und gewann zudem den Goldenen Schuh als Europas erfolgreichster Ligatorschütze. Die Form stimmt also.

Auch bei Weltmeisterschaften liefert Kane zuverlässig. Acht Tore und drei Vorlagen in elf WM-Partien können sich mehr als nur sehen lassen. Sollte England tatsächlich an den entscheidenden Turniertagen vertreten sein und die eigenen Erwartungen erfüllen, wird der Stürmer zwangsläufig eine zentrale Rolle spielen.

Für einen mögliche MVP-Auszeichnung spricht zudem, dass Kane längst mehr ist als ein klassischer Torjäger. Seine Fähigkeit, Angriffe einzuleiten, Mitspieler einzusetzen und Spiele zu kontrollieren, macht ihn zum unumstrittenen Herzstück der englischen Offensive.

Lionel Messi

Der amtierende Besitzer des Goldenen Balls darf in dieser Liste selbstverständlich nicht fehlen. Lionel Messi führte Argentinien 2022 zum Weltmeistertitel und wurde anschließend folgerichtig als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Selbige Ehre wurde ihm auch nach der Finalniederlage gegen Deutschland 2014 zuteil.

Auf den ersten Blick sprechen jedoch einige Faktoren gegen eine Titelverteidigung. Messi wird kurz vor dem Turnier 39 Jahre alt, spielt „nur“ in der MLS und hatte zuletzt immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Liegen seine besten Zeiten also hinter ihm?

Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben gezeigt, dass man den achtmaligen Weltfußballer niemals vorschnell abschreiben sollte. Kaum ein Spieler in der Geschichte des Sports hat derart konsequent Erwartungen übertroffen und Prognosen widerlegt. Zudem liefert Messi auch heute noch beeindruckende Zahlen. In der laufenden MLS-Saison sammelte er in nur 14 Partien bereits 19 Scorerpunkte. Ebenfalls hilfreich: Argentinien gehört zum engsten Kreis der Favoriten. Sollte die Albiceleste erneut weit kommen, wäre es kaum überraschend, wenn Messi einmal mehr im Mittelpunkt stünde.

Vitinha

Häufig wird die Aufmerksamkeit in MVP-Diskussionen nur auf die Offensivstars gerichtet. Doch Vitinha könnte das ändern. Nicht wenige Experten sehen Portugal als einen der ganz großen Titelfavoriten mit dem vielleicht ausgewogen besetztesten Kader aller Nationen.

Besonders auffällig ist die PSG-Achse um Nuno Mendes, João Neves und Vitinha. Innerhalb dieses Trios nimmt Letztgenannter eine Sonderrolle ein. Der 26-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten zentralen Mittelfeldspieler der Welt entwickelt und prägt das Spiel seiner Mannschaft entscheidend.

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Foto: Getty Images

Vitinha verbindet Spielintelligenz mit technischer Klasse, ist gegen den Ball enorm wertvoll und reißt läuferisch ein enormes Pensum ab. Viele seiner Stärken lassen sich nicht immer unmittelbar in Toren oder Vorlagen messen, sind für den Erfolg eines Teams aber unverzichtbar.

Sollte Portugal ein Turnier spielen, das den hohen Erwartungen gerecht wird, dürfte Vitinha einer der Hauptgründe dafür sein. Macht es der Regisseur also wie Luka Modric 2018 und schnappt sich als zentraler Mittelfeldspieler den Goldenen Ball?

Honorable Mentions

Hinter den fünf Top-Kandidaten lauern weitere Hochkaräter auf ihre Chance. Ousmane Dembélé ist als amtierender Ballon-d’Or-Gewinner naturgemäß ein Kandidat. Declan Rice befindet sich in der Form seines Lebens und übernimmt die Chefrolle im hochkarätig besetzten englischen Mittelfeld. Hinter Bruno Fernandes liegt eine ähnlich herausragende Saison, für die er als bester Spieler der Premier League ausgezeichnet wurde. Argentinien verfügt mit Nico Paz über ein aufstrebendes Offensivtalent, das für Überraschungen sorgen könnte. Florian Wirtz gehört trotz der starken Konkurrenz ebenfalls in jede MVP-Diskussion. Und auch Achraf Hakimi hat bei der WM 2022 bereits bewiesen, dass er eine Mannschaft weit tragen kann.

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