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·11. September 2026
Musiala trifft beim 5:0 und gibt Einblick: „Ich will einfach wieder meine Leistung bringen“

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Jamal Musiala hat beim 5:0 des FC Bayern gegen FK Bodö/Glimt ein emotionales Startelf-Comeback in der Champions League gefeiert und getroffen. Der Offensivstar sprach anschließend über die schwierigen Wochen, die Unterstützung im Klub und seinen Weg zurück zu alter Leichtigkeit.
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND – 10. September 2026: Jamal Musiala vom FC Bayern München erzielt sein erstes Tor im Champions-League-Spiel 2026/27 gegen FK Bodø/Glimt in der Ligaphase in der Football Arena München. (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
Nach einer torlosen ersten Halbzeit drehte der deutsche Rekordmeister am ersten Spieltag der Champions-League-Ligaphase auf. Michael Olise schnürte einen Doppelpack, Harry Kane traf ebenfalls. Musialas Treffer sorgte dabei für besondere Freude bei Mannschaft, Trainerteam und den 75.000 Zuschauern in der Arena.
Vincent Kompany sah trotz des klaren Ergebnisses noch Entwicklungspotenzial bei seiner Mannschaft. Der Bayern-Coach verglich den Spielverlauf mit dem vorangegangenen 0:0 gegen Schalke, bei dem sein Team ebenfalls geduldig bleiben musste. „Nichts ist perfekt. Als Trainer hat man dieses Gefühl nie. Es war ein bisschen ähnlich wie beim Schalke-Spiel, weil wir viel Geduld zeigen mussten. Wir hätten in der ersten Halbzeit schon ein oder zwei Tore machen können. In der zweiten Halbzeit haben wir im richtigen Moment das Tor gemacht. Danach sind wir in Schwung gekommen, der Gegner musste mehr Druck machen und wir haben nachgelegt.“
Kane erklärte die deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel mit der nötigen Ruhe im Abschluss. „Wir waren die bessere Mannschaft und hatten gute Chancen. In der Halbzeit ging es darum, ruhig zu bleiben und weiter an die Tür zu klopfen. Wenn du dann so früh in der zweiten Halbzeit ein Tor schießt, öffnet sich das Spiel. Das hat uns geholfen. Wir haben in den vergangenen Spielzeiten schon gezeigt, dass wir nach 60, 70 oder 80 Minuten stärker werden. Das hat man heute wieder gesehen.“
Für den englischen Torjäger war der Heimsieg ein gelungener Auftakt in eine lange Europapokal-Saison. „Wir stehen am Anfang einer langen Reise. Wichtig war zunächst, dass wir mit einem Sieg starten. Es war das erste Spiel zu Hause vor unseren Fans. Wir wollten eine gute Leistung zeigen und die drei Punkte holen. Das haben wir geschafft. Wir sind gut in die Saison gestartet und jetzt geht es weiter.“
Olise, der zwei Treffer beisteuerte, fasste den Pflichtsieg knapp zusammen: „Es war gut. Es war unser erstes Spiel, wir waren zu Hause und wollten gewinnen. Am Ende haben wir gewonnen, also sind wir glücklich.“
DAZN-Experte Michael Ballack bewertete insbesondere die zweite Hälfte als deutlichen Qualitätsunterschied. „Die Bayern haben das Tempo verschärft. Sie haben das Risiko erhöht und ein bisschen mehr gemacht. Du musst die Dinge erzwingen und sie dir wieder erarbeiten. Am Anfang der Saison ist das manchmal noch nicht sofort da. Aber wir haben gesehen, was die Bayern in 45 Minuten mit einem Gegner anstellen können. Schlussendlich war das ein Klassenunterschied und auch in der Höhe in der zweiten Halbzeit völlig in Ordnung.“
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND – 10. September 2026: Jamal Musiala vom FC Bayern München unterhält sich nach dem Champions-League-Spiel 2026/27 gegen FK Bodø/Glimt in der Ligaphase in der Football Arena München mit seinem Teamkollegen Michael Olise. (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
Im Mittelpunkt des Abends stand Musiala, der erstmals wieder von Beginn an auflief und seinen Einsatz mit einem Tor krönte. Der 23-Jährige schilderte nach Abpfiff seine Erleichterung und Freude. „Ich bin richtig glücklich über das Tor und freue mich, wieder im Rhythmus zu sein. Erster Start, Champions League – ich freue mich richtig. Es war ein super Moment und ich bin sehr glücklich für mich selbst und die Mannschaft. Ich habe vom Trainerteam und von der Mannschaft viel Unterstützung bekommen. Den Abend werde ich genießen.“
