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·31. Mai 2026
Miasanrot Awards 2026 – Newcomerin der Saison: Bernadette Amani

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·31. Mai 2026

Bernadette Amani kam im Winter zum FC Bayern. Schnell etablierte sie sich in der Startelf und zeigte, dass mit ihr zu rechnen ist. Die Miasanrot-Newcomerin der Saison.
Bernadette Amani erlebte in den vergangenen zwei Jahren einen Aufstieg, der seinesgleichen sucht. Ihre Karriere ist sicherlich keine aus dem Lehrbuch. Erst im Alter von 26 Jahren debütierte sie in Spanien in der höchsten Spielklasse.
2019 wechselte sie nach Europa. „Ich habe meine Karriere in der dritten Liga Spaniens begonnen“, sagte sie im Interview mit den Vereinsmedien des FC Bayern. Allein dass sie es in die Liga F geschafft hat, war schon etwas, was sie sich allenfalls erträumt hatte.
Mit 28 ging es jedoch noch höher für sie hinaus: Der FC Bayern hat sie im Winter als Reaktion auf die Personalnot im Mittelfeld verpflichtet. Ein Transfer, wie er in der jüngeren Vergangenheit schon häufiger mal schief gelaufen war: Eine weitestgehend unbekannte Spielerin von einem kleineren Klub, die kaum Erwartungen schürt.
Doch exakt diese Situation wusste Amani zu nutzen. In beeindruckend schneller Geschwindigkeit spielte sie sich im Mittelfeld des FCB fest – und zeigte Leistungen, die ihr den Miasanrot-Award „Newcomerin der Saison“ einbringen. Mit elf Stimmen setzte sie sich innerhalb der Redaktion gegen nur einen einzigen echten Konkurrenten durch: José Barcala (zwei Stimmen). Stine Ballisager, Vanessa Gilles und Edna Imade blieben ohne Stimme.
Der FC Bayern ist die achte Station von Amani seit 2019, nur im Jahr 2024 wechselte sie nicht. Jetzt könnte sie zumindest erstmal angekommen sein. In München nutzte sie eine nahezu einmalige Chance: Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil hatten sich verletzt, nur Arianna Caruso und Georgia Stanway verblieben – beide eher offensivere Mittelfeldspielerinnen. Mit Momoko Tanikawa gab es eine weitere offensive Option.
Entsprechend war man im Winter auf der Suche nach einer starken Zweikämpferin, die Stanway und Co. entlasten kann. Und genau die hat man in Amani gefunden.
Beim FC Bayern kommt sie laut Wyscout auf mehr als zehn erfolgreiche Defensivaktionen pro 90 Minuten – in ihre Nähe kommen nur zwei Spielerinnen. Genau. Oberdorf (fast elf) und Zadrazil (fast zehn). Beide allerdings mit nicht mal 300 Minuten Spielzeit, was ihre Stichprobe zu klein für eine echte Bewertung macht. Nach Amani kommen Giulia Gwinn, Franziska Kett und Stanway (jeweils um die acht).
Caruso (sechs) und Tanikawa (etwas weniger als sechs) sind weit hinter den Genannten. Keine Spielerin im Kader führt zudem mehr Zweikämpfe als Amani pro 90 Minuten (mehr als acht). Sie ist die Arbeiterin, die den Kreativspielerinnen Entlastung bringt.
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Aber auch ihre Fähigkeiten mit dem Ball werden oft unterschätzt. Natürlich ist sie mit 52 Pässen pro 90 Minuten im Bayern-Trikot deutlich weniger dominant als Stanway (87), aber sie steht damit beispielsweise vor Caruso (46). Und das trifft auch auf andere Statistiken zu.
Bei Vorwärtspässen (13) und Pässen ins Angriffsdrittel (5) sind beide ungefähr auf Augenhöhe. Wie gut Amani dem Spiel tut, zeigen jedoch zwei weitere Statistiken: Second Assists und Third Assists. Also einmal der vorletzte Pass vor einem Tor und einmal der Pass vor dem vorletzten Pass. Amani kommt auf starke 0,3 Second Assists und auf 0,1 Third Assists pro 90 Minuten. Caruso steht bei jeweils 0,05.
Mit 1,3 Deep Completions pro 90 Minuten hat sie zudem leicht mehr auf ihrem Konto als die Italienerin (1,07). Deep Completions sind erfolgreiche Pässe in die Gefahrenzone vor dem gegnerischen Tor – bemessen in einem Radius von 20 Metern. Das alles bedeutet nicht, dass Amani generell die fähigere Offensivspielerin ist. Beide Spielerinnen haben im Team unterschiedliche Rollen.
Aber sie hat sich eingefunden im Barcala-System und liefert auch mit dem Ball starke Leistungen, die viele ihr so nicht zugetraut hatten.
Bleibt natürlich nur eine Frage: Wie geht es weiter für sie? Oberdorf und Zadrazil sind auf dem Weg zurück. Beide haben ein besonderes Standing in Deutschland, beide haben große Namen. Andererseits ist Stanway nicht mehr in München.
Angesichts der bisher eher durchwachsenen Leistungen von Caruso ist es gut möglich, dass der FC Bayern die Augen auf dem Transfermarkt offen hält. Gerüchte gab es zuletzt beispielsweise um Elisa Senß, die nun vor einem Wechsel zu Real Madrid stehen soll.
Amanis Rückrunde war ein Bewerbungsschreiben dafür, sie weiterhin für relevante Spielzeit mit einzuplanen. Gleichzeitig haben sich in der Champions League auf höchstem Niveau auch ein paar Limitationen gezeigt, wenn es um technische Themen und das Spieltempo geht.
Sie weiterhin im Kader zu haben, wird jedoch in jedem Fall ein Gewinn sein. Amani kam und überzeugte sofort. So sehr, dass selbst Barcala in seinem starken Debütjahr in der internen Abstimmung keine Chance hatte. So sehr, dass man fast davon sprechen kann, dass sie die Saison des FCB gerettet hat. Zumindest ein bisschen.







































