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·1. Juni 2026

Nach gelungenem DFB-Test: Drei Stars müssen jetzt so richtig zittern!

Artikelbild:Nach gelungenem DFB-Test: Drei Stars müssen jetzt so richtig zittern!

Das Ergebnis stimmte, der Auftritt in großen Teilen ebenfalls. Doch das 4:0 des DFB-Teams gegen Finnland war mehr als nur ein erfolgreicher Testlauf zwei Wochen vor dem WM-Start.

Denn wie das im Fußball nun einmal so ist: Wo Gewinner entstehen, gibt es zwangsläufig auch Verlierer. Das mussten am Sonntagabend in Mainz vor allem David Raum, Leon Goretzka und Leroy Sané erfahren. Ihre jeweiligen Konkurrenten nutzten die Bühne und sammelten beste Argumente, um auch am 14. Juni gegen Curacao von Beginn an auf dem Platz stehen zu dürfen.


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Natürlich sind die Finnen keine Franzosen, um es mit den Worten von Franz Beckenbauer zu sagen. Der Gegner war kein Maßstab für das Niveau, das Deutschland spätestens mit Beginn der WM-K.o.-Runde erwartet. Dennoch schmälert das den Auftritt nicht. Im Gegenteil: Die DFB-Elf erledigte die Pflichtaufgabe seriös und agierte vor allem nach der Pause spielfreudig und mit viel Tempo. Genau das hatte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann gewünscht. „Über weite Strecken bin ich sehr zufrieden“, sagte er nach der Partie.

Insbesondere dürfte das für einen Spieler gelten: Mit gerade einmal 18 Jahren feierte Lennart Karl sein Startelf-Debüt für die A-Nationalmannschaft. Und der Bayern-Youngster zahlte das Vertrauen zurück. Karl bescherte dem DFB-Spiel eine jugendliche Unbekümmertheit, traf den Außenpfosten und bereitete Deniz Undavs Treffer zum 3:0 sehenswert vor. Nagelsmann schwärmte hinterher: „Bei Lenny ist viel passiert in den letzten sieben Monaten. Er ist ein Straßenkicker.“

Ein Straßenkicker ist Leroy Sané ebenfalls. Der 30-Jährige zählt seit Jahren zu den begabtesten Spielern im Kader, kann sein enormes Potenzial jedoch viel zu selten abrufen. Daher ist die rechte Außenbahn umkämpft wie kaum eine andere Position im deutschen Team. Neben Karl drängt auch Jamie Leweling auf Einsatzzeit. Der Länderspiel-Abend von Mainz hat Sanés Bewerbung auf eine prominente WM-Rolle nicht gestärkt.

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Foto: Getty Images

DFB-Team: Läuft Nmecha einem Bayern-Star den Rang ab?

Ähnlich gestaltet sich die Situation für Leon Goretzka. Der Routinier besaß im Mittelfeld-Zentrum das Nachsehen gegenüber Felix Nmecha, der neben dem unumstrittenen Aleksandar Pavlovic ran durfte. Dabei hinterließ der BVB-Star einen starken Eindruck. Seine Mischung aus Körperlichkeit, Technik und Dynamik sucht im deutschen Fußball ohnehin ihresgleichen. Immer wieder löste er sich sauber aus Drucksituationen und trieb den Ball nach vorn. Das Zusammenspiel mit Pavlovic wirkte nach nur wenigen Trainingseinheiten bereits bemerkenswert abgestimmt.

Nagelsmann formulierte es so: „Die beiden haben es gut gemacht, aber sie sind auch weiter gefragt, es gut zu machen.“ Über Pavlovic sagte er: „Pavlo hat viele Spielbeschleunigungsmomente, ist sehr fleißig und viel unterwegs. Felix hat höher gespielt als in Dortmund, war auch gut.“

Während Nmecha also Eigenwerbung betrieb, blieb Goretzka ohne Einsatzminute. Noch vor wenigen Wochen – nach Nagelsmanns viel zitiertem Interview im kicker – hatten viele fest mit ihm als WM-Stammkraft gerechnet. In Mainz blieb dem Bayern-Star allerdings nur die Zuschauerrolle. Wie zufrieden er damit war, zeigen die Bilder von der anschließenden Ehrenrunde durch das Stadion.

Duell zwischen Raum und Brown: „Zwei sehr gute Spieler“

Auch auf links verschiebt sich das Kräfteverhältnis. Nathaniel Brown bestätigte den starken Eindruck der vergangenen Wochen und zeigte, warum Nagelsmann so viel von ihm hält. Der 22-Jährige spielte reif und selbstbewusst, war offensiv mutig und defensiv aufmerksam. „Nene ist ein Spieler mit sehr viel Potenzial“, lobte der Bundestrainer. „Offensiv fühlt er sich sehr wohl, er ist einfach ein guter Fußballer.“

Brown selbst ordnete das Duell mit David Raum diplomatisch ein: „Es ist ein offener Konkurrenzkampf, es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig pushen. Wir verstehen uns sehr, sehr gut, das hilft uns beiden.“ Nagelsmann bestätigte das und machte deutlich: „Da haben wir zwei sehr gute Spieler dabei, die beide beginnen könnten.“

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Foto: Getty Images

Raum erhielt aufgrund körperlicher Beschwerden eine Pause. Laut Bundestrainer schleppt der Leipziger noch „Wehwehchen“ aus der Endphase der Bundesliga-Saison mit. Folglich musste er von der Bank mit ansehen, wie Brown die nächste überzeugende Bewerbung für die Startelf ablieferte. Raums lange sicher geglaubter Stammplatz ist wenige Tage vor dem WM-Auftakt plötzlich alles andere sicher.

Und so bleibt vom gelungenen Testkick gegen Finnland in erster Linie die klare Erkenntnis, dass der Konkurrenzkampf auf mehreren Positionen offen ist wie selten. Nagelsmann wird das gefallen. Für Raum, Goretzka und Sané dagegen ist der Druck nach Mainz definitiv nicht kleiner geworden.

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