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·26. September 2026
Mit Xhakas Nummer 10 auf dem Rücken: Amdouni nutzt eine Lücke, die niemand kommen sah

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Skopje. Zeki Amdouni lief am Samstagabend mit der Rückennummer 10 auf. Sie gehört normalerweise Granit Xhaka. Der Kapitän war nicht dabei, Breel Embolo auch nicht, und der Burnley-Stürmer, der jahrelang hinter Embolo anstehen musste, machte aus der Situation das Maximum: eine Vorlage, zwei Tore, Mann des Spiels. Die Schweiz gewann 3:0 in Nordmazedonien und startete damit in eine Nations-League-Kampagne, die anders begann als geplant.
Recherchen des „Blick“ hatten ergeben, dass Xhaka sich vor vier Jahren ein Covid-Zertifikat gekauft hat. Der Kapitän gab es zu und verzichtete in Absprache mit dem Verband auf die Teilnahme am Zusammenzug, um die Angelegenheit privat zu klären. Kurz darauf wurde bekannt, dass auch Breel Embolo fehlen wird – bei ihm liegt in dieser Sache bereits eine rechtskräftige Verurteilung vor. Der Stürmer bleibt zunächst bei seinem neuen Klub Atlanta United und soll erst zum zweiten Spiel in Glasgow stoßen.
Murat Yakin ging demonstrativ gelassen damit um. Xhaka habe „zum Wohle des Teams“ gehandelt, sagte der Nationaltrainer. Und er lenkte die Aufmerksamkeit auf ein anderes Ärgernis: den Rasen in Skopje. „Ich glaube, wenn man einen Rasen so sieht, der 7 Zentimeter lang ist, können wir froh sein, dass wir heute Morgen noch in der Türkei trainiert haben.“
Gegenüber dem letzten Pflichtspiel bei der WM stellte Yakin auf vier Positionen um. Zachary Athekame begann als Rechtsverteidiger, Ardon Jashari ersetzte Xhaka im Zentrum, Johan Manzambi spielte im offensiven Mittelfeld, Amdouni in der Spitze. Überraschend war vor allem die letzte Entscheidung: Amdouni bekam den Vorzug vor Shootingstar Winsley Boteli.
Es dauerte 22 Minuten bis zur Führung, und das war laut Aargauer Zeitung „eigentlich der größte Kritikpunkt“. Ricardo Rodriguez spielte links auf Dan Ndoye, der chippte den Ball in den Strafraum, Amdouni legte per Kopf ab, Remo Freuler vollstreckte flach. In der 41. Minute preschte Athekame rechts vor und brachte den Ball scharf ins Zentrum – Amdouni stand goldrichtig. In der 74. Minute wieder Athekame: Pass in den Rücken der Abwehr, Amdouni ließ einen Gegenspieler aussteigen und traf mit dem schwächeren linken Fuß.
Die interessanteste Beobachtung des Abends war kein Tor. 20 Minuten beschreibt eine Szene nach der Pause: Jashari verliert an der Mittellinie kurz den Ball, rennt sofort zurück und prescht wenig später wieder nach vorn. Für den 24-Jährigen, der als Xhaka-Ersatz aufgeboten wurde, war es der Beleg, dass die Rolle ihn nicht erdrückt.
Die Aargauer Zeitung nennt ihn „präsent, kommunikativ“ und lobt „clevere Zuspiele“. Die SRF-Analyse und 20 Minuten sehen es ähnlich. Es ist ein Prozess, den Yakin ohnehin irgendwann hätte einleiten müssen – die Covid-Affäre hat ihn nur beschleunigt.
Bei aller Zufriedenheit bleibt die Einordnung, die watson liefert: Nordmazedonien war „ein klar limitierter Gegner“. Die Schweiz dominierte von Beginn an, hatte mehr Chancen, als sie nutzte, und nahm zwischendurch das Tempo heraus. Der kicker nennt als Kritikpunkte die ungefährlichen Standards und ebendiese Phasen.
Zur Einordnung gehört auch: Die Schweiz spielt erstmals seit Einführung der Nations League nicht mehr in der höchsten Liga. In Gruppe B1 mit Schottland, Slowenien und Nordmazedonien ist Platz eins das klare Ziel, weil nur der Gruppensieger aufsteigt. Der Auftakt passt dazu – ebenso wie das 0:0 zwischen Slowenien und Schottland am selben Tag.
Am Dienstag geht es im Hampden Park gegen Schottland weiter, dann folgen zwei Heimspiele in Luzern. Embolo soll in Glasgow dabei sein, bei Xhaka ist offen, wann und wie er zurückkehrt.
Sportlich hat die Schweiz gezeigt, dass sie ohne ihre beiden Führungsspieler funktioniert – gegen einen Gegner dieser Kategorie. Die eigentliche Antwort auf die Frage, wie gut der Umbruch trägt, kommt in Glasgow. Dort ist der Rasen vermutlich kürzer und der Gegner unangenehmer.







































