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Moritz Oppermann·8. März 2026

Muss er erst zu Bayern gehen? Offensivmonster von Nagelsmann ignoriert

Artikelbild:Muss er erst zu Bayern gehen? Offensivmonster von Nagelsmann ignoriert

"Lieber Bundestrainer, Anton Stach ist einer für die Weltmeisterschafts-Mannschaft – und zwar so was von. Look at this. Ein brutaler Freistoß. Und ich will keine Widerrede", rief ein euphorischer Joachim Hebel in die 'Sky'-Mikrofone, als Anton Stach gerade seinen Freistoß gegen Aston Villa in die Maschen gehauen hatte.

Er ist Stammspieler in der besten Liga der Welt, einer der gefährlichsten Mittelfeldspieler der Premier League und auch gegen den Ball überdurchschnittlich gut. Stach ist aktuell in seiner Prime und dennoch will Julian Nagelsmann so gar nichts von ihm wissen. Fehlt da etwa der Bayern-Bonus?


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"Er macht es dort gut, ist aber auch nicht enorm kopfballstark und auch nicht der Top-Zweikämpfer, sondern ebenfalls einer, der gerne das Spiel vor sich hat", erklärte Nagelsmann jüngst im 'kicker'-Interview, angesprochen auf Stach. Für den 27-Jährigen sehe er aktuell keinen Platz in der deutschen WM-Startelf, stattdessen habe ein Ex-Spieler des Bundestrainers die Nase vorn.

"Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali. Weil er einer ist, der auch in den Sechzehner geht, der kopfballstark ist und eine gute Wucht mitbringt", betonte Nagelsmann. Doch warte mal, was sagen da eigentlich die Statistiken?

Richtig, etwas völlig anderes. Laut 'Opta' gewinnt Goretzka in dieser Saison lediglich etwas mehr als 38,1 Prozent seiner Kopfballduelle – sein niedrigster Wert seit fünf Jahren. Anton Stach kommt in der physisch harten Premier League auf 62,3 Prozent. Okay, vielleicht hat Nagelsmann da nicht so genau drauf geachtet, aber auch bei deutlich weniger detaillierten Statistiken hat Stach die Nase vorn.

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📸 George Wood - 2026 Getty Images

In der Premier League spielte er bislang 23 von 25 möglichen Partien von Beginn an. Goretzka ist spätestens seit seiner Abschiedsankündigung für den Sommer nur noch Rotationsspieler bei den Bayern. In den letzten fünf Bundesligaspielen stand der 31-Jährige zwei Mal nicht im Kader und durfte zwei Mal für genau eine Minute ran. Nagelsmann betonte jedoch gegenüber dem 'kicker', dass ein Spieler nicht zwingend einen Stammplatz haben müsse, um sich einen Startplatz bei der WM zu verdienen.

Was allerdings verwundert: Stach hat – Stand jetzt – nicht mal eine Chance auf einen Kaderplatz.

"Kommunikation gab es bis jetzt noch nicht, das fand ich auch ein bisschen schade, weil wenn es gar keine Kommunikation gibt, dann hat man natürlich auch das Gefühl, dass man sehr, sehr weit weg ist von der Mannschaft, also gar nicht infrage kommt", kritisierte Stach Nagelsmann im vergangenen Oktober gegenüber 'Sky', als er auf seine Situation angesprochen wurde.

Auch wenn unklar ist, ob die beiden bis heute nicht doch Kontakt hatten, verwundert es schon. Nagelsmann scheint den ehemaligen Hoffenheimer komplett außen vor lassen zu wollen. Und das, obwohl er Qualitäten hat, die auch gegen mauernde Gegner entscheidend sein könnten.

Stach hat, zusammen mit Dominik Szoboszlai, aktuell die meisten direkten Freistöße in der laufenden Premier-League-Saison (3) verwandelt. Hier eine kleine Kostprobe.

Schmeckt. Genauso wie die Tatsache, dass Anton Stach aktuell schon 50 Großchancen in dieser Saison kreiert hat. Damit landet er in den Top Fünf der Premier League und konkurriert mit Spielern wie Bukayo Saka (50) oder erneut Dominik Szoboszlai (52).

Auch sein Trainer Daniel Farke kommt da aus dem Schwärmen nicht mehr raus: "Er ist ein Schlüsselspieler für uns. Er vereint perfekte Balance zwischen defensiven Fähigkeiten, Physis und der Fähigkeit, uns defensiv Stabilität zu geben, und kann zugleich unser Offensivspiel inspirieren."

Dennoch scheint auch neben Leon Goretzka kein Platz für Stach zu sein. Zuletzt agierte dort Aleksandar Pavlović und machte seine Sache mehr als gut.

Zudem kennen sich die Bayern-Spieler Goretzka und Pavlović in- und auswendig. Aktuell scheint das ausschlaggebend zu sein und es ist natürlich ein Vorteil, der tatsächlich nicht zu vernachlässigen ist. Doch selbst dann müsste doch wenigstens mal ein Bankplatz für Stach drin sein?

Bisher nicht. Seit seinem DFB-Debüt unter Hansi Flick im März 2022 kommt Stach auf ganze zwei Länderspiele. Im Kader war er zuletzt im Juni 2022. Auch wenn die Nominierung vor vier Jahren vielleicht noch zu früh war, rief der 27-Jährige auch vor seiner Zeit bei Leeds konstante Leistungen ab. Sowohl bei Mainz 05 als auch bei der TSG Hoffenheim avancierte Stach zum Stammspieler, ehe er im Sommer 2025 den Schritt in die Premier League machte.

Aber wer weiß, vielleicht hört Julian Nagelsmann ja doch noch auf die Farkes und Hebels, die Stach in der Premier League regelmäßig groß aufspielen sehen. Bei den Testspielen gegen die Schweiz (27.03.) und Ghana (30.03.) gäbe es für den Mittelfeldspieler immerhin nochmal eine Gelegenheit zu zeigen, dass er auch mit den Bayern-Stars harmonieren kann, selbst wenn er selber nicht für die Münchener spielt.


📸 Alexander Hassenstein - 2025 Getty Images

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