Die vergangenen Wochen seien für ihn nicht einfach gewesen. Musiala hob jedoch den Rückhalt aus dem Verein und seinem persönlichen Umfeld hervor. „Der Support von Bayern, den Spielern und den Trainern hat mir richtig geholfen. Auch das Team um mich herum. Ich will einfach wieder meine Leistung bringen. Körperlich fühle ich mich gut. Dieses Thema ist für mich nichts Neues. Ich will jetzt Schritt für Schritt wieder mit diesem leichten Gefühl auf dem Platz, mit Freude und Spaß, auf mein Level zurückkommen.“
Wie weit er auf dem Weg zurück bereits ist, wollte der Offensivspieler noch nicht abschließend beurteilen. „Das ist schwer zu sagen. Aber das Gefühl, das ich heute hatte, habe ich eine Weile nicht mehr gehabt. Darüber bin ich glücklich. Ich weiß, dass noch Schritte nach oben möglich sind, und darauf freue ich mich. Der Spaß mit der Mannschaft auf dem Platz ist das beste Gefühl.“
Kompany machte deutlich, wie groß die Freude über Musialas Treffer im gesamten Umfeld war. „Ich und 75.000 Leute hier und wahrscheinlich noch mehr vor dem Fernseher haben sich darüber gefreut. Wir wussten, dass dieser Moment kommen würde, aber man kann das den Leuten nicht erzählen – es muss einfach passieren. Es war ein sehr wichtiges Tor. Für Jamal ist es natürlich super. Für uns ging es immer um die Leistung und hoffentlich liegt auch in der Öffentlichkeit der Fokus jetzt wieder auf seiner Leistung. Alles andere ist Teil seines Lebens und er weiß, wie er damit umgehen muss. Er bekommt die volle Unterstützung von uns.“
Der Chefcoach betonte zugleich das Leistungsprinzip, verwies aber auf die Verantwortung des Klubs gegenüber seinen Spielern. „Am Ende zählt die Leistung, die er auf den Platz bringt. Trotzdem möchte ich mit guten Leuten arbeiten und selbst gerne zur Arbeit kommen. Wir versuchen, Jamal zu unterstützen, wenn es schwierig ist. Das machen wir mit jedem Spieler. Natürlich zählt die Leistung, aber das wird für Jamal auf Dauer kein Problem sein. Es ist gut für ihn, dass er jetzt dieses Tor und diese 60 Minuten hatte, weil er noch immer dabei ist, in seinen Rhythmus zu kommen.“
Kane sah bei Musiala bereits im Training die richtige Reaktion. „Ich freue mich sehr für ihn. Er hatte eine schwierige Zeit. Es ist schön zu sehen, dass er wieder glücklich ist. Er trainiert sehr gut. Man sieht im Training seinen Hunger und seine Schärfe und das hat er heute mit ins Spiel genommen. Schon vor seinem Tor sah er sehr gefährlich aus und dann war es natürlich ein großartiger Abschluss. Darauf kann er sehr stolz sein.“
Ballack hatte vor der Partie ebenfalls auf die Bedeutung stabiler Leistungen für Musiala hingewiesen. „Schlussendlich geht es um Leistung. Diesem Konkurrenzkampf muss Jamal sich stellen wie alle anderen auch. Nur wegen der Umstände darf und wird er nichts geschenkt bekommen. Das muss er sich über Leistung erarbeiten. Ich wünsche ihm Stabilität, weil er ein Riesenfußballer ist. Mit Stabilität wird er auch wieder zurückkommen.“
Trainer Vincent Kompany lächelt am 28. Juli 2026 im Stadion am Birkenmoos in Rottach-Egern. Der Cheftrainer des FC Bayern München leitete dort das Sommertrainingslager seiner Mannschaft. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)
Nach den ersten vier oder fünf Saisonspielen erkennt Kompany bereits positive Ansätze, sieht aber auch noch Reserven. „Als Kader sind wir gut aufgestellt. Der eine oder andere kommt noch in seinen Rhythmus. Man darf aber nicht vergessen, dass es erst die ersten vier oder fünf Spiele sind. Im Gegenpressing und im Pressing sind die Jungs schon da. Von der Energie her strahlen wir im Moment etwas Positives aus. Bei der Qualität und in den Details ist noch Luft nach oben. Wir haben aber riesige Perspektiven.“
Vor dem Spiel hatte der Belgier die Konsequenzen aus dem torlosen Schalke-Spiel benannt. „Wenn man sein Tor nicht macht, darf man kein Gegentor bekommen. Wir schauen aber immer sehr schnell nach vorne. Dieses erste Champions-League-Heimspiel hat für uns eine große Bedeutung. Das ist jetzt unsere Priorität. Aus den letzten Spielen nimmt man immer die Kleinigkeiten mit, aus denen man lernen kann. Aber im Fußball muss der Blick schnell wieder nach vorne gehen.“
