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·20. September 2026

Nach Klopp-Absage: Beier trifft und rückt ins Visier englischer Top-Klubs

Artikelbild:Nach Klopp-Absage: Beier trifft und rückt ins Visier englischer Top-Klubs

Die Nicht-Nominierung für den DFB-Kader schmerzte, die sportliche Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Maximilian Beier ballerte seinen Frust am Samstagabend mit dem Siegtreffer beim 1:0-Erfolg von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart von der Seele. Während Bundestrainer Jürgen Klopp den 23-Jährigen bei seiner ersten Nominierung für die Nations-League-Partien gegen Niederlande, Griechenland, Serbien und erneut Griechenland außen vor ließ, rückt der Angreifer durch seine Vielseitigkeit und den Torerfolg nun auch in den Fokus englischer Top-Klubs.

STUTTGART, DEUTSCHLAND – 19. September 2026: Maximilian Beier von Borussia Dortmund wird im Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart von Jeff Chabot bedrängt. (Foto: Sona Maleterova/Getty Images)


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Klopp lässt Beier außen vor – Kovac zeigt Verständnis, aber auch Überzeugung

44 Spieler hatte Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp für den anstehenden Viererpack nominiert, aufgeteilt in zwei Kader für jeweils zwei Partien. Mit Felix Nmecha, Waldemar Anton und Nico Schlotterbeck stellte Borussia Dortmund drei Nationalspieler. Es fehlte hingegen Maximilian Beier, der im Sommer noch zum 26-köpfigen WM-Kader gehört und im Gruppenspiel gegen Ecuador eingewechselt worden war. Auch Namen wie Leroy Sané, Deniz Undav und Leon Goretzka suchten vergeblich in Klopps Aufgebot.

Eine individuelle Begründung für Beiers Fehlen gab der Bundestrainer nicht. Beim BVB traf die Entscheidung den Angreifer spürbar. „Das hat mich natürlich geärgert“, sagte Beier nach dem Stuttgart-Spiel offen. Trainer Niko Kovac hatte bereits nach Bekanntgabe des Kaders durchblicken lassen, dass sein Schützling „ein bisschen geknickt und enttäuscht“ gewesen sei. Zugleich zeigte sich der Dortmunder Coach überzeugt, dass die Nicht-Nominierung kein dauerhafter Zustand bleibe: „Deswegen wird der neue Bundestrainer auch wieder an ihn denken.“

STUTTGART, DEUTSCHLAND – 19. September 2026: Jobe Bellingham und Maximilian Beier von Borussia Dortmund feiern nach dem Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart in der MHPArena. (Foto: Sona Maleterova/Getty Images)

Goldener Treffer in der 70. Minute

Die sportliche Antwort folgte prompt. Kovac hatte Beier gegen Stuttgart in die Startelf beordert, auf der Zehner-Position neben Ethan Nwaneri. In der 70. Minute zahlte sich das Vertrauen aus: Über Konstantinos Karetsas und Jobe Bellingham landete der Ball auf der rechten Außenbahn, der Engländer schlug präzise in den Fünfmeterraum, wo Beier seinen Gegenspielern enteilte und eiskalt zum 1:0 abschloss. Der Siegtreffer katapultierte den BVB für mindestens drei Wochen an die Tabellenspitze.

Für Beier war es das erste Saisontor. Nach vier Spieltagen steht der Rechtsfuß nun bei drei Scorerpunkten – zuvor hatte er gegen den HSV und Paderborn Treffer aufgelegt. Insgesamt bestritt er gegen Stuttgart sein 97. Pflichtspiel für den BVB, dabei gelangen ihm 21 Tore und 19 Vorlagen. Die Leistung wurde mit der Auszeichnung zum „Man of the Match“ honoriert.

