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·7. April 2026
Mit 80 Jahren: Rumänische Trainer-Legende Mircea Lucescu verstorben

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·7. April 2026

Der legendäre rumänische Trainer Mircea Lucescu ist nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben. Bis zuletzt war er als Trainer aktiv und leitete die rumänische Nationalmannschaft, mit der er am 26. März noch das Halbfinale der WM-Playoffs spielte, wo das Team letztlich an der Türkei scheiterte. Als Coach betreute Lucescu in seiner langen Karriere unter anderem auch Galatasaray und Beşiktaş und war von 2017 bis 2019 türkischer Nationaltrainer.
Der Fußball muss sich schweren Herzens von einer wahren Legende verabschieden: Mircea Lucescu, der kürzlich erst offiziell zum ältesten Nationaltrainer der Geschichte aufgestiegen war, ist nur wenige Tage nach seinem letzten Spiel als Coach verstorben – dies gab der rumänische Fußballverband FRF in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Nachdem Lucescu mit Rumänien in den WM-Playoffs an der Türkei gescheitert war, war der 80-Jährige offiziell vom Amt, das er seit 2024 und davor schon von 1981 bis 1986 innehatte zurückgetreten und hatte vor wenigen Tagen dann einen Herzinfarkt erlitten, an dessen er schließlich erlag. Schon seit längerem hatte der Trainer mit wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt.
Rumänischer Fußballverband verkündet Tod von Mircea Lucescu
Der rumänische Fußballverband würdigte Mircea Lucescu in der offiziellen Todesmeldung als einen "brillanten Taktiker, Mentor und Visionär", der eines der Gesichter des rumänischen Fußballs gewesen sei. Für das ganze Land und den Weltfußball sei der 7. April 2026 damit ein "schwarzer Tag", so FRF-Präsident Răzvan Burleanu. Lucescu habe "jede Sekunde seines Lebens für den Fußball" gelebt und habe ganze Spielergenerationen auch weit über die Landesgrenzen hinaus geprägt.
Von 1979 bis 2026 erfolgreicher Fußball-Trainer
Als Spielerikone gewann Mircea Lucescu mit Dinamo Bukarest sechs rumänische Meisterschaften und gewann 1967/68 auch den rumänischen Pokal. Für die rumänische Nationalmannschaft stand der Stürmer 70 Mal auf dem Platz und erzielte neun Tore, seinen Karrierehöhepunkt erfuhr Lucescu dann allerdings später als Trainer. In sechs verschiedenen Dekaden hatte Mircea Lucescu an der Seitenlinie gestanden, angefangen mit seiner Zeit als Spielertrainer bei Corvinul Hunedoara ab 1979, wo er seinerzeit den Aufstieg in die erste rumänische Liga schaffte, bis schließlich zu seinem letzten Engagement als rumänischer Nationaltrainer bis zum März 2026.
Rumänischer Meister sowohl mit Dinamo als auch Rapid Bukarest
In seiner Zeit als Coach trainierte Mircea Lucescu zahlreiche Klubs und konnte viele Titel gewinnen. Sowohl mit Dinamo als auch mit Rapid Bukarest konnte er die rumänische Meisterschaft und den rumänischen Pokal gewinnen, wobei er Dinamo 1989/90 sogar ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger – dem Vorläufer des späteren UEFA-Pokal und der heutigen Europa League – führte, was einen der größten Erfolge der rumänischen Verbandsgeschichte darstellte.
Türkischer Meister mit Galatasaray und Beşiktaş
Auch in der Türkei war Lucescu als Trainer erfolgreich. Von 2000 bis 2002 war er der Nachfolger von Fatih Terim und gewann 2000 auch sensationell den UEFA-Super-Cup mit 2:1 gegen Real Madrid nach Golden Goal. In der Saison 2001/02 wurde Galatasaray unter Mircea Lucescu türkischer Meister. Ein Jahr später konnte der Rumäne die Süper-Lig-Trophäe erneut in den Himmel recken, nun aber mit Stadt-Rivale Beşiktaş. Mit den "Schwarzen Adlern" erreichte er auch das Viertelfinale des UEFA-Pokals. Von August 2017 bis Februar 2019 sollte Lucescu später auch türkischer Nationaltrainer sein.
Insgesamt 22 Titel mit Schachtar Donezk
Im Anschluss an seine Zeit in Istanbul erfolgte seine wohl prägendste Phase als Coach, als er nämlich ab 2004 bei Schachtar Donezk an der Seitenlinie stand. Mit dem Verein konnte Lucescu unfassbare acht ukrainische Meistertitel sowie sechs Pokalsiege und sieben Supercup-Siege einheimsen. In der Saison 2008/09 gewann Schachtar unter Lucescus Leitung im Şükrü Saracoğlu Stadı zu Istanbul sogar den UEFA-Pokal im Finale gegen Werder Bremen. Es war das erste Mal seit der Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion, dass ein ukrainischer Verein im Endspiel des Wettbewerbs, bzw. des Europapokals der Pokalsieger stand. Es ist bis heute auch der einzige entsprechende Titel, den Schachtar je gewinnen konnte. Nach einem Abstecher nach Russland, wo Mircea Lucescu 2016 mit Zenit St. Petersburg den russischen Supercup gewinnen konnte, und seinem Dienst als türkischer Nationaltrainer kehrte er 2020 noch einmal in die Ukraine zurück und trainierte bis 2023 Dynamo Kiew. Dort holte er sofort den ukrainischen Supercup und in seiner ersten Saison zudem noch das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.
Foto: Burak Kara / Getty Images









