Sportdirektor Christoph Freund formulierte vor dem Anpfiff den langfristigen Anspruch des FC Bayern in der Königsklasse. „Natürlich wollen wir den Titel gewinnen. Aber es bringt uns nicht viel, was wir jetzt sagen. Entschieden wird im März, April und Mai, wenn wir dabei sind. Dann geht es ums Ganze und Kleinigkeiten entscheiden. Wichtig ist auch, dass wir dann hoffentlich den Kader zur Verfügung haben. Natürlich wollen wir so lange wie möglich dabeibleiben.“
Der Österreicher ordnete auch die Gegner der Ligaphase ein. „Bodö/Glimt ist auch auswärts ein richtig gefährlicher Gegner. Arsenal gehört aktuell für mich zu den drei, vier besten Vereinen. In Madrid wissen wir, was uns erwartet, und Manchester ist sowieso ein großes Spiel. Aber wir sind der FC Bayern München und wollen natürlich weiterkommen.“
Zu Neuzugang Ismael Saibari sagte Freund vor der Partie: „Er bringt physisch sehr viel mit, ist sehr körperstark, kann Bälle halten, Tore schießen und vorne Kopfbälle gewinnen. Er kann auch die Neun spielen und sich fallen lassen. Wir sind sehr froh, dass wir noch einmal so viel Qualität dazugewonnen haben. Er ist nach seiner Verletzung sicher noch nicht bei 100 Prozent, aber wir werden mit ihm noch viel Freude haben.“
Auch Musialas Startelfeinsatz sei medizinisch abgesichert gewesen. „Aus medizinischer Sicht gibt es kein Risiko, sonst würde er nicht trainieren und spielen. Das Thema kennen jetzt alle, aber wir können es gut einschätzen. Wir sind sehr happy, dass er wieder in der Startelf steht. Er hat die letzten zehn, 14 Tage richtig gut trainiert und es gab keine Vorfälle.“
Nathaniel Brown freute sich vor dem Anstoß auf seinen ersten Champions-League-Heimauftritt im Bayern-Trikot. „Ich durfte schon Champions League spielen. Hier ist es aber einfach sehr besonders, das merke ich. Champions League ist noch einmal etwas anderes. Ich freue mich extrem darauf, mein Debüt hier im Heimstadion in der Champions League für Bayern zu feiern.“
Gleichzeitig warnte Brown vor der Intensität der Gäste aus Norwegen. „Jeder, der letztes Jahr Champions League gesehen hat, weiß, dass sie extrem gut sind. Sie spielen mit einer hohen Intensität, laufen viel und sind auch gut am Ball. Man hat letztes Jahr gesehen, dass sie schon einige gute Gegner geschlagen haben.“
Michael Ballack, ehemaliger Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, war am 11. Mai 2025 zu Gast beim Bundesliga-Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund in der BayArena in Leverkusen. (Copyright Depositphotos.com)
Ballack zählt Olise derzeit zu den herausragenden Akteuren im Weltfußball. „Er ist seit zwei Jahren fast immer bei 100 Prozent. Ein unfassbar konstanter Spieler. Natürlich kann er nicht immer auf diesem Level spielen, aber genau das ist die Kunst bei Topspielern: konstant eine gute Leistung abzurufen und immer wieder Ausschläge nach oben zu haben. Diese hat er mit seinen Toren wie kaum ein anderer. Deswegen ist er im Weltfußball im Moment für mich ein Top-3-Spieler.“
Im Rennen um den Champions-League-Titel sieht der frühere Nationalspieler Paris Saint-Germain weiterhin vor allen anderen, rechnet aber auch mit dem FC Bayern. „Die Bayern dürfen auch einmal kommunizieren, dass sie die Champions League gewinnen wollen. PSG ist wieder das Maß aller Dinge. Arsenal, der FC Bayern, Barcelona und Real Madrid gehören für mich zu den absoluten Topfavoriten. Der Anspruch beim FC Bayern ist natürlich da, immer ins Finale zu kommen.“
Jens Petter Hauge sprach nach der 0:5-Niederlage offen über die Grenzen seines Teams an diesem Abend. „Es war sehr schwierig. Bayern ist eine sehr gute Mannschaft. Wir hatten nicht die Qualität und die Power, das über 90 Minuten zu spielen.“
Der Bodö/Glimt-Spieler sieht dennoch genügend Potenzial für bessere Auftritte im weiteren Wettbewerb. „Wir müssen besser spielen. Wir haben eine sehr gute Mannschaft und viel Qualität. Wir können gegen jede Mannschaft gut spielen.“
Bei der Frage nach den Titelchancen der Münchner wollte Hauge keinen eindeutigen Favoriten ausmachen. „Ich sehe keine Mannschaft, die klar besser ist. Aber natürlich gibt es auch PSG, Barcelona und Real Madrid.“







