Lob von Kovak und Book – „Er hat gezeigt, dass er es verdient hätte“

Kovac zeigte sich nach Abpfiff erfreut, mit einem Augenzwinkern auf die DFB-Entscheidung blickend: „Das Leben schreibt die schönsten Geschichten. Er ist nicht dabei in der Nationalmannschaft – und heute macht er das Tor. Ich freu mich! Er hat sich heute mit diesem Tor belohnt.“

Auch Sportdirektor Ole Book sendete eine Spitze in Richtung Bundestrainer: „Maxi hätte sich sehr gefreut, es hat ihn schon getroffen, keine DFB-Einladung zu bekommen. Heute hat er gezeigt, dass er es auch verdient gehabt hätte. Ich bin mir sicher, dass er sehr zügig wieder dabei ist, wenn er so weitermacht.“

Kovac hob einmal mehr Beiers taktischen Wert hervor: „Der Maxi kann überall spielen. Hinten links, hinten rechts, vorne links, vorne rechts. Bei ihm weiß ich immer zu 100 Prozent, was ich bekomme.“ Genau diese Flexibilität – Beier agiert als Schienenspieler, auf den offensiven Flügeln, hinter den Spitzen oder als Sturmspitze – hatte ihn bereits zur WM 2026 ins Aufgebot gebracht. In dieser Saison kommt er bei den Borussen auf abwechselnden Positionen zum Einsatz, mal als Schienenspieler, mal hinter Stoßstürmer Serhou Guirassy.

Maximilian Beier von Borussia Dortmund gestikuliert emotional während des Bundesliga-Spiels gegen den FC Bayern München im Signal Iduna Park am 28. Februar 2026 in Dortmund. Pau Barrena / Getty Images

Arsenal, United, Tottenham: Englische Top-Klubs beobachten die Lage

Die Nicht-Nominierung und der anschließende Torerfolg blieben auch international nicht unbeobachtet. Wie das Portal „TEAMtalk“ berichtet, soll der FC Arsenal seit rund zwölf Monaten Scouts aussenden, um Beier unter die Lupe zu nehmen. Der 23-Jährige sei für die Gunners „ein interessanter Spieler“, vor allem aufgrund seiner Vielseitigkeit, die an Kai Havertz erinnere. Die Londoner hätten zudem ein Eigeninteresse an der Weiterbeobachtung, da mit Ethan Nwaneri derzeit ein eigenes Talent an den BVB verliehen ist.

Dem Vernehmen nach mischen auch Manchester United und Tottenham Hotspur im Poker um den zehnmaligen Nationalspieler mit. Zu einem formellen Angebot soll es bislang allerdings nicht gekommen sein. Transfer-Journalist Ekrem Konur greift das Gerücht ebenfalls auf und mutmaßt, dass ein Wechsel mindestens 40 Millionen Euro kosten würde – exakt der Marktwert, zu dem Beier derzeit bei transfermarkt.de taxiert ist und der ihn zum drittwertvollsten deutschen Mittelstürmer macht.

Wie „FussballTransfers“ ergänzt, sei Beier bei Arsenal eine Option, falls Wunschspieler Julián Álvarez am Ende doch zum FC Barcelona wechseln sollte. Vertraglich ist der Angreifer noch bis Sommer 2029 an den BVB gebunden, die Dortmunder Planungen sind langfristig mit ihm angelegt. Doch der Verweis auf Karim Adeyemi, dessen Situation einst ähnlich eingeschätzt wurde, zeigt: Bei entsprechender Offerte kann sich die Lage schnell ändern.

Maximilian Beier trifft gemeinsam mit Nick Woltemade, Nico Schlotterbeck, Pascal Gross und Waldemar Anton zum offiziellen Mannschaftsfoto der deutschen Nationalmannschaft am 10. Juni 2026 im W. Dennie Spry Soccer Stadium in Winston-Salem, North Carolina ein. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Ausblick: Erst Herausforderer, dann Rückkehrer?

Für Maximilian Beier bleibt nach der Nicht-Nominierung zunächst die Rolle des Herausforderers. Zehn A-Länderspiele stehen für den Rechtsfuß zu Buche, debütiert war er im Juni 2024 unter Julian Nagelsmann. Auf sein erstes Tor für die DFB-Elf wartet er weiterhin. Die sportliche Antwort vom Samstagabend war ein deutliches Signal an Bundestrainer Klopp – und möglicherweise auch an interessierte englische Klubs, dass sich ein Zugreifen lohnen könnte. Ob die DFB-Rückkehr, wie von Kovac erwartet, zeitnah erfolgt, oder ob der nächste Karriereschritt gar ins Ausland führt, wird die kommende Zeit zeigen.

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