Mio-Star war früher Müllsammler! Dieser Verteidiger will Kane & Co. ärgern | OneFootball

Mio-Star war früher Müllsammler! Dieser Verteidiger will Kane & Co. ärgern | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: OneFootball

OneFootball

Selina Eckstein·12. August 2026

Mio-Star war früher Müllsammler! Dieser Verteidiger will Kane & Co. ärgern

Artikelbild:Mio-Star war früher Müllsammler! Dieser Verteidiger will Kane & Co. ärgern

Sein Jahr hätte bislang kaum besser laufen können. "Nur" der WM-Titel wäre wohl die Kirsche auf seiner Karriere-Sahnetorte gewesen. Denn nachdem Facundo Medina mit Argentinien beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko Vize-Weltmeister wurde, wechselte er nun für 20 Millionen Euro in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen. 

Dass er einmal so viel Geld kosten würde, hätte sich der heute 27-Jährige in seiner Kindheit sicherlich nicht erträumen lassen. Medina wuchs in Villa Fiorito, einem von Armut geprägten Viertel im Großraum Buenos Aires auf. "Ich bin nur acht Blocks von Diegos (Maradona, d. Red.) damaligem Haus geboren. Seine Präsenz ist dort allgegenwärtig. Fiorito ist ein Viertel, das den Fußball förmlich atmet", erzählte der Argentinier während der WM. Wie sein Vorbild wuchs er auf den Bolzplätzen auf. 


OneFootball Videos


Um seiner Familie zu helfen und Geld zu verdienen, sammelte er Kartons. In einem Interview mit 'ESPN' blickte er auf diese Zeit zurück: "Ich hatte andere Jobs. Man musste im Viertel überleben. Ich musste mir einen Karren nehmen und arbeiten, wie alle anderen auch. Ich bin mit meinen Onkeln und der ganzen Familie Karton sammeln gegangen." Es sei von Montag bis Freitag eine Familienarbeit gewesen. Er und seine Familie hätten zwar immer etwas zu essen gehabt, berichtete er rückblickend, doch man habe sich anstrengen müssen: "Wir gingen gegen vier oder fünf Uhr nachmittags los und kamen gegen neun oder zehn Uhr abends zurück."

Dass er hart für seinen Erfolg arbeiten muss, zeigte sich auch zu Beginn seiner Profi-Karriere. Als er 2018 von River Plate aussortiert wurde, ging er zu CA Talleres und setzte sich dort durch. Über den RC Lens schaffte der Defensivmann schließlich den Sprung nach Europa und reifte bei Olympique Marseille vollends zum Leistungsträger. In diesem Sommer wurde er schließlich mit der WM-Teilnahme belohnt.

Während des Turniers profitierte er auch davon, dass Nicolas Tagliafico in den ersten Spielen nicht direkt starten konnte und kam unter anderem in der Gruppenphase zweimal von Beginn an zum Einsatz. Gegen Österreich (2:0) legte er Messi die Führung auf. Auch im Finale stand er auf dem Feld, musste aber verletzungsbedingt nach 50 Minuten ausgewechselt werden. 

Gerüchte, dass es im Team kurz vor dem Endspiel gegen Spanien Unstimmigkeiten gegeben habe, wies er entschieden zurück. Sogar gegenüber seiner Mutter wurde er deutlich. "Ich habe zu ihr gesagt: Beteiligst du dich jetzt auch noch daran!? Hör doch auf mit dem Quatsch!", sagte er im Interview mit 'Ferné con Grego' nach der Finalpleite. 

Es habe für die Finalniederlage nie eine andere Erklärung als die Sportliche gegeben. "Ich habe zu ihr gesagt: ‚Du bist verrückt. Warum glaubst du, dass wir das absichtlich machen würden? Wir wollten doch genauso gewinnen wie alle anderen. Glaubst du, ich wäre nicht glücklich gewesen?‘ Aber wir haben verloren und müssen das akzeptieren", führte er aus. 

Viel Zeit, um den verpassten Titelgewinn zu verarbeiten, bleibt dem Bayer-Neuzugang allerdings nicht. Nach der Unterschrift unter seinen Vertrag in Leverkusen wartet nächste Woche der Saisonstart: Zuerst ist die Werkself im DFB-Pokal beim Drittligisten in Wiesbaden gefordert, ehe nur eine Woche später die Bundesliga losgeht.

Dort dürften die Stürmer der Liga den kompromisslosen Verteidiger schnell zu spüren bekommen, denn wer auf den Straßen von Villa Fiorito gelernt hat, sich durchzubeißen, wird auch im Rheinland keinen Zentimeter Boden abgeben.


📸 Francois Nel - 2026 Getty Images

Impressum des Publishers ansehen