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·23. Februar 2026

Mönchengladbach: Jobgarantie für Polanski ist keine Rückendeckung und keine Lösung

Artikelbild:Mönchengladbach: Jobgarantie für Polanski ist keine Rückendeckung und keine Lösung

Sieben Spiele ohne Sieg, Abstiegsgefahr wächst. Sportchef Schröder stützt Trainer Polanski öffentlich, warnt aber gleichzeitig vor der bedrohlichen Lage.

Sieben Spiele ohne Sieg, Kontakt zum Tabellenkeller, nur knapp vor dem Relegationsplatz – und der Trainer hat das volle Vertrauen. Ich muss gestehen: Wenn ich Rouven Schröders Worte nach dem 1:2 in Freiburg höre, dann höre ich vor allem einen Mann, der sich selbst widerspricht.


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Da steht der Sportchef von Borussia Mönchengladbach bei DAZN und sagt über Eugen Polanski: "Er hat das volle Vertrauen." Im selben Atemzug warnt er: "Wenn wir so mitspielen, wird es mit den Punkten eng." Die Leistung werde "in der Liga in der Form nicht reichen." Das ist keine Rückendeckung. Das ist ein Sportchef, der einen Trainer schützen will, der auf Bewährung arbeitet, während sein Vorgesetzter öffentlich dokumentiert, dass er die Lage für bedrohlich hält.

Ich verstehe, dass Schröder keinen Aktionismus will. "Nur mit dem Dampfhammer drauf zu hauen, ist auch keine Lösung", sagt er. Das klingt vernünftig. Aber was ist die Alternative? Eine Mannschaft, die in der gesamten Rückrunde keinen einzigen Sieg geholt hat, braucht mehr als mahnende Worte und vage Zuversicht. Sie braucht entweder einen Trainer, der einen Weg aus der Krise findet – oder einen Verantwortlichen, der die Konsequenzen zieht.

Polanski ist seit wenigen Monaten im Amt. Er hat die Mannschaft übernommen, als die Saison bereits lief. Ich will ihm keine Schuld zuschieben, die nicht seine ist. Aber die Frage, die sich Gladbach stellen muss, ist eine andere: Reicht es, auf Besserung zu hoffen, während die Punkte ausbleiben?

Schröder selbst liefert die Antwort, ohne es zu wollen. Er sagt, die Mannschaft müsse "die Fesseln lösen". Er sagt, in Freiburg sei "sicherlich etwas möglich gewesen". Er sagt, niemand unterschätze die Lage. Aber all das sind Beschreibungen, keine Lösungen. Und genau das ist das Problem: Gladbach beschreibt seine Krise präzise, ohne sie zu beenden.

Die Jobgarantie für Polanski ist in Wahrheit keine Garantie. Sie ist ein Aufschub. Schröder kauft sich Zeit, um nicht als derjenige dazustehen, der nach wenigen Monaten den nächsten Trainer entlässt. Das ist nachvollziehbar. Aber es ist auch durchschaubar.

Die Bundesliga verzeiht keine Sentimentalitäten. Wer als Tabellen-14. in die Rückrunde startet und dann sieben Spiele in Folge nicht gewinnt, der spielt nicht mehr um Platzierungen. Der spielt um die Existenz in der ersten Liga.

Die Frage ist nicht, ob Gladbach Polanski vertraut. Die Frage ist, ob Gladbach sich selbst noch vertraut – und ob dieses Vertrauen auf irgendetwas anderem basiert als auf der Hoffnung, dass es schon irgendwie gut gehen wird.

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